Die Fahrrad- und Fußgängerbrücke über die A94 soll bis Ende 2026 fertig sein, wurde im Ferienausschuss bekannt.
Feldkirchen - Im Jahr 2018 präsentierte die Messe München erstmals im Feldkirchner Gemeinderat ihre Pläne für einen riesigen Bus- und Lkw-Parkplatz an der Münchner Straße, „Multifunktionsfläche“ genannt. Der Parkplatz ist zwar fertig, wurde zur Bauma im April bereits von Tausenden Autos, Bussen und Lkw genutzt. Doch die Gemeinde wartet bis heute auf die versprochen Rodelhügel sowie Brücken über die A94 und die Münchner Straße.
Offenes Tragwerk lädt zum Turnen ein
Bettina Selzer von der Abteilung Bau und Technik der Messe München war in den Gemeinderat gekommen, um über das weitere Vorgehen zu informieren. „Die ursprüngliche Planung der Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Autobahn war sehr ambitioniert. Bei der Detailplanung kam der Bauherr, die Autobahn GmbH, aber zum Ergebnis, dass man die Brücke so nicht bauen will“, sagte Selzer. Vor allem störte man sich an dem offenen Tragwerk, dies würde unter anderem dazu verleiten, am Rand der Brücke herumzuturnen oder sogar darauf zu fahren. „Daher wurde die Brücke jetzt umgeplant zu einer Standardbrücke, einer Plattenbalkenbrücke.“ Durch die Umplanungen liegen die tragenden Bauelemente der Brücke nicht mehr oberhalb, sondern unterhalb des Brückenüberbaus.
Zudem gibt es technische Änderungen am Brückenbauwerk: Die Anschlusspunkte der Brücke am Gelände liegen nun etwa 70 Zentimeter höher als festgesetzt. Die tatsächliche Brückenlänge beträgt nun 65,90 Meter, gut 50 Zentimeter mehr als geplant. Der Pflegeweg wird etwas weiter nach Süden versetzt. Die Breite der Brücke liegt mit 8,70 Metern etwas unter der festgesetzten Breite, das Längsgefälle wird leicht auf drei Prozent reduziert. Zudem soll laut Selzer die provisorische Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer, an die die Südumfahrung von Feldkirchen anknüpfen sollte, deutlich nach Westen verschoben werden. „Da sich die Planungen zur Südumfahrung verzögern, noch keine Aussage zum Anschluss an dieser Stelle getroffen werden kann, haben sich die Gemeinde Feldkirchen und die Messe München gegen die ursprüngliche Planung entschieden“, sagte Selzer. Ein aufwendiger vorübergehender Ausbau, der später wieder rückgebaut werden müsste, soll aus Gründen der Nachhaltigkeit vermieden werden. „Die Autobahndirektion hat bereits mit der Ausschreibung der Maßnahmen begonnen hat, da die Brücke über die A94 bis Ende 2026 fertig sein soll“, versprach Selzer.
Bei der Detailplanung kam der Bauherr, die Autobahn GmbH, aber zum Ergebnis, dass man die Brücke so nicht bauen will.
Verena Claudi-Weissig (SPD) fragte, wie die Bürger den geplanten Rodelhügel erreichen sollen ohne die Brücke über die Münchner Straße und ohne Querungshilfe. „Die müssen eben ein paar Meter weiter gehen, die bisherige Querungshilfe war nur als temporäres Provisorium vorgesehen“, sagte Selzer. Brigitte Pfaffinger (SPD) findet es zwar prinzipiell gut, dass 146 neue Bäume auf der Fläche geplant sind, „aber viele davon stehen auf dem Rodelhügel, das ist doch recht eigenartig?“
Da diese Fragen nicht das Thema des Ausschusses seien, unterband der Zweite Bürgermeister Herbert Vanvolsem (CSU) die Diskussion. „Heute geht es nur um die Änderungen an den Brücken.“ Diese wurden einstimmig genehmigt.