In Südtirol droht der Zoggler Stausee bald gänzlich brachzuliegen: Durch ein Leck treten 15.000 Liter Wasser pro Sekunde aus. Bürgermeister äußert sich.
St. Walburg, Italien – Der Zoggler Stausee (italienisch: Lago di Zoccolo) in Südtirol verliert massiv Wasser. Das berichtet das südtiroler Nachrichtenportal Rainews.it. Mittlerweile ist der Wasserspiegel des Sees um bereits 13,5 Meter abgesunken. Die Ursache für das Entrinnen des Wassers sei demnach zunächst ein Leck unterhalb der Staumauer gewesen.
Allerdings habe man seit dessen Entdeckung das Ablassen des Wassers mit Absicht weiter vorangetrieben. Der Betreiber des Stausees, die Energiegesellschaft Alperia, teilte mit, dass sich das Leck in einem Ablassstollen unterhalb der Staumauer befindet. Um an diesen zu gelangen und den Schaden zu beheben, müsse zunächst kontrolliert weiteres Wasser aus dem Südtiroler Stausee abgelassen werden. Denn das Leck liege rund 80 Meter unter dem Wasserspiegel.
Stausee in Südtirol läuft aus – Betreiber muss zunächst weiteres Wasser ablassen
„Man muss zu dieser Schieberkammer hinkommen. Das bedeutet, dass man diese erstmal wasserfrei bekommen muss“, so Jürgen Schäfer vom Amt für Hydrologie und Stauanlagen gegenüber Rainews.it. Das sei nun der nächste Schritt. Sobald dieser durchgeführt sei, könne erst die eigentliche Schadensursache festgestellt werden.
Südtiroler Stausee-Leck: Lieber „Wüstenlandschaft“ als Gefahr für das Ultental
Damit werde laut Rainews.it auch immer wahrscheinlicher, dass der Zoggler Stausee völlig entleert werden muss. 15.000 Liter Wasser schießen demnach pro Sekunde bereits aus dem defekten Stollen. Der Wasserspiegel des Sees sinkt um etwa eineinhalb Meter pro Tag. Gerade jetzt ist der Stausee gut gefüllt, erklärt Luis Amort, Alperia-Generaldirektor, denn die Schneeschmelze habe gerade eingesetzt.
Sollte weiterhin so viel Wasser austreten, wäre der Südtiroler See laut Schäfer in etwa drei Wochen leer. Doch der Ultener Bürgermeister Stefan Schwarz befindet: „Uns ist lieber, wir haben einen ausgetrockneten See, der aussieht wie eine Wüstenlandschaft als einen See voll Wasser, der eine Gefahr für uns ist.“
Laut dem Expertenrat ist die Lage rund um den Wasseraustritt jedoch stabil und werde auch weiterhin kontinuierlich kontrolliert. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe demnach aktuell nicht.
See in Südtirol verliert Wasser: Staudamm selbst nicht betroffen
Da der Wasseraustritt des Zoggler Stausees von der Tendenz her leicht abnehmend ist, lasse sich schlussfolgern, dass es bislang keine Veränderungen an der betroffenen Schadstelle gegeben hat. Das hatte die tägliche Lagebesprechung von der Agentur für Bevölkerungsschutz, Ingenieuren, der Alperia, den Bürgermeistern der umliegenden Städte und der Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinden ergeben.
Die Falschauer könne die austretenden Wassermengen im betroffenen Abschnitt unverändert tragen. Auch die Wassermengen der Falschauer im Gemeindegebiet von Lana entsprächen weiter dem Fassungsvermögen des Flusses. Der Staudamm selbst sei von der Beschädigung weiterhin nicht betroffen.
Zoggler Stausee in Italien: Aktuell keine Gefahr für die Bevölkerung
Der Stausee, der das Wasser des Flusses Falschauer künstlich staut und unter anderem zur Energiegewinnung genutzt wird, liegt im Düdtiroler Ultental, nahe den Städten St. Walburg, Lana und St. Pankraz. Er ist der größte von insgesamt sechs Ultner Stauseen in Südtirol und rund drei Kilometer lang, so die Angaben des Touristik-Informationsportals Suedtirolerland.it. Mit seinem begehbaren Damm und Wanderrundweg sowie einer Talloipe ist er demnach im Sommer wie im Winter ein begehrtes Ausflugsziel.
Zu Anfang der kommenden Woche werde laut Energieversorger Alperia am Zoggler See eine Plattform abgebaut, die Anfang April wegen Kontrollarbeiten mit Tauchern angebracht worden war. Diese Arbeiten stünden jedoch in keinem Zusammenhang mit dem aktuellen Wasserverlust. Unter anderem werden ein Bagger und ein Kranwagen im Einsatz sein, um diese Arbeiten durchzuführen. (nana)