Jeder Zweite will an Geschenken sparen – AfD-Anhänger knausern am meisten

Jeder zweite Deutsche hat sich vorgenommen, in diesem Jahr weniger Geld für Geschenke auszugeben. 84 Prozent sehen die Wirtschaftslage als schlecht – oder sehr schlecht an. Das ergab eine repräsentative Civey-Befragung im Auftrag der "Stiftung Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM), die FOCUS online vorliegt.

AfD-Anhänger sind die größten Konsummuffel

46 Prozent der 5000 befragten Bürger wollen weniger Geld für Geschenke ausgeben, fast genauso viele wollen so viel ausgeben wie in Vorjahren. Aber nur 3,5 Prozent wollen mehr Geld ausgeben – Wachstum geht anders, hatte doch Bundeskanzler Friedrich Merz bei Regierungsantritt spürbare Verbesserungen bis zum Sommer versprochen.

Die größten Konsummuffel sind laut der Umfrage die Anhänger der AfD: 59,2 Prozent von ihnen wollen weniger Geld ausgeben, Linken-Anhänger sind zu 48,9 Prozent Konsummuffel, während es bei Union und SPD um die 42 Prozent sind.

Die wenigsten Sparfüchse bei Grünen- und FDP-Anhängern 

Die wenigsten Sparfüchse finden sich bei den Anhängern von FDP (24,1 Prozent) und Grünen (22,6). Das mag allerdings weniger am überbordenden politischen Optimismus dieser Gruppe liegen, sondern schlicht am eigenen Geldbeutel – gelten doch beide Parteien als die der Besserverdiener.

Gegenüber FOCUS online kritisierte INSM-Geschäftsführer Thorsten Alsleben, die „fehlenden Reformen“ schlügen inzwischen "auch voll auf die Stimmung der Bevölkerung durch“ – flankiert von sinkenden Umsätzen, Stellenabbau und einen Höchststand bei Insolvenzen

"Der Streit ums Rentenpaket war das Gegenteil von hoffnungsfroher Botschaft, und dass die SPD jetzt auch beim Bürgergeld wieder mit Abschwächung der Reform droht, frustriert Unternehmen und Bürger gleichermaßen“, so Alsleben.

Wenn die Regierung nicht aufwache und umsteuere, "wird das wirtschaftlich ein trauriges Jahr 2026.“

Junge Menschen halten ihre Lage für deutlich schlechter

Dabei hält eine Mehrheit von 56 Prozent der Deutschen ihre persönliche wirtschaftliche Lage für positiv, nur 38,6 Prozent schätzen sie negativ ein. Auffällig sind hier die Altersunterschiede: Bei den 18- bis 29-jährigen ist es umgekehrt: 53,2 Prozent beschreiben ihre persönliche Lage als negativ.

Aber welche Maßnahmen gegen die Krise erhoffen sich die Menschen von der Regierung? 

  • 81,1 Prozent setzen auf den Abbau von bürokratischen Vorschriften.
  • 51,1 Prozent hoffen auf Steuersenkungen für die Bürger.
  • 40,8 Prozent wollen die Sozialabgaben gesenkt sehen.
  • Von mehr staatlichen Investitionen versprechen sich nur 28 Prozent eine Besserung. 

Und wie schauen die Deutschen in die Zukunft? 

Auch düster. 62 Prozent der Menschen machen sich Sorgen, dass sich ihre Lage in den nächsten drei Jahren verschlechtern könnte. 

"Wenn wir aus der Depression rauskommen wollen, muss die Regierung schnell handeln und umfassende Strukturreformen starten", so INSM-Chef Alsleben. Dabei hätten die Bürger schon konkrete Vorstellungen, was helfen könne: Bürokratieabbau und Steuersenkungen.