Eine Heimat für psychisch Kranke: „Geht über normales Engagement hinaus“

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Stolz auf 25 Jahre Haus Rosenwinkel: (v. li.) Angela Niepel (Teamleitung), Elisabeth Laggerbauer (Einrichtungsleitung), Dr. Arnold Torhorst (Vorstand ReAL-Verbund), Antje Schräml (Bereichsleitung stationäre und ambulante Reha) und Eva-Marie Torhorst (Geschäftsführung). © Arndt Pröhl

Seit 25 Jahren bietet das Haus Rosenwinkel in Bad Tölz betreutes Wohnen für Menschen mit psychischer Erkrankung an. Nun feierte das Haus Jubiläum.

Bad Tölz – „ReAL“ setzt sich seit 1995 für psychisch kranke Menschen in der Region ein. Heuer ist ein großes Jubiläumsjahr für den Verbund: Zum einen feierte das Unternehmen im Sommer sein 30-jähriges Bestehen. Das Haus Rosenwinkel, das zu „ReAL“ gehört, gibt es seit einem Vierteljahrhundert. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Hauses fand am Montag eine Feierstunde mit Bewohnern, Angehörigen, Kooperationspartnern und Mitarbeitern statt.

25 Jahre Haus Rosenwinkel, ReAL. V.l.: Jonas Minow (Bewohner), Marina Lävemann (Bewohnerin), Stephanie Haimerl (Kunsttherapeutin) und Peter Haderer (Sozialpädagoge) (Foto: Arndt Pröhl)
Zusammen kreativ: Jonas Minow (Bewohner), Marina Lävemann (Bewohnerin), Stephanie Haimerl (Kunsttherapeutin) und Peter Haderer (Sozialpädagoge) malen an dem Gemeinschaftsbild. © Arndt Pröhl

Gründervater ist Dr. Arnold Torhorst. Seit er 1968 nach Bad Tölz kam, setzt er sich für die Belange, richtigen Angebote sowie Inklusion psychisch Erkrankter ein. Dazu gehört auch das Haus Rosenwinkel, in dem hochchronifizierte psychisch kranke Menschen, die im Alltag auf Unterstützung angewiesen sind, betreut wohnen können. Das Wohnangebot sei eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zu dem Angebot von „ReAL“ im alten Tölzer Krankenhaus. Hier ist die „ReAL“-Anlaufstelle für Rehabilitationsmaßnahmen beheimatet.

Lange Suche nach Standort

Um einen passenden Standort für das betreute Wohnen zu finden, habe er lange gesucht und gekämpft, sagte Torhorst in einer Ansprache bei den Feierlichkeiten im Garten des „Rosenwinkel“. Mit Erfolg. Seit 25 Jahren bietet „ReAL“ hier 54 Menschen ein Zuhause. „Und das auf unbegrenzte Zeit“, wie Torhorst betont. „Ein großes Problem ist, dass viele psychiatrische Einrichtungen nur für Patientenaufnahmen auf begrenzte Zeitspannen eingerichtet sind.“ „ReAL“ kooperiere für die medizinische Versorgung im Haus Rosenwinkel mit der Klinik in Agatharied.

Der Bewohner, der die längste Zeit im Haus Rosenwinkel lebt, ist in der Tölzer Einrichtung bereits seit 15 Jahren. „Unsere Klientel ist dabei total gemischt, wir haben Männer und Frauen hier im Alter zwischen 20 und 80 Jahren“, erklärt Einrichtungsleiterin Elisabeth Laggerbauer. Laut Torhorst fällt auf, dass die Patientenklientel in den vergangenen Jahren jünger geworden ist. Ein Betreuungsteam im Haus biete neben der medizinischen Versorgung eine individuelle Betreuung und Beschäftigung für die Bewohner. „Das geht von kleineren arbeitsähnlichen Tätigkeiten, über Musik- oder Kunstgruppen“, so Laggerbauer.

Stadt Bad Tölz würdigt Engagement

Auch die Stadt Bad Tölz würdigte die Arbeit der Unternehmerfamilie Torhorst. Arnold Torhorsts Tochter Eva-Maria Torhorst ist seit 2017 in der Unternehmensleitung aktiv. „ReAL ist eine tragende Säule und ein starker Partner in allen Fragen rund um Inklusion“, sagte Zweiter Bürgermeister Michael Lindmair. „Das Engagement für psychisch kranke Menschen, das die Familie an den Tag legt, geht über das normale Engagement eines Unternehmens hinaus“, zollte er Anerkennung.

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Bei der gemeinsamen Feier brachten sich auch viele Bewohner tatkräftig mit ein. Während die einen sich um die Verköstigung der Gäste mit einem Fyling-Buffet kümmerten, sorgten andere an Schlagzeug und Gitarre für die musikalische Untermalung der Veranstaltung. Überdies beteiligten sich viele an dem Kreativangebot „Rosenwinkel – unser Haus blüht“. Auf einer großen Leinwand gestalteten alle gemeinsam eine blühende Gartenlandschaft – als Erinnerung an das besondere Jubiläum.