Die San José, ein legendäres spanisches Kriegsschiff mit 60 Kanonen, sank während des Spanischen Erbfolgekriegs in den Gewässern nahe der kolumbianischen Insel Baru. Das Wrack liegt in 612 Metern Tiefe und wurde erst 2015 von Kolumbianern entdeckt.
Seit 2021 untersuchen Forscher der kolumbianischen Marine die Überreste des Schiffes, das auch als „Heiliger Gral der Schiffswracks“ bezeichnet wird. Mithilfe ferngesteuerter Unterwasserfahrzeuge dokumentierten sie den Fundort. Nun präsentierte die kolumbianische Regierung in Cartagena fünf neue Objekte und archäologische Fragmente.
Kolumbianische Marine birgt goldene Kolonialmünzen, Kanone, Porzellantasse von der San José
Zu den Fundstücken gehören eine Kanone, eine Porzellantasse, goldene Kolonialmünzen sowie zwei weitere Porzellanfragmente mitsamt zugehöriger Sedimentreste.
Lange Zeit galt es als gesichert, dass die spanische Galeone durch eine Explosion versank. Laut der Nachrichtenplattform „elespanol“ haben Forscher jedoch herausgefunden, dass das Schiff im 18. Jahrhundert vor Cartagena nicht durch eine Explosion, sondern infolge schlechter Reparaturen unterging. Diese Theorie stützt sich auf die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Expedition.
Streit zwischen Spanien und Kolumbien wegen Bergungsrechte
Der Wert der gesamten San José-Ladung wird auf bis zu 14,9 Milliarden Euro geschätzt. Laut „Live Science“ streiten Kolumbien und Spanien derzeit darüber, wem die Bergungsrechte zustehen. Die spanische Regierung berufe sich auf eine internationale Seerechtskonvention, die besagt, dass Kriegsschiffswracks Eigentum ihres Ursprungslandes bleiben. Kolumbien habe diese Konvention jedoch nicht angenommen.
Wie „Live Science“ berichtet, plane Kolumbien, Teile des Schatzes zu verkaufen, um damit die archäologische Erforschung des gesamten Wracks zu finanzieren. Die übrigen Funde sollen später in einem Museum ausgestellt werden. Allerdings könnte kolumbianisches Recht den Verkauf historischer Artefakte untersagen.
3 Fakten zur Galeone San José
- Versenkung: Die San José sank am 8. Juni 1708 während der Schlacht von Barú nahe Cartagena (heutiges Kolumbien) im Rahmen des Spanischen Erbfolgekriegs.
- Schatzwert: Die Ladung der San José soll Schätzungen zufolge aus etwa 11 Millionen Gold- und Silbermünzen bestanden haben, deren heutiger Wert auf etwa 17 Milliarden US-Dollar geschätzt wird.
- Entdeckung: Das Wrack der San José wurde im November 2015 durch ein Team unter der Leitung des kolumbianischen Instituts für Anthropologie und Geschichte (ICANH) entdeckt.