Nach Brand von Crans-Montana: „Anonymer Freund“ schickt Geld aus Dubai – Entscheidung löst Empörung aus

  1. Startseite
  2. Welt

Kommentare

Nach dem Brand von Crans-Montana wurde der Bar-Betreiber aus der Haft entlassen. Nun kommen neue Details zu der Zahlung der Kaution an die Öffentlichkeit.

Crans-Montana – Der Brand von Crans-Montana stürzte viele Menschen ins Unglück, noch immer ist unklar, wer für das Inferno am Neujahrsmorgen verantwortlich ist. Der Betreiber der Bar, Jacques Moretti, wurde nach kurzer Zeit in Untersuchungshaft wieder auf freien Fuß gelassen. Während sich Italien über diese Wende in den Ermittlungen empört, sickern neue Details ans Tageslicht. Laut einem Medienbericht habe ein „anonymer Freund“ den Morettis das nötige Geld für die Kaution überwiesen.

Auch Wochen nach dem Brand von Crans-Montana sorgt die Katastrophe für Entsetzen. Italien zeigt sich von einer Entscheidung der Schweiz tief empört. © Montage IMAGO / Bestimage und IMAGO / Bestimage

Mutmaßlich funkensprühende Partyfontänen haben das Inferno in der Bar Le Constellation im noblen Ski-Ort Crans-Montana in der Schweiz ausgelöst. In den frühen Morgenstunden des 1. Januar versuchten viele Besucher der Bar noch den Flammen zu entfliehen. Doch 40 überwiegend sehr junge Menschen kamen beim Brand oder in der Folge ums Leben. Darunter soll sich auch die junge Kellnerin befinden, die mutmaßlich unbewusst das Inferno ausgelöst hatte. 116 Menschen wurden durch das Feuer verletzt, dutzende liegen noch immer mit schweren Brandwunden in verschiedenen Kliniken in Europa.

Wer zahlte die Kaution für Bar-Betreiber Jacques Moretti?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung. Als einzige Beschuldigte führt sie bislang die Barbetreiber Jacques und Jessica Moretti. Während Jessica Moretti von Anfang an unter Auflagen auf freiem Fuß blieb, musste ihr Mann, Jacques Moretti, für kurze Zeit in Untersuchungshaft. Am Freitag (23. Januar) hatte ein Schweizer Gericht die Untersuchungshaft gegen Moretti aufgehoben. Er muss dafür seine Ausweis- und Aufenthaltsdokumente bei der Staatsanwaltschaft hinterlegen, darf nicht ausreisen, muss sich täglich bei einer Polizeidienststelle melden und eine Kaution hinterlegen. 

Wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Gericht berichtete, sei die Kaution von einem Freund des 49-Jährigen gezahlt worden. Es geht dabei um die Summe von 200.000 Schweizer Franken (rund 215.000 Euro). Die italienische Zeitung La Repubblica berichtet, bei dem mysteriösen Geschäftsmann handele es sich um einen „anonymen Freund“, genauer gesagt um einen Millionär aus Genf. Dieser habe die Summe von einem Bankkonto in Dubai überwiesen. Offiziell bestätigt wurde dies jedoch nicht.

Entscheidung aus der Schweiz löst Empörung in Italien aus

Die Entscheidung, Jacques Moretti aus der Untersuchungshaft zu entlassen, sorgte umgehend für Empörung in Italien. Laut Regierung stellt dies einen „schweren Affront“ und einen „weiteren Schmerz“ für die Familien der Opfer und die Verletzten dar. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Außenminister Antonio Tajani beorderten den italienischen Botschafter in der Schweiz zurück nach Rom, um „die weiteren zu ergreifenden Schritte festzulegen“, wie die Regierung mitteilte.

Die Anteilnahme nach dem Inferno in Crans-Montana ist in Italien riesig. Sechs italienische Teenager kamen bei dem verheerenden Brand ums Leben. Mehrere Bar-Besucher werden zudem mit schweren Brandwunden in Italien behandelt. Darunter ist auch eine junge Frau, die nun ihre Brandwunden der Öffentlichkeit zeigte. Eleonora wurde von ihrem Freund aus den Flammen gezogen. Und auch die 15-Jährige Elsa wurde bei dem Inferno schwer verletzt. (Quellen: dpa, AFP, La Repubblica) (jl)