Ein zuckendes Auge kann lästig sein, ist aber meist harmlos. Doch in einigen Fällen kann sich eine ernstzunehmende Erkrankung dahinter verbergen.
Frankfurt – Es fängt scheinbar ohne Grund an: Ein unkontrolliertes Zucken des Augenlids. In der medizinischen Fachwelt wird auch von „Faszikulation“ gesprochen, also unwillkürlichen Zuckungen von Muskeln. In der Regel ist das Phänomen schmerzfrei und auch schnell wieder weg. Bei einigen kann das zuckende Auge aber ein Warnzeichen sein.
Diese Symptome gehen mit einem zuckenden Auge einher
Oft ist ein zuckendes Lid eine Reaktion auf stressige Situationen. Für Außenstehende ist es oft gar nicht sichtbar oder lediglich als leichtes Zittern wahrnehmbar. Die Dauer der Zuckungen kann variieren, von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Tagen, wie die Praxis Augenärzte Bern auf ihrer Webseite erklärt. Normalerweise bedarf es dabei keiner spezifischen Behandlung.
Diese Symptome können in Zusammenhang mit einem zuckenden Auge auftreten:
- Starkes Zwinkern
- Trockene Augen
- Lichtempfindlichkeit
„Das Zucken tritt in der Regel vorübergehend auf. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Nervosität, Überreizung, Stress, Schlafmangel oder eine Entzündung der Bindehaut“, sagte Augenarzt Gisbert Richard der Apotheken Umschau. Aber auch ein Mangel an Nährstoffen wie Magnesium sowie der Konsum von Alkohol, Koffein oder Nikotin können die Muskelzuckungen begünstigen.
Zuckendes Auge kann Warnsignal für bestimmte Erkrankungen sein
Ein zuckendes Auge kann jedoch auch ein Hinweis auf ernsthafte Erkrankungen sein. Laut der Praxis Augenärzte Bern kann das Lidzucken beispielsweise bei Schilddrüsenüberfunktionen auftreten, oft in Verbindung mit Augenschmerzen, hervorstehenden oder trockenen Augen. Auch neurologische Störungen, Multiple Sklerose (MS) oder Bluthochdruck können sich in Augenzuckungen äußern. Bei MS sind Muskelzuckungen oft ein erstes Symptom, so das Infoportal trotz-ms.de.
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Besonders gefährlich wird es bei einem sogenannten Lidkrampf (Blepharospasmus). „In seltenen Fällen kommt es zu einem Krampf des ringförmig angelegten Muskels, der für den Lidschluss verantwortlich ist. Ein starker Krampf kann eine Sehbehinderung zur Folge haben“, erklärte Richard der Apotheken Umschau. Obwohl dies äußerst selten ist, können Betroffene in schweren Fällen das Auge nicht mehr öffnen. Die Ursachen sind meist unbekannt, so das Medizinportal MSD Manual. Im Gegensatz zum zuckenden Auge ist der Lidkrampf für andere jedoch gut sichtbar.
Grundsätzlich sind die meisten Augenzuckungen aber harmlos und verschwinden von selbst. Wer häufig damit zu kämpfen hat, sollte den Konsum von Alkohol, Nikotin oder Koffein reduzieren. Es ist auch ratsam, auf eine magnesiumreiche Ernährung zu achten und bei der Arbeit am Bildschirm regelmäßig kurze Pausen einzulegen. Halten die Zuckungen aber über einen längeren Zeitraum an, treten besonders häufig oder mit anderen Symptomen wie Schmerzen auf, sollte eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden. Bei bestimmten Krankheitssymptomen im Auge sollte ohnehin ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Derweil zeigt eine Studie, dass immer mehr Menschen kurzsichtig werden. (kas)
Die in diesem Artikel genannten Informationen ersetzen nicht den Gang zu einem Arzt oder einer Ärztin. Nur Fachleute können die richtige Diagnose erstellen und eine geeignete Therapie einleiten. Die Einnahme von Medikamenten oder auch Nahrungsergänzungsmitteln sollte vorher mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden.