Promi-Reiterin will bei Show in Schäftlarn das Publikum begeistern

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Kenzie Dysli im vergangenen Jahr bei den Fichtenhof Classics mit ihrem Partner Laury Tisseur und den Show-Hengsten. © Silvia&Franz Stoib

Kenzie Dysli, bekannt aus „Ostwind“ und TV-Sendung, ist am 6. September zu Gast bei der „AIL Galanacht der Pferde“ auf den Fichtenhof Classics in Neufahrn bei Schäftlarn. Im Interview verrät sie, woher ihre Leidenschaft für Pferde kommt.

Kenzie Dysli bezeichnet sich selbst als Pferdemensch mit Leib und Seele. Die 33-Jährige ist bekannt durch die Ostwind-Kinofime, bei denen ihre Pferde die tierischen Helden spielen, die VOX-Sendung „Die Pferdeprofis“, in der sie Besitzern und deren Pferden bei ihren Problemen half, und der Pferdeshow „Cavalluna – Welt der Fantasie“. Ihr ganzes Leben dreht sich um Pferde. Die Tiere bezeichnet sie selbst als ihre engsten Vertrauten, besten Freunde und die größten Lehrmeister. Einen Einblick in ihre Arbeit gibt sie am Samstag, 6. September, bei der „AIL Galanacht der Pferde“ auf den Fichtenhof Classics in Neufahrn bei Schäftlarn. Was die Besucher erwartet, woher ihre Leidenschaft für die Tiere kommt und was das Wesen Pferd so besonders macht, erzählt Kenzie Dysli im Interview.

Sie sind bekannt für Ihre Freiheitsdressur, doch was ist das eigentlich genau?

Freiheitsdressur bedeutet durch die eigene Körpersprache mit dem Pferd vom Boden aus zu kommunizieren. Dadurch kann man dann – mit der Zeit – eine gemeinsame Sprache entwickeln. Das Pferd reagiert auf bestimmte Signale mit bestimmten Bewegungen, sodass eine Art gemeinsamer Tanz entsteht. 

 Kann man das jedem Pferd beibringen? 

Ja, im Prinzip schon. Je nachdem welchen Charakter das Pferd hat oder welche Vorgeschichte, kann es länger dauern oder schneller gehen. 

 Was macht das Wesen Pferd so besonders für Sie?

Pferde sind faszinierende Wesen. Die Arbeit mit ihnen hält dir jeden Tag den Spiegel vor, an dem du wachsen und feilen kannst. Geduld, Gleichmut, Fairness, Selbstreflexion und Ausdauer sind Eigenschaften, die du in der Schule der Pferde lernst und die dich für dein ganzes Leben prägen. Diese Chance, mit den Pferden leben zu dürfen und das Wissen weiterzugeben, ist mein größter Antrieb.

Woher kommt Ihre Leidenschaft für Pferde? 

Mein Vater Jean Claude Dysli, gebürtiger Schweizer, entschied sich nach seiner Bauingenieursschule auszuwandern und wurde zum Westernreiter. Er lebte zehn Jahre in Amerika, wo er zum Cowboy ausgebildet wurde. In den 70er Jahren brachte er das Westernreiten nach Europa und gewann so große Aufmerksamkeit in der Pferdewelt. Meine Mutter Magda Dysli, gebürtig aus Ägypten, entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für Pferde und begann zu reiten, obwohl ihre Familie nie etwas mit Pferden zu tun hatte. Sie ritt Araber, bis sie meinen Vater kennenlernte. Durch ihn lernte sie das Westernreiten kennen. Im Laufe der Zeit mit meinem Vater und durch das Auswandern nach Andalusien entwickelte sich bei ihr die Liebe zu den spanischen Pferden und der Doma Vaquera. Somit gab es schon immer in unserer Familie verschiedene Reitweisen, die wir praktizierten und nach Bedarf miteinander kombinierten.

Was haben Ihnen Ihre Eltern, zwei Pferdemenschen, mitgegeben?

Der Satz meines Vaters, der eigentlich alles Wichtige für das Pferdetraining auf den Punkt brachte, war: „Feeling, Balance, Timing“. Man braucht Gefühl im Pferdetraining, man braucht die richtige Balance zwischen den Übungen und Pausen, und man braucht das richtige Timing, um einem Pferd etwas beizubringen. Geduld und Gleichmut sind Eigenschaften, die meine Eltern mich früh gelehrt haben und die für das Pferdetraining essenziell sind. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, eine Verbindung zum Pferd vom Boden aus aufzubauen, Vertrauen zu gewinnen, damit es später mit dir durch dick und dünn gehen kann und meine Körpersprache klar und deutlich zu benutzen, damit es keine Missverständnisse gibt. Außerdem habe ich gelernt, zuzuhören, die Pferde zu lesen und mit Ihnen zu kommunizieren. 

Wie viel Training steckt hinter einem Auftritt? 

Ich glaube, das ist gar nicht so leicht in Worte zu fassen. Es gibt natürlich einzig und allein die Konditionierung auf eine bestimmte Nummer, Musik und Reihenfolge. Aber was man hier oft vergisst, ist der Aufbau des Vertrauens, was wichtig ist, damit die noch so kleinste Show gut funktioniert. Das braucht Jahre und ein konstantes Training. Geduld und Empathie sind hier die größte Stärke. Dann kommen natürlich noch die ganzen Lektionen dazu, die das Pferd für eine Show können muss. Was völlig unterschätzt wird, ist jedoch die Tatsache, dass es ein riesiger Unterschied ist, ob ich zuhause etwas trainiere oder ob ich das Ganze in lauter Umgebung mit einer ungewohnten Lightshow und vielen Zuschauern durchführe. Ohne volles Vertrauen zwischen Trainer und Pferden geht hier nichts mehr. Kleinste Fehler können hier dieses Vertrauen zum Wanken bringen und schon ist das Gesamtbild ein anderes. 

Auf was können sich die Besucher der „AIL Galanacht der Pferde“ freuen?

Ich werde eine gerittene Freiheitsdressur zeigen, mit drei meiner Show-Hengste. Die zweite Nummer geht um den Tanz mit einem oder zwei Einhörnern, aber das bleibt noch eine Überraschung! 

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