Ist es mehr als nur Freundschaft zwischen Oberbayern und Oberösterreich?

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Die Desselbrunner Delegation vor der Brunnenhalle bei den drei Quellen beim Kloster Wessobrunn. © Roland Halmel

Schon vor rund zwei Jahren haben Desselbrunn und Wessobrunn zarte freundschaftliche Bande geknüpft. Nach dem Besuch einer Delegation aus dem oberösterreichischen Dorf soll nun geprüft werden, ob aus der Freundschaft mehr wird.

Sie haben viel gemeinsam, das oberbayerische Wessobrunn und oberösterreichische Desselbrunn, bei denen schon der Name ähnlich klingt. Doch damit nicht genug. In beiden Gemeinden gibt es eine Sankt-Leonhards-Kirche und sogar einen Leonhardiritt.

Es gibt sogar einen Leonhardiritt

Dass die beiden Orte zueinanderfanden, ist kein Zufall: Wegen der zahlreichen Gemeinsamkeiten hatte die Vereinigung „Wessofontanum“ Kontakt zu der rund 2000 Einwohner umfassenden Gemeinde nördlich des Attersees vermittelt. So kam es, dass beim Leonhardiritt in Forst im Jahr 2023 der Desselbrunner Bürgermeister Michael Hochleitner unter anderem mit seinem Wessobrunner Kollegen Georg Guggemos im Landauer saß. Er wurde damals von anderen Bürgern aus seiner Gemeinde begleitet.

Im vergangenen Sommer reiste dann eine neunköpfige Delegation aus Wessobrunn nach Oberösterreich, wo die Teilnehmer unter anderem ein Klavierkonzert in der alten Dorfkirche Sankt Leonhard genossen. Kürzlich gab es nun erneut Besuch aus Österreich im oberbayerischen Klosterort.

Auf dem Programm der 50-köpfigen Gruppe, die im Rahmen einer Ausflugsreise Station im Pfaffenwinkel machte, stand zunächst eine Einkehr im Landgasthof „Eibenwald“ in Paterzell. Im Anschluss stellte Wessobrunns Bürgermeister Georg Guggemos den Gästen – unter ihnen befanden sich sein österreichischer Amtskollege Michael Hochleitner sowie zwei Desselbrunner Altbürgermeister – im Rathaus die Gemeinde, ihre Geschichte, Besonderheiten und die aktuellen Entwicklungen vor.

„Ein Höhepunkt des Besuchs war die anschließende Klosterführung, bei der die Desselbrunner einen Einblick in die bewegte Geschichte und die kulturelle Bedeutung des ehemaligen Benediktinerklosters erhielten“, berichtete Guggemos, der sich nach eigenen Worten über den Besuch aus Österreich sehr freute.

„Äußerst herzliche Atmosphäre“

Und so, wie es ausschaut, könnte aus den freundschaftlichen Banden zwischen Wessobrunn und Desselbrunn bald mehr werden: „Angesichts der vielen Gemeinsamkeiten und der äußerst herzlichen Atmosphäre bei all unseren bisherigen Zusammentreffen“ solle nun geprüft werden, ob aus der Freundschaft eine offizielle Partnerschaft der Gemeinden wird. „Ein Schritt, der die freundschaftlichen Bande beider Orte weiter vertiefen würde“, erklärte Guggemos nach der Abreise der Österreicher.

Desselbrunn im Steckbrief

Die Gemeinde Desselbrunn liegt in Oberösterreich im Bezirk Vöcklabruck im Hausruckviertel. Der Ort liegt zwischen den Flüssen Ager im Nordwesten, Aurach im Westen und Traun im Osten auf Schotterterrassen aus den Eiszeiten. Desselbrunn wurde erstmals im Jahr 1185 erwähnt. Im Jahr 1875 wurden Desselbrunn und Windern zusammengeschlossen, seitdem gehört auch das beeindruckende Schloss Windern zur Gemeinde. Seit dem Jahr 2021 ist Michael Hochleitner (ÖVP) Bürgermeister der Gemeinde, die Anfang Januar dieses Jahres 1951 Einwohner hatte.

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