Verkostung von Kaffee der Zukunft in der Murnauer Kaffeerösterei

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Mit der Verkostung holte die Murnauer Kaffeerösterei die Forschung nach Deutschland und zeigte wie Zukunftskaffee schmeckt und welche Chancen sich für Farmer und Konsumenten eröffnen. Für Thomas Eckel, Röstmeister und Geschäftsführer der Murnauer Kaffeerösterei, ein Meilenstein. © Greenside

Die Zukunft des Kaffees steht unter Druck. Studien prognostizieren, dass die Arabica-Produktion bis 2050 um die Hälfte zurückgehen könnte. Nicht zuletzt darum steigen aktuell bereits die Kaffeepreise. Klimawandel, Krankheiten und extreme Wetterereignisse gefährden nicht nur den Genuss in unseren Tassen, sondern vor allem die Existenz von Millionen Kaffeebauern weltweit.

Murnau – Die Murnauer Kaffeerösterei engagiert sich seit Jahren für die Forschung an neuen, klimaresistenteren Kaffeesorten. Gemeinsam mit World Coffee Research (WCR) bringt sie dieses Thema nun direkt an die Öffentlichkeit: Ende September lud die Rösterei ins Kaffeehaus in Murnau zur Verkostung von Mustersorten aus Ruanda. Neben Thomas Eckel sprach auch Alexa Heinicke von World Coffee Research über die Bedeutung der Sortenentwicklung für die Zukunft des Kaffees.

Forschung erlebbar machen

Die neuen Kreuzungen vereinen Widerstandskraft mit erstklassigem Aroma. Erste Ergebnisse zeigen Erträge, die deutlich über klassischen Sorten liegen, und eine hohe Resistenz gegen Krankheiten wie Kaffeerost. Gleichzeitig bewegen sich die Aromen im Premiumsegment: rund, ausgewogen und mit einer klaren Süße

Verantwortung übernehmen

Für Thomas Eckel, Röstmeister und Geschäftsführer der Murnauer Kaffeerösterei, ist das ein Meilenstein: „Diese Sorten beweisen, dass Forschung nicht nur ein Thema für Labore ist, sondern für alle, die Kaffee lieben. Sie geben den Farmer Sicherheit und eröffnen Konsumenten neue Geschmackserlebnise. Forschung wird bei uns in Murnau in der Tasse erlebbar.“ Alexa Heinicke, World Coffee Research sagt dazu: „Wir stehen an einem Wendepunkt in der Kaffeeproduktion. Die neuen Sorten sind nicht nur ein wissenschaftlicher Fortschritt - sie sind ein Hoffnungsschimmer für Farmer weltweit.Dass wir diese Entwicklungen in Murnau präsentieren konnten, zeigt, wie eng Forschung und Praxis heute zusammenrücken.“

Warum engagiert sich eine kleine Rösterei aus Bayern in einem globalen Forschungsprojekt? Eckel erklärt: „Seit unserer Gründung pflegen wir direkte Beziehungen zu Kaffeebauernfamilien. Wir haben erlebt, wie Projekte für Qualität und nachhaltige Landwirtschaft entstehen. Daraus ist eine Partnerschaft gewachsen, die weit über den Handel hinausgeht. Es ist uns eine persönliche Herzensangelegenheit, die Farmer zu unterstützen – und zugleich Bewusstsein zu schaffen, dass Kaffee nicht einfach teurer wird, sondern an Wert gewinnt. Für die Produzenten, für die Umwelt und für alle, die ihn genießen.“

World Coffee Research – globale Initiative World Coffee Research wurde 2012 gegründet und ist heute das wichtigste internationale Forschungsnetzwerk im Kaffeesektor. In sieben Ländern laufen aktuell Feldversuche mit neuen Sorten, die den Anforderungen des Klimawandels standhalten sollen. Parallel wurde ein Programm zur Robusta-Züchtung gestartet. Ziel ist es, auch in Zukunft vielfältigen, hochwertigen Kaffee verfügbar zu machen und den Farmer ein stabiles Einkommen zu sichern.

Mit der Verkostung am 23. September brachte die Murnauer Kaffeerösterei diese Forschung nach Deutschland. Medienvertreter waren eingeladen, selbst zu erleben, wie die Kaffees der Zukunft schmecken und welche Chancen sie für Farmer und Konsumenten bieten.

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