Ein E-Auto verunglückte bei einem Überholmanöver in Schwerte (NRW) und fing Feuer. Drei Menschen kamen ums Leben – darunter zwei Kinder.
Update vom 8. September, 12.33 Uhr: Die Kreispolizeibehörde Unna hat nun weitere Details zu dem schrecklichen Unfall bekanntgegeben, der sich am Sonntagnachmittag in Schwerte ereignet hat. So habe sich neben den zwei verstorbenen neunjährigen Kindern und dem ebenfalls verstorbenen 43-jährigen Fahrer noch ein weiteres neunjähriges Kind in dem Elektroauto befunden. Dieses konnte sich allerdings selbstständig aus dem brennenden Fahrzeug befreien. Es wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.
Neue Details zum schreckliche Unfall in Schwerte
Zum Unfallhergang ist mittlerweile folgendes bekannt: Der Tesla war auf der Rote-Haus-Straße hinter einem VW-Passat unterwegs, der von einem 57-Jährigen aus Schwerte gesteuert wurde. Vor diesem fuhr ein 61-jähriger Mann mit einem Skoda. Laut Zeugen soll der Tesla auf gerade Strecke zum Überholen der beiden anderen Wagen angesetzt haben. Dabei kam das E-Auto ins Schleudern und prallte gegen einen Baum, der rechts neben der Fahrbahn stand.
[Erstmeldung] Schwerte – In Schwerte im Kreis Unna hat sich am Sonntagnachmittag, 7. September, ein schrecklicher Unfall ereignet. Um 14.05 Uhr wurde der Polizei ein Unfall an der Rote-Haus-Straße gemeldet. Dort müssen sich dramatische Szenen abgespielt haben. Wie unser Reporter vor Ort berichtet, waren drei Autos an dem Unfall beteiligt. Eines davon ist in Folge einer Kollision offenbar vor einen Baum am Straßenrand geprallt und in Flammen geraten. Augenzeugen zufolge soll es sich um ein Elektroauto der Marke Tesla handeln.
Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren mit starken Kräften im Einsatz, darunter auch zwei Hubschrauber. Für die Insassen des brennenden Wagens kam jedoch jede Hilfe zu spät – sie starben noch an der Unfallstelle. „Der Fahrer des E-Autos wollte eine Kolonne überholen und ist aus bislang ungeklärten Gründen von der Fahrbahn abgekommen“, sagt Bernd Pentrop, Sprecher der Kreispolizeibehörde Unna, im Gespräch mit wa.de. Das Auto prallte gegen den Baum. „Dort geriet es tragischerweise in Brand und es sind drei Personen – darunter ein Mann und zwei Kinder – in dem Auto verbrannt“, sagte er.
Elektroauto in Flammen – Feuerwehr vor Herausforderungen
Derzeit ist immer noch vieles unklar. Ob es weitere verletzte Personen gibt und wie schwer diese verletzt sind, das konnte die Polizei noch nicht sagen. Sprecher Bernd Pentrop verwies auf eine offizielle Mitteilung – ob diese noch am Sonntag erscheint, ist unklar. Zu viele Fragen rund um den tragischen Unfall sind offenbar noch nicht geklärt.
Noch Stunden nach dem Einsatz ist die Straße in Schwerte gesperrt, die Bergungsarbeiten gestalten sich als schwierig. Das Autowrack im Straßengraben flammt offenbar immer wieder auf – das ist bei brennenden E-Autos häufiger der Fall und macht Einsätze dieser Art besonders tückisch für die Rettungskräfte.
Brennende Elektrofahrzeuge stellen die Feuerwehr vor erhebliche Herausforderungen, die sich grundlegend von herkömmlichen Fahrzeugbränden unterscheiden. Die Lithium-Ionen-Batterien können bei Beschädigung in einen sogenannten „thermal runaway“ geraten – eine sich selbst verstärkende Kettenreaktion, bei der die Batterie extrem hohe Temperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius erreicht und dabei giftige Gase wie Fluorwasserstoff freisetzt. Während ein „normaler“ Pkw-Brand mit etwa 1.500 Litern Wasser gelöscht werden kann, benötigen E-Autos oft das Zehn- bis Zwanzigfache an Löschwasser – teilweise über 20.000 Liter – da die Batterie kontinuierlich gekühlt werden muss. Besonders tückisch: Selbst nach dem vermeintlichen Löschen können die Batteriezellen stunden- oder sogar tagelang wieder aufglühen.