Brisant: Trump informierte offenbar Ölkonzerne vor Venezuela-Angriff – und jetzt droht nächstes Desaster

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Nach Maduros Sturz kündigt Donald Trump einen Neustart der Ölindustrie an. Vor der Attacke wurden offenbar Infos durchgestochen.

Caracas – Nach dem US-Angriff auf Venezuela und der Entmachtung von Präsident Nicolás Maduro verspricht US-Präsident Donald Trump eine bessere Zukunft: „Wir werden das Land mit einer Gruppe führen […] und wir werden die Öl-Infrastruktur wiederaufbauen“, sagte er in einer Pressekonferenz. Wie das konkret aussehen wird, war zunächst nicht klar. Nur so viel: „Wir werden unsere sehr großen US-Ölkonzerne, die größten der Welt, dorthin schicken, Milliarden von Dollar investieren, die marode Ölinfrastruktur reparieren und damit anfangen, Geld für das Land zu verdienen“, sagte Trump am Samstag (3. Januar) weiter.

Nach Maduros Festnahme verspricht Trump, Venezuelas Ölindustrie zu „reparieren“. (Collage) © Alex Brandon/Javier Campos/dpa

Damit stellte der US-Präsident in Aussicht, dass dieses Vorgehen den USA aber auch Venezuela erheblichen Wohlstand bringen werde. Das lateinamerikanische Land hat zwar die größten Öl-Vorkommnisse der Welt, doch die Produktion liegt weit zurück. Aktuell fördert Venezuela rund eine Million Barrel Öl pro Tag – weniger als halb so viel wie vor zehn Jahren. Zum Vergleich: Die USA kommen täglich laut US-Energiebehörde EIA auf 13 Millionen Barrel. Trotz der markigen Versprechen des US-Präsidenten zeigen sich Ölkonzerne derzeit zurückhaltend. Laut Experten ist der Aufbau der Ölindustrie ein langer Weg.

Denn die Infrastruktur ist in schlechtem Zustand, die Förderung des schweren Öls ist teuer, die Rohölpreise aber nicht so hoch, dass sich eine solche Investition lohnen würde. Branchenanalysten sehen vor allem die politische Unsicherheit als Hürde. „Das Ganze wirft mehr Fragen als Antworten zur künftigen politischen Lage in Venezuela auf“, sagte Clayton Seigle vom Center for Strategic and International Studies zu CNN. Unternehmen warten derzeit also ab, ob sich die Lage stabilisiert und ob verlässliche Vertragsbedingungen geschaffen werden.

Teurer Neustart: Weshalb Venezuelas Ölindustrie ausländische Hilfe braucht

Chevron ist aktuell aufgrund einer Sonderlizenz das einzige große US-Unternehmen, das in Venezuela aktiv ist und Schweröl fördert. Laut Francisco Monaldi vom Baker Institute in Houston könnte der Konzern daher am schnellsten von einer Ausweitung der Ölproduktion profitieren, wie Reuters berichtete. Doch die Investitionen sind teuer. Nach Einschätzung der Denkfabrik Energy Aspects wären rund zehn Milliarden US-Dollar nötig, um Venezuelas tägliche Ölproduktion um 500.000 Barrel und damit um 50 Prozent zu steigern, wie Analysten laut New York Times sagten. Dem staatlichen Ölkonzern PDVSA selbst fehlen Experten zufolge Kapital und Know-how, um die Produktion zu steigern.

Ölindustrie in Venezuela

Venezuela ist zusammen mit Iran, Irak, Kuwait und Saudi-Arabien Gründungsmitglied der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). In den 1920ern wurden die ersten Erdölfelder entdeckt, lange war das lateinamerikanische Land einer der wichtigsten Öllieferanten der USA. Präsident Hugo Chávez verstaatlichte die Ölindustrie und enteignete ausländische Firmen, was zu einem Bruch mit Washington führte. Bis zur Verstaatlichung hatten Exxon Mobil und ConocoPhillips früher ebenfalls Projekte in Venezuela.

Die Ölfelder leiden laut einer aktuellen Studie von Energy Aspects unter „jahrelangen unzureichenden Bohrungen, maroder Infrastruktur, häufigen Stromausfällen und Diebstahl von Ausrüstung“. Doch es gibt eine Chance: „Wenn Trump und seine Mitstreiter einen friedlichen Übergang mit wenig Widerstand herbeiführen können, dann wird es in fünf bis sieben Jahren einen deutlichen Anstieg der Ölproduktion geben, da die Infrastruktur repariert und Investitionen geregelt werden“, sagte der Experte Thomas O‘Donnell gegenüber Reuters. Ein verpatzter politischer Übergang könne aber zu jahrelangem Widerstand führen, etwa von Guerillagruppen, so der Experte weiter.

US-Militäreinsatz in Venezuela: Trump informierte offenbar Ölkonzerne, aber nicht den US-Kongress

Indes sorgt der Militäreinsatz nicht nur in Venezuela, sondern auch in den USA selbst für politische Wellen: Führende US-Demokraten werfen der Trump-Regierung vor, den US-Kongress über Pläne für einen Militäreinsatz in Venezuela belogen zu haben. „Sie haben uns eiskalt ins Gesicht gelogen“, sagte Chris Murphy, US-Senator aus Connecticut, am Sonntag wie der Guardian berichtete. Es würde nicht um einen Regimewechsel gehen, sondern um Drogenbekämpfung, habe es geheißen. „Dieser Regierung kann man in keiner Weise vertrauen“, so Murphy laut CNN.

Besonders brisant: Die Ölkonzerne hatte Trump offenbar vorher informiert. Auf Nachfrage eines Reporters gab der US-Präsident an, „mit allen“ Öl-Unternehmen gesprochen zu haben und ergänzte auf den US-Militäreinsatz bezogen: „Davor und danach. [...] Sie wollen reingehen und sie werden einen großartigen Job für die Venezolaner machen“, zitiert Newsweek den US-Präsidenten. „Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie wahnsinnig das ist“, kommentierte der demokratische Abgeordnete Fred Wellman das auf der Plattform X. „Er hat den Kongress nicht informiert, sagt aber, dass er die Ölkonzerne informiert hat.“ (Quellen: dpa, AFP, Reuters, Newsweek, New York Times, CNN, Guardian) (bme)

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/politik/venezuela-oel-warum-der-trump-milliarden-plan-misslingen-koennte-94109589.html