Entspannt Essen gehen, ohne dass die Kinder quengeln: Das soll im Puchheimer Restaurant und Café Kiwolu funktionieren. Serkan Atagün‘s Lokal ist ein Familienrestaurant, mit speziellem Konzept.
Puchheim - Vielen Eltern dürfte das Szenario bekannt sein: Mit den Kindern in ein Lokal zu gehen, kann schnell zur stressigen Herausforderung werden. Spätestens dann, wenn die Kleinen quengelig werden, ist es mit dem entspannten Essen vorbei. Um genau dem entgegenzuwirken, hat der Puchheimer Gastronom Serkan Atagün vor wenigen Monaten sein Konzept geändert: Das Restaurant und Café Kiwolu wurde zu einem sogenannten Familienrestaurant, mit großem Spielbereich.
Gastronom kennt Situation junger Familien aus eigener Erfahrung
Atagün ist selbst Vater eines vierjährigen Kindes und kennt die Situation junger Familien aus eigener Erfahrung. Sein Ziel: Eltern, die ihre Sprösslinge mit zu Brunch, Lunch oder Dinner nehmen möchten, eine stressfreie Auszeit anzubieten. „Die Kinder haben bei uns Spaß und lassen die Eltern in Ruhe essen.
Die Mädchen und Buben spielen im Spielbereich – und die Eltern können sie durch die Scheibe sehen“, erklärt Atagün sein Konzept.
Sein Restaurant mit mediterraner Küche betreibt Atagün unter dem Namen Kafalti bereits seit gut fünf Jahren – erst im November 2025 änderte er sein Konzept und rüstete die Räumlichkeiten mit einem Spielbereich nach. Seither heißt die Gaststätte Kiwolu.
In der Region sind Familienrestaurants dieser Art bislang noch nicht sehr verbreitet. „Als Vater habe ich selbst gemerkt, dass es schwierig ist, in Ruhe zu essen. Und ich bin kein Freund davon, den Kindern das Handy vor die Nase zu halten. Im Ausland gibt es viel mehr derartige Angebote mit Spielbereichen, aber hier fehlt das“, erzählt der Gastronom.
Auf kleinem Raum bietet der Spielbereich gleich neben den Esstischen alles, was das Kinderherz begehrt. Zwei Etagen laden zum Rutschen ein – im Atelier und in der Zwergenküche darf gekocht und getobt werden. Nicht selten geht dabei auch mal etwas zu Bruch, deshalb verlangt das Restaurant eine Nutzungspauschale von 4,50 Euro für die Nutzung des Kinderbereiches.
Kritische Beratung gibt‘s vom vierjährigen Sohn
„Oben ist aktuell auch ein Feuerwehrbereich, den wir bald zur Astronautenstation umbauen – aber am meisten lieben die Kinder den Balkon, wo sie rauf und runterklettern können.“ Alle Bereiche sind kind- und fachgerecht erbaut. „Wir haben das auch mit Matten abgesichert, damit nichts passiert“, betont Atagün.
Beratung bekommt der Gastronom insbesondere von seinem Sohn Alp (4). „Er macht hier auf Chef und sagt mir, was verbessert werden muss. Ich setze das dann immer um“, erzählt Familienvater Atagün und lacht.
Muhammed Babat, Mitarbeiter bei Kiwolu, schätzt die Zahl der Kinder, die wöchentlich zu Besuch kommen, auf etwa 100. Das Durchschnittsalter liege zwischen null und acht Jahren. „Es gibt viele Eltern, die immer wiederkommen“, erzählt Atagün stolz.