Merz tauscht seinen Büroleiter aus – Fingerzeig für neuen Fokus der Regierung?

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Nach nicht einmal einem Jahr als Bundeskanzler tauscht Friedrich Merz seinen Büroleiter aus. Der Wechsel dürfte auch ein Fingerzeig an den Fokus der Regierung sein.

Berlin – Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat überraschend seinen Büroleiter Jacob Schrot nach nur acht Monaten im Amt ausgetauscht. Der bisherige CDU-Bundesgeschäftsführer Philipp Birkenmaier soll die Position „zeitnah“ übernehmen, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU,3.v.r-r) spricht mit seinem Büroleiter Jacob Schrot
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU,3.v.r-r) spricht mit seinem Büroleiter Jacob Schrot. © Michael Kappeler/dpa

Der Personalwechsel deutet auch auf eine strategische Neuausrichtung im engsten Umfeld des Kanzlers hin. Merz will dem Vernehmen nach mit der Entscheidung die wirtschafts- und innenpolitische Kompetenz in seinem Team stärken. Der scheidende Büroleiter Schrot, ein außenpolitischer Experte, und der Kanzler trennten sich nach vier Jahren Zusammenarbeit – offiziell „im gegenseitigen Einvernehmen“. Die Bild-Zeitung berichtet, dass die Trennung auch deswegen zustande kam, weil Merz sich unzufrieden über das mangelnde Wirtschaftswissen in seinem direkten Umfeld gezeigt habe.

Kanzler Merz tauscht Büroleiter aus – mehr Fokus auf Wirtschaft

Birkenmaier hingegen bringt umfangreiche Erfahrung im Wirtschaftsbereich mit. Von 2007 bis 2012 arbeitete er bereits im Bundeskanzleramt, danach als Geschäftsführer des Parlamentskreises Mittelstand in der Unionsfraktion. Der ehemalige Wirtschaftsminister Peter Altmaier holte ihn 2019 in sein Ministerium. Nach dem Regierungswechsel verantwortete Birkenmaier ab 2022 gemeinsam mit CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann den Prozess für ein neues Grundsatzprogramm der Partei. Seit Juli 2024 fungiert er als Bundesgeschäftsführer der CDU.

Der 35-jährige Schrot galt als einer der engsten Vertrauten des Kanzlers und war bereits sein Büroleiter während Merz‘ Zeit als Fraktionschef. Zu seinen Hauptaufgaben im Kanzleramt zählte der Aufbau des neuen Nationalen Sicherheitsrats. Diese Aufgabe übernimmt künftig zunächst der außenpolitische Berater des Kanzlers, Günter Sautter.

„Nach intensiven zehn Jahren in der Bundespolitik möchte ich mich neuen beruflichen Herausforderungen stellen. Dem Bundeskanzler werde ich dabei persönlich eng verbunden bleiben“, erklärte Schrot zu seinem Ausscheiden. Merz dankte seinem scheidenden Büroleiter für dessen unermüdlichen Einsatz und die herausragende Unterstützung beim Start der neuen Regierung.

Schlechte Umfragen und niedriges Wachstum – Merz vor wegweisendem Jahr 2026

Das Jahr 2026 könnte für Merz und seine Regierung wegweisend werden. Das Kernziel der Regierung besteht darin, die deutsche Wirtschaft nach einer langen Schwächephase wieder anzukurbeln. Zudem hat Merz grundlegende Reformen der Sozialsysteme angekündigt, was zu Konflikten mit dem Koalitionspartner SPD führen könnte. In Umfragen wird die Arbeit der Regierung derzeit schlecht bewertet. (Quellen: dpa, Bild, eigene Recherchen) (fdu)

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