Die 2017 verstorbene Bürgermeister-Witwe Eva Maier hat großen Anteil an der Eröffnung des Miesbacher Kinderhauses im alten Kloster. Die Bürgerstiftung erinnerte nun an ihr Wirken.
Miesbach – Sie führte im Juni 2010 den Demonstrationszug der Bürgerbewegung „Rettet unser Kloster“ an. Unzählige Miesbacher folgten Eva Maier, Witwe des früheren Bürgermeisters Gerhard Maier, auf ihrem Weg vom Marktplatz zur Portiunkulakirche. Zentrale Forderung an den Stadtrat: Verzicht auf den geplanten Abriss des Klostergebäudes und des alten Schulhauses für Wohnbebauung zugunsten der Einrichtung eines Kinderhauses im nach dem Auszug der Armen Schulschwestern leerstehenden historischen Gebäude.
Enormer Rückhalt aus Bevölkerung als Voraussetzung für Kloster-Erhalt
Als sich dieser Wunsch mit der Einweihung des „Haus für Kinder“ kürzlich erfüllt hatte, konnte die bereits 2017 verstorbene Eva Maier nicht mehr persönlich mit dabei sein. Umso wichtiger ist es Ferdinand Huber, dem Vorsitzenden des Stiftungsrats der aus der von Maier initiierten Bewegung hervorgegangenen Miesbacher Bürgerstiftung, nochmals an den großen Anteil der engagierten Kämpferin für den Erhalt des Klosters zu erinnern. Der daraus resultierende Rückhalt in der Bevölkerung habe schließlich dazu geführt, dass die Stadt den einen Teil des Grundstücks samt Gebäuden kaufte und die Bürgerstiftung dank eines enormen Spendenaufkommens die Wiese erwerben konnte. „Eva Maier hat damit maßgeblich zur Entwicklung beigetragen, deren Ergebnis uns bei der Eröffnung des Kinderhauses so fröhlich feiern ließ“, stellt Huber heraus. Und dass die Bürgerstiftung, wie Stiftungsvorsitzender Andreas Brünner bei der jüngsten Stifterversammlung ausführte, eines ihrer in der Satzung aus dem November 2010 festgelegten Ziele als erreicht abhaken kann.
Gutes Verhältnis zwischen Bürgerstiftung und Kinderhaus
Doch die Freude über das Kinderhaus endete nicht mit der Eröffnungsfeier. Laut Huber gebe es inzwischen einen „sehr freundschaftlichen Kontakt“ zwischen Bürgerstiftung und den Leiterinnen der Betreuungseinrichtung im alten Kloster. „Unser Angebot, dass die Kinder auch unseren Grund auf der Klosterwiese nutzen dürfen, wird gern angenommen.“ Ganz besonders rege und freudig, als Ende November der erste Schnee auf der Wiese zum Toben einlud.
Huber verschweigt aber nicht, dass die Verwirklichung des Kinderhauses gleichzeitig auch das vorläufige Aus für ein weiteres satzungsgemäßes Ziel der Bürgerstiftung bedeutet hat: die „Errichtung eines Regionalmuseums“. Umso wichtiger ist es dem Vorsitzenden des Stiftungsrates zu betonen, dass die Bürgerstiftung auch dieses Ziel weiter engagiert verfolgen werde. Nicht zuletzt die Aktiven des Miesbacher Museumsvereins dürften dies mit Wohlwollen aufnehmen.