Wachsende Weltkriegssorge im Westen: Jeder Dritte erwartet Nuklearwaffen-Einsatz bis 2031

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Die Sorge vor einem globalen Krieg wächst, wie eine aktuelle Umfrage in den USA, Kanada, Großbritannien, und Frankreich zeigt. In Deutschland sieht es anders aus.

Berlin – Ukraine-Krieg, Iran-Konflikt, die Krise in den transatlantischen Beziehungen: Die Weltordnung ist im Umbruch. In westlichen Ländern wächst vor diesem Hintergrund auch die Sorge vor einem weiteren Weltkrieg. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von „The Politico Poll“ und „Public First“. In den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Deutschland glaubt eine Mehrheit der Befragten, in einer gefährlicher werdenden Welt zu leben, schreibt Politico über die Ergebnisse der aktuellen Befragung.

Ein französisches Besatzungsmitglied läuft an Rafale-Kampfjets auf dem französischen Atomflugzeugträger Charles de Gaulle vorbei.
Ein französisches Besatzungsmitglied läuft an Rafale-Kampfjets auf dem französischen Atomflugzeugträger Charles de Gaulle vorbei. © Petros Karadjias/AP/dpa

Im Vergleich zu einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „Public First“ von März 2025 ist die Sorge vor einem globalen Krieg in den kommenden fünf Jahren in fast allen Ländern gewachsen. Während in den USA im Jahr 2025 noch 38 Prozent der Befragten angaben, den Ausbruch eines solchen Krieges für wahrscheinlich zu halten, sind es 2026 46 Prozent. In Großbritannien wuchs die Sorge von 30 auf 43 Prozent, in Frankreich von 32 auf 43 Prozent.

Sorge vor einem globalen Krieg: Umfrage zeigt Rückgang in Deutschland

In Deutschland sieht es anders aus: Während im Jahr 2025 25 Prozent der Befragten es für wahrscheinlich hielten, dass in den kommenden fünf Jahren ein Weltkrieg ausbrechen könnte, sind es in der aktuellen Umfrage noch 23 Prozent. 40 Prozent halten den Ausbruch eines solchen Krieges für unwahrscheinlich – sechs Prozentpunkte mehr als noch 2025.

In den USA, Großbritannien und Frankreich hat die Zahl derer, die den Ausbruch eines globalen Krieges in den kommenden fünf Jahren für unwahrscheinlich halten, hingegen abgenommen: In den USA von 31 auf 25, in Großbritannien von 33 auf 30, in Frankreich von 29 auf 21 Prozent. „Die veränderte Einstellung der westlichen Öffentlichkeit innerhalb eines Jahres spiegelt eine dramatische Entwicklung hin zu einer unsichereren Welt wider, in der Krieg als wahrscheinlich angesehen wird und Allianzen instabil sind“, sagte Seb Wride, Leiter der Meinungsforschung bei Public First, gegenüber Politico.

Die Umfrage wurde vom 6. bis 9. Februar von Public First durchgeführt. Das Institut befragte 10.289 Erwachsene online – darunter jeweils mindestens 2.000 Befragte aus den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die Gesamtfehlerquote beträgt ± 2 Prozentpunkte für jedes Land.

Umfrage in Deutschland: Mehrheit sieht Trumps USA als Gefahr für den Weltfrieden

Als größte Bedrohung für den Frieden in Europa wird laut Umfrage Russland angesehen - in Kanada sind es demnach die USA unter Donald Trump, die als größte Gefahr für die Sicherheit gewertet werden. Dass sich jedoch auch in Deutschland der Blick auf die USA deutlich verändert hat, zeigte zuletzt eine repräsentative Befragung durch das Allensbach-Institut im Auftrag des Centrums für Strategie und Höhere Führung.

65 Prozent der Deutschen glauben demnach, dass von den USA in den kommenden Jahren wohl die größte Gefahr für den Weltfrieden ausgehen wird. Im vergangenen Jahr waren noch 46 Prozent dieser Ansicht. Und auch an der Unterstützung durch die USA im Falle eines Krieges wachsen Zweifel: Nur 32 Prozent gehen demnach davon aus, dass Trumps USA einem angegriffenen europäischen Partner militärisch zu Hilfe kommen würden. 35 Prozent sind da skeptisch, die übrigen 33 Prozent konnten sich nicht entscheiden.

USA Großbritannien, Frankreich und Kanada: Jeder Dritte hält Atomwaffen-Einsatz für wahrscheinlich

Die Politico-Umfrage von Anfang Februar gibt darüber hinaus einen Einblick in die Sorge vor einem Nuklearwaffen-Einsatz: In den USA, Großbritannien, Frankreich und Kanada glaubt demnach mindestens jeder Dritte, dass in den nächsten fünf Jahren wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich Atomwaffen in einem Krieg eingesetzt werden.

In Europa rückte jüngst angesichts der Krise der transatlantischen Beziehungen abermals die Frage nach einem eigenen nuklearen Schutzschirm in den Fokus. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte vor Jahren einen europäischen nuklearen Schutzschirm vorgeschlagen: Im Jahr 2020 während Trumps erster Amtszeit. Bei der damaligen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stieß er aber auf genauso wenig Resonanz wie bei ihrem Nachfolger Olaf Scholz (SPD). Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich dagegen bereits im Wahlkampf zu Gesprächen darüber bereit erklärt. Zum Auftakt der Münchner Sicherheitskonferenz bestätigte Merz Gespräche mit Macron „über europäische nukleare Abschreckung“. (Quelle: Politico, dpa) (pav)

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