Lange hatte es nach einem Alleingang für Robert Kühn (SPD) bei der Bürgermeisterwahl 2026 in Bad Wiessee ausgesehen. Nun wird die CSU doch noch einen Kandidaten aufstellen: den Unternehmer Peter Bayerschmidt.
Bad Wiessee – Es hatten wohl nicht mehr viele damit gerechnet, dass die Wiesseer CSU einen Kandidaten für die Bürgermeisterwahl im März 2026 aufbieten wird. Lange hieß es seitens des Vorstands, man habe noch keinen geeigneten Bewerber finden können. Im November hatte eine Nominierungsversammlung allein für die Gemeinderatswahl stattgefunden. Nun ist der CSU-Ortsvorsitzende Christian John froh, doch eine Kandidatur für den Chefsessel im Rathaus ankündigen zu können: „Der Bürger sollte schon die Wahl haben zwischen mehreren Kandidaten“, findet er.
Für die CSU ins Rennen gehen soll der Unternehmer Peter Bayerschmidt. Der Name ist in Bad Wiessee und darüber hinaus ein Begriff, da die Familie gleichnamige Parfümerien unter anderem in Gmund und Miesbach betreibt. Zudem war Hartwig Bayerschmidt, der 2023 verstorbene Vater des jetzigen Kandidaten, jahrzehntelang Mitglied des Wiesseer Gemeinderats.
Selber ist der 52-jährige Peter Bayerschmidt auf der kommunalpolitischen Bühne noch nicht in Erscheinung getreten. Allerdings verfolge er das Geschehen in seinem Heimatort Bad Wiessee sehr intensiv, sagt Bayerschmidt auf Nachfrage. „Ich hänge an Bad Wiessee und liebe den Ort“, erklärt der Geschäftsmann und Vater zweier Söhne (18 und 15 Jahre). Anfangs sei er sehr zufrieden mit der Arbeit des amtierenden Bürgermeisters gewesen, „zuletzt aber hat sich vieles nicht so dargestellt, wie ich es mir als Bürger vorgestellt hatte“, macht Bayerschmidt deutlich. „Weniger abreißen, mehr erhalten“, das sei es, was er sich für die Gemeinde wünsche. „Ich denke da eher nachhaltig.“
Kurzfristig und nachdem er viel Zuspruch im Freundeskreis erhalten habe, habe er daher gegenüber dem CSU-Vorstand erklärt, dass er zu einer Kandidatur bereit wäre. Hier traf er auf offene Ohren. „Der Peter ist in unseren Augen der passende Kandidat“, sagt John und gibt damit die Haltung seines Vorstands wieder. Bayerschmidt war 2020 wegen der Corona-Politik aus der CSU ausgetreten, ist seit Kurzem aber wieder Mitglied im Ortsverband.
Dennoch ist es Bayerschmidt ein Anliegen zu betonen, dass es ihm nicht auf Parteipolitik ankomme. „Ich bin ein Teamplayer und möchte gemeinsam etwas für den Ort schaffen“, sagt er. Auf der Gemeinderatsliste der CSU stünden „tolle Leute“, auch das habe ihn motiviert, sich zur Verfügung zu stellen. Zudem genieße er den Rückhalt der Familie und vor allem seiner Frau, die ebenfalls im familieneigenen Parfümerie-Unternehmen mitarbeite. Das Geschäft in den Filialen könnte im Falle seiner Wahl wie gewohnt weiterlaufen.
Offiziell nominiert werden soll Bayerschmidt, der seit 2024 auch Vorsitzender des Gewerbeverbands Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) ist und früher als Pfarrgemeinderat aktiv war, bei einer Versammlung des CSU-Ortsverbands Bad Wiessee am Mittwoch, 17. Dezember, um 19.30 Uhr im Hotel Terrassenhof. Ob es dann bei den Kommunalwahlen 2026 bei einem Zweikampf Kühn/Bayerschmidt bleibt, ist abzuwarten: Auch Grüne und Wiesseer Block könnten noch mit einem Überraschungskandidaten aufwarten.
gab