Noch keine Einigung: Hirschberghaus in Kreuth bleibt weiterhin zu

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Tegernsee
  4. Kreuth

Kommentare

Ein Schild im Tal weist auf die vorübergehende Schließung des Hirschberghauses hin. Für Kreuth ein großer Verlust. © Klaus Wiendl

Der Ansturm auf die Berghütten ist ungebrochen groß. Am Hirschberghaus in Kreuth geht dieser Trend heuer allerdings vorbei: Die Gastronomie bleibt wohl auch den Sommer über geschlossen.

Kreuth - Während sich in den vergangenen Jahren der Trend zu Hüttenübernachtungen laut Deutschem Alpenverein (DAV) noch einmal verstärkt hat, kann das Bergsteigerdorf Kreuth davon nicht profitieren. Schon seit einigen Jahren war die eigene Hütte am Hirschberg nicht mehr sonderlich gefragt. Die Gemeinde war mit dem Betrieb durch Pächter Peter Maier unzufrieden. Maier kündigte zum September. Seitdem bleibt das Haus Wanderern verschlossen.

Hoher Investitionsbedarf beim Hirschberghaus in Kreuth

Noch immer haben die Gemeinde als Eigentümerin und die Erbbaurechtsnehmerin Christiane Goos keinen Konsens über einen Weiterbetrieb gefunden. „Die Gespräche sind noch am Laufen“, erklärt Bürgermeister Josef Bierschneider auf Anfrage. Mehr könne er nicht sagen, weil es sich um „Vertragsangelegenheiten“ handle. Nach Informationen unserer Zeitung will Goos eine Verlängerung des Erbbaurechtsvertrags über das Jahr 2031 hinaus. Denn bei einer Vereinbarung für nur fünf Jahre bekomme sie keinen neuen Pächter, da man viel investieren müsse. Die Rede ist von mehr als 100.000 Euro. Auch Bierschneider spricht von einem „hohen Investitionsbedarf“. Da rechne es sich nicht, „wenn wir keine Verlängerung des Erbbaurechts bekommen“, hatte Goos bereits vor Monaten erklärt.

Einigung über Erbbaurechtsvertrag steht noch aus

Bevor der Gemeinderat jedoch eine Entscheidung über die Verlängerung des Erbbaurechts treffen wollte, sollte Goos ein Sanierungs- und Finanzierungskonzept vorlegen. Doch stattdessen hatte diese um die vorzeitige Beendigung des Erbbaurechts gebeten. Eine Einigung darüber steht offensichtlich noch aus.

Für das Bergsteigerdorf ist es in jeder Hinsicht ein Verlust, wenn das Hirschberghaus geschlossen bleibt. Nach einem Brand in den 1960er-Jahren hatte es der Wiesseer Bauunternehmer Sepp Linsinger, der Vater von Goos, wieder errichtet und 1988 als Erbbaurechtsnehmer eröffnet. Es wurde ein begehrtes Ziel von Wanderern.

Potenzielle Pächter haben sich bei Gemeinde gemeldet

Um dem Stillstand auf Dauer vorzubeugen, blieb die Gemeinde nicht untätig und warb öffentlich um Pächter. „Aufgrund der Berichterstattung sind bei uns einige Interessenten aufgeschlagen, die aber vorwiegend an einer Pacht interessiert sind und eher weniger an der Übernahme des Erbbaurechts“, berichtet Bierschneider. Er sei aber für „alle denkbaren Varianten offen“. Eine Wiedereröffnung schon in dieser Sommersaison hält er allerdingd für „eher unrealistisch“.

kw

Auch interessant

Kommentare