Die Koalition steht wohl, die Unionsminister sind bekannt. Kolumnist Sigmund Gottlieb sieht gute Chancen für eine Politikwende unter Friedrich Merz.
Der renommierte Journalist und langjährige Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, kommentiert für IPPEN.MEDIA mit scharfem Blick wöchentlich in seiner Kolumne „Gottlieb direkt“ aktuelle Themen. Diesmal geht es um das Kabinett Merz.
Nach heftigem Schleuderkurs zu Beginn scheint Friedrich Merz die Spur gefunden zu haben. Einen Teil des – wie er sagte – auch persönlichen Kredites, den er mit dem Billionen-Schuldenpaket aufgenommen hatte, zahlt er jetzt zurück. Mit einer Ministerriege voller Überraschungen.
Merz‘ neue Ministerliste: Der CDU-Kanzler in spe bricht alte Politikrituale auf
Alte Politikrituale hat er aufgebrochen. Mit dem Spitzenmanager Karsten Wildberger soll Deutschland in die digitale Zukunft katapultiert werden. Nach Jahrzehnten politischen Tiefschlafs ein überfälliger Schritt: endlich wieder Fachkompetenz von außen. Das Gleiche gilt für die künftige Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, eine Spitzenmanagerin mit politischer Erfahrung in der Ära Merkel. Sie ist kompetent und entscheidungsstark. Die Wirtschaftswende könnte also gelingen.
► Sigmund Gottlieb ist einer der renommiertesten und erfahrensten Journalisten Deutschlands. Er war von 1995 bis 2017 Chefredakteur und von 2001 bis 2014 dazu stellvertretender Fernsehdirektor beim Bayerischen Rundfunk.
► Gottlieb moderierte die „Münchner Runde“ sowie aktuelle Brennpunkt-Sendungen im Ersten und war einer der präsentesten Kommentatoren in den „Tagesthemen“ der ARD.
► Für seine Arbeit erhielt Gottlieb mehrere Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis für die Berichterstattung über den Kosovo-Krieg. Seit 2005 ist er Honorarprofessor für Journalismus an der Hochschule Amberg.
Die Migrationswende muss gelingen. Das Thema ist für viele Wählerinnen und Wähler entscheidend. Eine Herkulesaufgabe für Alexander Dobrindt, dem man durchaus zutrauen kann, das Problem zu lösen – Ist er doch hart in der Sache, aber verbindlich im Ton.
Das Kabinett Merz: Wadephul wird Baerbock vergessen lassen – ein Politikwechsel ist möglich
Friedrich Merz weiß, dass Deutschland dringend wieder eine starke Rolle in Europa und in der Welt spielen muss. Der künftige Kanzler ist entschlossen dazu. Johann Wadephul, der künftige Außenminister, den viele nicht auf dem Schirm hatten, wird drei Jahre Annalena Baerbock schnell vergessen lassen.
Der künftige Kanzler hat mit seinem Team mit alten Gewohnheiten gebrochen und Kompetenz vor Proporz gesetzt. Die Ära Merkel ist endgültig vorbei. Der Politikwechsel ist möglich – wenn die SPD es auch will.