„Einzigartiges Baudenkmal“: Bürgerstiftung ruft zu Spenden für Portiunkulakirche auf

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Himmlischer Anblick: die Mitte des 19. Jahrhunderts in diesem Stil ausgestaltete Kuppel der Portiunkulakirche in Miesbach. © Thomas Plettenberg

Unter Nachbarn hilft man sich – unter Freunden erst recht. So hält es auch die Bürgerstiftung Miesbach und ruft ihrerseits zu Spenden für die wegen gravierender Schäden gesperrte Portiunkulakirche auf.

Miesbach – Unter Nachbarn hilft man sich – unter Freunden erst recht. So war es auch für die Vertreter der Miesbacher Bürgerstiftung ein „gewaltiger Schock“, als sie von der umgehenden Schließung der Portiunkulakirche wegen gravierender Schäden in der Dachkonstruktion erfuhren. Genauso schnell klar war aber für Stiftungsratsvorsitzenden Ferdinand Huber, dass es sich hier „um ein einzigartiges Baudenkmal handelt, das unbedingt erhalten werden muss“.

Und das ist nicht nur ein emotionales Bekenntnis, sondern letztlich sogar ein schriftlich fixiertes Ziel, erklärt Huber. So habe die Bürgerstiftung die „Förderung der Nutzung und Erhaltung der Portiunkulakirche“ in ihrer Satzung verankert. Daher betrachte sie es in der momentanen Situation als ihre Aufgabe, die Pfarrei bei der Finanzierung der Reparaturkosten zu unterstützen. „Denn es wartet eine gewaltige Aufgabe.“ Wie berichtet, muss die Kirchenstiftung vor einer ersten Schätzung der notwendigen Mittel erst den Abschluss der umfassenden Schadenskartierung abwarten. Entsprechende Planungen zusammen mit dem Erzbischöflichen Ordinariat sind angelaufen.

Kosten für Sanierung aktuell noch offen

Huber ist bewusst, dass ein Spendenaufruf bei noch völlig unklarer Höhe der letztlich zu bewältigenden Summe vielleicht etwas verfrüht wirken mag. Und doch sei es den Miesbachern schon einmal gelungen, ein zunächst fast als unerreichbar wirkendes Projekt am Ende zum Erfolg zu führen: die Verhinderung der Bebauung der Klosterwiese vor 15 Jahren. Und auch die 1659 erbaute Kirche selbst sei schon mal durch engagierte Bürger gerettet worden: Nach ihrer Zweckentfremdung als Pferdestall durch französische Truppen sollte das Gotteshaus im Jahr 1809 im Zuge der Säkularisation wegen „Entbehrlichkeit“ abgerissen werden. Auf Drängen der Miesbacher habe die damalige Marktgemeinde die Portiunkulakirche dann erworben und sie somit vor der Zerstörung bewahrt.

Der Start eines wahrhaft goldenen Zeitalters, wie sich Mitte des 19. Jahrhunderts zeigen sollte. Wie Huber berichtet, wurde die Kuppel der Kirche dann im Zuge der damaligen Begeisterung für Mittelalter und Rittertum im neugotischen Stil mit dem eindrucksvollen Sternenhimmel ausgestaltet – „einzigartig in unserer Gegend“. Damit auch künftige Generationen diesen wahrhaft himmlischen Anblick genießen können, wolle die Bürgerstiftung mit ihrem Spendenaufruf schon jetzt ein Zeichen setzen – auch für andere mögliche Geldgeber.

Spenden

erbittet die Bürgerstiftung auf das bereits für diesen Zweck genutzte Konto der Kirchenstiftung Mariä Himmelfahrt mit der IBAN: DE08 7115 2570 0000 0212 79. 

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