Die Stadthalle Erding bekommt einen neuen Namen. Unser Autor hat deshalb weitere Vorschläge oder Befürchtungen für öffentliche Gebäude.
Schon gehört? Die Stadthalle Erding soll künftig Eventforum Erding heißen. So wie Raider längst Twix heißt, die Nacht in der Flughafenregion nun Tagesrandzeit, Schulden jetzt ein Sondervermögen sind, und „So ein Schmarrn“ übersetzt die Jugend mit „das crazy“.
Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Es hat schon seine Gründe, warum sich die Stadthalle einen anderen Namen geben will. Auch wenn man vielleicht eher am Charme der 80er-Jahre-Baus basteln sollte als am Namen, darf man es ruhig einmal probieren. Die Eishalle heißt ja auch nicht mehr Eishalle, sondern Stadtwerke Arena. Und prompt sind die Gladiators dort Meister geworden (die laufende Saison klammern wir hier mal aus). Vielleicht klappt es ja im Eventforum dann ebenfalls mit mehr und deutlich besser besuchten Veranstaltungen.
Wenn ja, dann sollten wir schleunigst auch für die anderen öffentlichen Gebäude neue Namen suchen – zumal wir ohnehin nicht so genau wissen, ob es nun Schrannenhalle oder Sparkassenhaus heißt. Wir sprechen vom wunderschönen roten Gebäude, das künftig gleich zwei Zwecken dient: Café und Touristen-Information. Die „Piazza Pianka“ würde italienisches Flair vor dem Erdinger St.-Johann-Campanile verbreiten. Die Sparkasse könnte aber auch einfach das Doppel-S mit einem Doppel-F tauschen und daraus ein „Sparkaffe“ machen.
Auf der anderen Bankhaus-Seite entstünde dann die „Tourismusbörse“. Dort könnte die Leiterin des Stadtmarketings, Julia Flötzinger-Wilson, jedem Touristen genau das anbieten, was er will: dem internationalen Gast verkauft Mrs. Wilson das „Air-Ding“, und Frau Flötzinger gibt Bescheid, wann das Watt-Turnier am Siglfinger Bankerl losgeht. Mia ham ja ois.
Neuer Name, neuer Charme – das gilt auch für Landrat Martin Bayerstorfer und seine Behörde („Bayers-Dome“, „Taj Mahartin“) und ganz dringend für das Finanzamt mit seinem Amtsleiter Holger Raub („Haus des Geldes“). Aus dem Amtsgericht machen wir angesichts der teils haarsträubenden Ausreden der Angeklagten den „Zweifel-Turm“, die Erdinger Stadtbücherei wird zum „Lese-Paradies“, die Lodererhalle zur „Semptphilharmonie“, der Stadtpark zur „Kräh-Merei“ und der Volksfestplatz – aber nur für den Fall, dass Herr Aiwanger wieder auftritt – zur „Aggropolis“.
Das Modewort „Manufaktur“ würde gut passen für das Vermessungsamt („Maß-Manufaktur“) oder die Kreismusikschule („Ton-Manufaktur“). Und falls es die Wortschöpfer von der Gruberei erlauben, heißt das Rathaus künftig einfach „Verwalterei“ oder „Verheiraterei“. Das finden Sie nicht schön? Wie wäre es mit „Gotzham City“ oder warum nicht gleich „Circus Maximus“? Jaja, hier wird gegotzt, nicht gekleckert. Oder wir nennen das Rathaus einfach „Tunneleingang“.
Nachtrag: Während Herr Mücke in Oberding keinesfalls seinen Namen hergeben will, überlegt man in Wörth, ob das Rathaus künftig „Gneißl-Haisl“ heißen soll. Oder einfach nur „Gmoa“. Das crazy, oder?