Florian Meier (CSU) und Robert Ertl (FW) zeigen sich optimistisch hinsichtlich der Stichwahl am Sonntag in Aschheim. Ertls Sohn hat emotionale Worte für seinen Vater.
Die beiden Bewerber für den Chefsessel im Aschheimer Rathaus haben in den vergangenen Tagen noch einmal alles gegeben. Vor der Stichwahl geben sich Florian Meier (CSU) und Robert Ertl (FW) optimistisch.
Der CSU-Vorsitzende Florian Meier bekam bei der ersten Wahl 2001 Stimmen und verpasste als Wahlsieger die Mehrheit nur um rund 80 Stimmen. Auf Robert Ertl (1550 Stimmen) hatte er 451 Stimmen Vorsprung. Anhand der Zahlen geht Meier als Favorit in die Stichwahl, zumal die Gruppierungen Grüne und SPD Wahlempfehlungen für den CSU-Mann aussprachen.
Überschaubare Wahlbeteiligung
„Natürlich glaube ich noch an den Wahlsieg“, sagt der Zweite Bürgermeister Robert Ertl, der zwei Jahre lang den erkrankten und mittlerweile in den Ruhestand versetzten Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) vertrat. „Vielleicht sind nicht alle Wähler anderer Parteien mit der Wahlempfehlung so glücklich“, sagt Ertl.
Außerdem verweist er auf die überschaubare Wahlbeteiligung von 59,0 Prozent: „Mit den Nichtwählern vom ersten Wahlgang gibt es noch viel Potenzial“, betont Ertl. Er hat in sozialen Netzwerken noch einmal Videos veröffentlicht, um die Nichtwähler anzusprechen. Der bisherige Zweite Bürgermeister ist bereit, um bei seiner Wahl direkt am Montagmorgen im Rathaus als hauptamtlicher Bürgermeister anzutreten. Die Beendigung seiner Tätigkeit als leitender Angestellter am Klinikum Ebersberg ist vorbesprochen.
Landwirt Florian Meier hat in seinem Familienbetrieb mit Hühnerhaltung keine Probleme. „Wir sind im Familienbetrieb gut aufgestellt und meine Frau Kerstin managt den Hof schon seit Monaten“, sagt Florian Meier. Er ist bereit und motiviert, am Montag im Rathaus seinen neuen Arbeitsplatz zu übernehmen.
Meier warnt aber auch, dass trotz des guten Ergebnisses in der ersten Runde nichts entschieden sei: „Wir müssen die Wähler noch einmal ins Wahllokal bringen. In meinen Gesprächen mit den Bürgern verspüre ich viel Rückenwind, aber ich bin schon sehr nervös.“ In den zwei Wochen zwischen Wahl und Stichwahl setzte er seine Hausbesuche fort.
Beide könnten Job sofort antreten
Dabei nahm Florian Meier die Erkenntnis mit, „dass die Kultur etwas zu kurz gekommen ist“. Den Themenbereich habe keiner der Kandidaten so wirklich auf dem Schirm gehabt. Zudem stellte er in den vergangenen Tagen immer wieder fest, dass die hohen Preise des Geothermie-Projektes AFK für die Menschen aktuell das wichtigste Thema darstellen. Wenn Meier eine Stimme mehr als Robert Ertl bekommt, dann kann er sich ab Montag, 8 Uhr, um die Fragen der Menschen kümmern.
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Besonderes Unterstützerschreiben
Jeden Tag bekommt der Münchner Merkur Leserbriefe und diesmal war ein besonderer dabei. Dominik Ertl (23) schrieb ohne Wissen seines Vaters Robert einen offenen Brief „über die Gründe, warum ich überzeugt bin, dass mein Papa Robert Ertl der richtige Bürgermeister für Aschheim und Dornach ist“.
Er beschreibt den gradlinigen Robert Ertl: „Ich kenne meinen Papa als jemanden, der nie viel Aufhebens um sich macht, sondern anpackt und für andere da ist – nicht, weil es einfach ist, sondern weil es richtig ist. Er hat mir, meiner Schwester und meinem Bruder diese Werte immer vorgelebt: Verantwortung zu übernehmen, ehrlich zu sein und anderen mit Respekt zu begegnen.“ Robert Ertl habe auch darauf hingewirkt, dass sich die Kinder sozial engagieren und soziale Berufe erlernen.
Der Sohn des Bewerbers verweist auf das Engagement von Robert Ertl in örtlichen Vereinen. „Er weiß, wie viel die Vereine für die Gemeinschaft leisten.“ Und mit dem Engagement zur Verhinderung des Schlachthofs habe Robert Ertl der Gemeinde viel Geld gespart.
Der 23-Jährige ist – natürlich – überzeugt von dem Kandidaten der Freien Wählern: „Mein Papa hat in den letzten Jahren bewiesen, dass er Verantwortung übernehmen kann, auch wenn es schwierig wird. Er ist unabhängig, ehrlich und pragmatisch. Er verspricht nur, was er auch halten kann.“
Mit seinem fast schon rührend emotionalen Brief für Robert Ertl hat der Sohn des Bewerbers alle überrascht, auch seinen Vater, der von unserer Zeitung über den Brief informiert wurde. „Ich habe nichts von einem solchen Brief gewusst“, sagt Ertl. Man merkt ihm an, dass die Worte seines Sohns ihn sehr berühren. Ob auch die Wähler, bleibt dahingestellt.