Erdinger Stand lockt auf der Grünen Woche wieder Tausende an

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Schmalzgebäck und Steaksemmeln gibt es von den Erdinger Landfrauen (Bild o., v.l.): Brigitte Frank, Gaby Thalmaier, Christine Pllana, Elisabeth Mayr, Helene Lohmaier und Gerti Voglsamer. © Dieter Priglmeir

Der Landkreis Erding präsentiert sich wieder auf der Verbraucher-Messe. Mit Weißbier, Edelbränden, Selbstgschneidertem und viel Humor begeistern die Bayern auch die Norddeutschen.

Berlin/Erding - Wenn im Maximilians die steirisch-bayerische Verbrüderung gefeiert wird, 30 Oberdinger und genauso viele Landkreisbürger im Flieger nach Berlin sitzen, weitere Delegationen im Schnellzug unterwegs sind und zwei Niedersachsen fragen, ob man tatsächlich „Auszogne“ essen kann, dann ist wieder Internationale Grüne Woche (IGW). Und da haben wir noch nicht von den drei Landkreisbussen gesprochen, die in die Bundeshauptstadt gefahren sind.

Einen edlen Tropfen schenkt Andreas Huber (l.) ein.
Einen edlen Tropfen schenkt Andreas Huber (l.) ein. © pir

Das Ziel: Der Erdinger Stand soll wieder das Herzstück der Bayern-Halle werden. Noch bis Sonntag präsentieren sich 1600 Aussteller aus 50 Ländern auf der IGW. Der Veranstalter rechnet mit 300 000 Besuchern – und Erding tut alles, um diese Zahl zu erreichen.

Mit Rosenheim sei man der einzige Landkreis mit einem eigenen Stand, erzählt Landrat Martin Bayerstorfer und erinnert an frühere Pläne mit Freising. Diese hätten sich zerschlagen – „schon der Name Airfolgsregion war eine Katastrophe“, so Bayerstorfer. Erding ging ab 2013 seinen eigenen Weg.

Anfangs habe der Auftritt rund 40 000 Euro gekostet, inzwischen liege man bei 60 000 bis 70 000 Euro. Der Kreistag habe dies einstimmig abgesegnet, zumal man hier mit „echt erding“ die regionale Landkreismarke präsentieren könne. „Wenn ich die weltgrößte Verbrauchermesse habe und dann mit unseren Ideen auftrete, ist das ein Gewinn für die Landwirtschaft, aber auch für Handwerker, Dienstleister und unsere Tourismusangebote.“

Die Chance für „echt erding“

Rapskissen zeigt Daniela Schreiber hier Landrat Martin Bayerstorfer.
Rapskissen zeigt Daniela Schreiber hier Landrat Martin Bayerstorfer. © Dieter Priglmeir

Der Langenpreisinger Andreas Huber ist mit seiner Edelobstbrennerei bereits zum fünften Mal dabei. Der erste Tag sei sehr gut gelaufen, erzählt er. Besser als 2025: „Da waren die Leute noch recht sparsam.“ Neu im Programm: ein Blutorangengeist mit Früchten von den Hängen des Ätna und ein Brombeergeist. Der Star sei die „Birille“, ein 40-prozentiger Obstbrand aus Birnen und Marillen, für den sich auch Kunden aus Sachsen, Berlin und Brandenburg interessieren.

Bei Daniela Schreiber sind es neben Kindertrachten und Rapssamenkissen die Wickelröcke, die gut ankommen. Sie ist mit ihrem Erdinger Geschäft MiaNanni erstmals hier und freut sich – ebenso wie die St. Wolfganger Apfelkönigin Christina Rachl – über den regen Austausch mit den Menschen und das große Interesse, „insbesondere aus dem Chiemgau“, wie Schreiber sagt. Sie würde gerne wiederkommen, „wenn ich dabei sein darf“, fügt sie hinzu, denn der Platz am Erdinger Stand ist begrenzt.

Im Austausch: Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl.
Im Austausch: Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und Taufkirchens Bürgermeister Stefan Haberl. © dieter priglmeir

Stets vertreten ist der Erdinger Weißbräu. Eine solche Weltmarke tue dem Ansehen des Standes gut, sagt Bayerstorfer. Erdinger kümmert sich – neben dem Landratsamtsteam von Carmen Mittermeier – zudem maßgeblich um Transport und Aufbau – und ist mit seiner Theke der Magnet schlechthin. „Läuft gut“, meint Martin Irl nach dem ersten Tag. Weißbier bleibe der Renner, Pikantus sei auch sehr gefragt – „den bekommt man ja nicht überall“. Irls Prognose: eine starke Woche, „nur am Sachsentag ist es traditionell ruhiger“.

Einen weiteren großen Player vermisst man am Stand. Früher habe man die Prospekte der Therme ausgelegt, heuer nicht. Bayerstorfer kann sich jedoch gut vorstellen, mit dem neuen Betreiber entsprechende Gespräche zu führen. So gibt es statt Thermalwasser wieder heißes Fett fürs Schmalzgebäck.

530 Hefewürfel im Gepäck

Die Landfrauen haben 150 Kilogramm Backfett, 80 Kilo Weizen- und sechs Kilogramm Roggenmehl, 800 Eier und 530 Hefewürfel dabei. Außerdem stehen Steaksemmeln und Gulaschsuppe auf dem Speiseplan – „weil die Leute uns gesagt haben, dass sie gern auch mal was G’scheits essen wollen“, erzählt Elisabeth Mayr. Dass ausgerechnet am Stand gegenüber Rostbratwürste angeboten werden, besorgt sie kurz. „Ist doch schön, wenn die Leute eine Abwechslung haben“, meint Mayr dann aber – wohl wissend, dass ihr Stand deutlich besser besucht ist.

Die größten Fans: erstens zwei Niedersachsen, die nur ein Sprachproblem mit dem Schmalzgebäck haben („Was sind denn Auszogne?“), zweitens Gerry Richter aus der Steiermark, der an einer Partnerschaft mit seiner Region arbeitet und mit Berglern im Austausch ist. Und drittens die Gäste in der Bayern-Halle, die die Finsinger Blaskapelle selbst nach eineinhalb Stunden nicht von der Bühne lässt (Bericht folgt).

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/erding/erding-ort28651/der-erdinger-stand-lockt-auf-der-gruenen-woche-wieder-tausende-an-94127405.html