Der Vize will Erster werden: Lindmair fordert Bürgermeister Mehner heraus

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Michael Lindmair will es noch einmal versuchen. © arp

Michael Lindmair kandidiert erneut als Bürgermeisterkandidat in Tölz. Die FWG nominierte den 48-Jährigen mit großer Mehrheit zum Listenführer.

Bad Tölz – „Wir haben in den vergangenen Jahren gut zusammengearbeitet und an vielen Dingen mitgewirkt“, sagte Michael Lindmair bei der Nominierungsversammlung der Tölzer FWG. Der 48-jährige Vize will zum zweiten Mal ganz nach oben und die Nummer eins im Rathaus werden. 35 von 36 Wahlberechtigten stimmten für ihn als Bürgermeisterkandidat sowie Listenführer.

Freie Wähler „erfrischend anders“

Die sechsköpfige FWG-Fraktion sei ein stabiler Partner gewesen, blickte Lindmair zurück. Manchmal verlässlicher als die Fraktion des Bürgermeisters selbst, sandte der 48-Jährige einen kleinen Giftpfeil an die Adresse der CSU. Man folge aber keiner Parteilinie und sei „erfrischend anders“. Die zukünftige politische Arbeit werde bei einer schlechteren Haushaltslage auf allen Ebenen nicht leichter. Gleichzeitig dauere die Umsetzung von Projekten immer länger. Lindmair appellierte an die Gesellschaft, eine Fehlerkultur, wie sie in großen Firmen selbstverständlich sei, zu entwickeln. Dazu brauche es Mut.

Kommunikation mit Tölzer Unternehmen verbessern

Und was hat er sich für Tölz vorgenommen? Den Mittelstand weiter zu fördern. Zum Beispiel, indem man auf städtischen Flächen das Gewerbegebiet Farchet erweitert. Das Interesse sei da, so Lindmair. Die Kommunikation mit den Tölzer Unternehmen müsse verbessert werden. Da habe die Tölzer Wirtschaftsförderung schon viel geleistet. „Aber die braucht Verstärkung. Da ist schon noch Luft nach oben.“ Thema Kultur: Mit dem Kurhaus habe man einen einzigartigen Seidl-Bau, dessen Erweiterung geplant sei, sagte Lindmair. „Schade, dass wir das in den vergangenen fünf Jahren nicht geschafft haben. Das müssen wir priorisieren.“

Wohnungsbau „geht zu langsam“

Das Zukunftsthema Wohnen will ein Bürgermeister Lindmair vorantreiben. „Das geht zu langsam.“ Lindmair nannte das Beispiel Lettenholz und General-Patton-Straße. Wenn die Nordspange erst fertig sei, entstehe dort ein neuer Stadtteil. „Wir müssen jetzt mit den Vorplanungen anfangen und vor allem mit den Leuten dort oben reden.“

Ludwig Schmid: „Nicht nur wuiseln“

Auch Ludwig Schmid stellte sich den Tölzer FWGlern vor: als Landratskandidat der Freien Wähler. Über politische Inhalte und Ziele sagte der Geretsrieder nichts, außer, dass „man nicht nur wuiseln darf, sondern aktiv was tun muss“. Der 48-jährige Bäcker und Lebensmitteltechnologe in einem Betrieb mit 45 Mitarbeitern wählte den persönlichen Ansatz und erzählte launig über seine vielfältigen Beziehungen in den Südlandkreis. Dass etwa die Uroma aus Lenggries die erste war, die ein Floß nach München steuerte. Er habe das Skifahren am Brauneck gelernt und beim Eishockeyspielen im alten Eisstadion an der Peter-Freisl-Straße seine erste Strafzeit bekommen.

Landratskandidatur „ehrenvolle Aufgabe“

Mit seinem Vorgänger Niedermaier verbinde ihn nicht nur das Bäckerhandwerk, eine derzeit ziemlich heisere Stimme sowie die Mitgliedschaft in der Tölzer Stadtkapelle (ebenfalls als Klarinettist). Nicht nur wegen der freundlichen Aufnahme in das traditionsreiche Ensemble sei er von den Tölzern „begeistert“. Die Landratskandidatur habe er sich nicht ausgesucht, sondern man habe ihn gefragt. Das empfinde er als „ehrenvolle Aufgabe“.