„The Beast“-Bohrturm in Alaska stürzt plötzlich um: Video zeigt dramatischen Moment

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„The Beast“ ist die größte mobile Landohranlage in Alaska. Wie ein Spielzeug fällt der Monster-Stahlkoloss zu Boden. Das wirft Fragen auf.

Anchorage – Das etwa 5000 Tonnen schwere Gigant mit dem offziellen Namen Doyon 26 krachte am Freitagnachmittag (23. Januar) in Alaska zu Boden. „The Beast“ galt als technisches Wunderwerk in der Arktis, ein Symbol für Rekord-Ölbohrungen in Alaska. Innerhalb von Sekunden ist es damit vorbei.

Monster-Bohranlage „The Biest“ stürzt in Alaska um (Montage). © Doyon Drilling/ Screenshot Google Maps/Montage

Die Doyon 26, wie die Ölbohranlage offiziell heißt, gehört der Alaska Native Corporation Doyon Drilling und war für ConocoPhillips im Einsatz. Das Unglück ereignete sich gegen 16:40 Uhr (Ortszeit) bei dem Transport auf einer Schotterstraße, etwa 10 Kilometer nordwestlich des Inuit-Dorfes Nuiqsut.

„The Beast“ kippt plötzlich um – Video zeigt dramatischen Moment

Der 50-Meter hohe Turm von „The Beast“ leuchtet vor dem dunklen Himmel in einer weißen Schneelandschaft, wie in einem 30-Sekunden-Video zu sehen ist. Obwohl in den Aufnahmen die tatsächliche Größe schwer einzuschätzen ist, sind die Kontouren des Stahl-Giganten deutlich zu erkennen. Plötzlich kracht Doyon 26 um, und liegt im Schnee. Flammen schießen aus dem Wrack.

Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich zwei Arbeiter auf der Bohrinsel, die zusammen mit weiteren sechs Ersthelfern in einem nahegelegenen Krankenhaus behandelt und inzwischen wieder entlassen wurden, teilte das Betreiberunternehmen ConocoPhillips am Montag (26. Janaur) mit. „Der Verkehr fließt wieder normal, und es besteht weiterhin keine Gefahr für die lokale Infrastrunktur oder die umliegenden Gemeinden“, heißt es in dem Statement. Es klingt als sei in diesem Teil von Alaska alles wieder in Ordnung.

„Dieser Vorfall unterstreicht die Gefahren der Bohrungen in der Arktis, wo selbst moderne mobile Bohrinseln wie Doyon 26 mit extremen Wetterbedingungen zu kämpfen haben, und verdeutlicht die volatile Dynamik der Ölinfrastruktur in dieser Region“, schreibt Nutzer namens „Wheremehousekey“ auf der Plattform X zum Clip.

Bergungsteams haben noch keinen Zugang zum „The Biest“-Wrack

Das Alaska Department of Environmental Conservation (DEC) bestätigte Spuren einer Dieselverschmutzung nahe einem Nebenfluss des Colville River. Mehr als 15.100 Liter Diesel befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks an Bord des Bohrturms. Ob eine Umweltkatastrophe droht ist zunächst noch unklar. Bergungsteams können sich dem Wrack nicht nähern – zu groß ist die Gefahr, dass weitere Metallteile herabstürzen.

„Der Zugang ist aufgrund baulicher Gefahren derzeit noch eingeschränkt“, ist in einem ersten Unfall-Lagebericht zu lesen. „Ein Sicherheitsteam wurde entsandt, um die Bedenken zu prüfen“ Das betroffene Gebiet in einem wichtigen Lebensraums für Eisbären sowie Karibus, Polarfüchse, Moschusochesen und Schneehühner. Die Unfallursache ist zunächst unbekannt, so die Behörden.

Wetterlage in Alaska für Unglück verantwortlich?

Die 500 Einwohner von Nuiqsut erfuhren erst Stunden später von dem Unfall. Eine Bewohnerin beklagt sich über mangelnde Informationen bei knaba.org. Zudem weist sie auf Temperaturen zum Zeitpunkt des Unfalls hin. Es herrschten Werte rund um den Gefierpunkt.

„Das Wetter war sehr warm“, zitiert das Portal die Einwohnerin. „Ich weiß nicht, wohin die Bohrinsel unterwegs war. Falls sie sich auf dem Eis bewegte, war das keine gute Entscheidung.“

Inzwischen sind die Temperaturen in Alaska wieder extrem gefallen. Laut dem Bericht der Umweltbehörde wurden am Sonntag (25. Januar) etwa um minus neun Grad Celsius (-15˚F) gemessen, und am Montag (26. Januar) minus 32 Grad Celsius bis minus 34 Grad Celsius, bei leichtem Schneefall und Windchill-Temperaturen bis minus 51 Grad Celsius erwartet. Laut den einschlägigen Wetterportalen bleiben die Werte in den nächsten Tagen weit unter Null.

Gouverneur Mike Dunleavy zeigte sich kurz nach dem Unfall optimistisch. In einem Facebook-Post schreibt Dunleavy: „Bisher scheint es minimale Umweltschäden zu geben und keine Auswirkungen auf die Öl-Infrastruktur“

„Wir haben Glück, dass dies passiert ist, als alles gefroren war“, erklärt Umweltexpertin Kimberly Maher bei alaskanewssource.com. „Das wird hoffentlich die Ausbreitung der Kontamination minimieren, bis wir Pläne zur Beseitigung umsetzen können.“ (Quellen: dec.alaska.gov, north-slope.org, Anchorage Daily News, ConocoPhillips, knba.org) (ml)

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Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/welt/the-beast-bohrturm-in-alaska-stuerzt-ploetzlich-um-video-zeigt-dramatischen-moment-94141897.html