Leonhardi in Benediktbeuern: Vorbereitungen laufen auf Hochtouren

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Traditionsgemäß findet am Sonntag in Benediktbeuern wieder eine Leonhardifahrt statt. Im Vorjahr war aufgrund des Hagelunwetters nur ein Ritt möglich. © arp

Tausende Besucher werden an diesem Sonntag, 3. November, zu Leonhardifahrt in Benediktbeuern erwartet. Auch für die beiden Salesianer-Pater Bernhard Stiegler und Heinz Menz wird es ein besonderer Festtag.

Benediktbeuern - Seit Sommer 2023 ist Pater Heinz Menz Direktor des Klosters Benediktbeuern, sein Mitbruder Bernhard Stiegler ist Pfarrer und Leiter der Pfarreiengemeinschaft Benediktbeuern, Bichl und Kochel. Die beiden sind heuer die Hauptzelebranten des Gottesdienstes. Als beide noch im Kloster studierten, erlebten sie die Wallfahrt aus dieser Perspektive. In den dann folgenden Jahrzehnten waren sie für ihre Ordensgemeinschaft beruflich an anderen Orten, und nun erleben sie die Wallfahrt erstmals als Geistliche. „Das ist schon etwas ganz anderes, als Pfarrer hat man viel mehr Verantwortung“, sagt Pater Stiegler.

Streckenführung wegen Großbaustelle am Kloster anders

Im vergangenen Jahr fand wegen dem Hagelunwetter nur ein Leonhardi-Ritt stand. Heuer gibt es wieder eine Wallfahrt, wenngleich – wie berichtet – aufgrund der noch andauernenden Großbaustelle mit geänderter Streckenführung. Die Segnung findet auf Höhe des Klostersportplatzes statt, und die Gespanne stehen nicht im Klosterinnenhof, sondern im Bereich der Don-Bosco-Straße südlich des Großparkplatzes.

Pater Heinz Menz ist seit Sommer 2023 Klosterdirektor in Benediktbeuern.
Pater Heinz Menz ist seit Sommer 2023 Klosterdirektor in Benediktbeuern. © Klaus D. Wolf

Die Segnung wird Pater Stiegler durchführen. „Ich freue mich sehr auf dieses Ereignis“, sagt er, und gibt zu: „Ein bisserl aufgeregt bin ich schon.“ Während es im vergangenen Jahr nur Rösser und Reiter gab, fahren heuer auch wieder die Wagen mit. „Ich hoffe auf eine unfallfreie Fahrt“, sagt der Pfarrer. Er rechnet mit, dass tausende Besucher kommen, wenn das Wetter schön ist. „Davon ist ja momentan auszugehen.“ Man sei bemüht, trotz der vielen Bauzäune die Wallfahrt festlich zu gestalten.

Infos zu Wallfahrt - Hunde und Drohnenaufnahmen sind verboten

Die traditionelle Leonhardifahrt in Benediktbeuern gilt als eine der bedeutendsten Wallfahrten zu Ehren des Hl. Leonhard und findet heuer am Sonntag, 3. November statt. Um 9 Uhr fahren 48 meist vierspännige Pferdegespanne umrahmt von zahlreichen Reitern von der Dorfstraße über die Bahnhofstraße in Richtung Kloster, schreibt die Gemeinde in einer Pressemitteilung. Aufgrund der Großbaustelle im Klosterinnenhof gibt es heuer eine Änderung im Ablauf: die Segnung der Pferde und Wallfahrer erfolgt an der Don-Bosco-Straße auf Höhe des Klostersportplatzes. Die Gespanne stehen heuer nicht im Klosterinnenhof, sondern im Bereich der Don-Bosco-Straße südlich des Großparkplatzes.

Anschließend wird um 10 Uhr im Klosterinnenhof ein feierlicher Wallfahrtsgottesdienst unter freiem Himmel gefeiert. Hauptzelebranten sind der Benediktbeurer Pfarrer Bernhard Stiegler und Klosterdirektor Pater Heinz Menz, beide Salesianer Don Boscos.

Die Rückfahrt der festlich geschmückten Wagen erfolgt über den Ortsteil Pechlern zum Dorfplatz. Neben den Frauen in traditionellen Trachten nehmen mehrere Motivwagen sowie Schützenkompanien und Musikkapellen teil. Den Abschluss bildet das Goaßlschnalzen am Dorfplatz.

Die Gemeinde weist alle Besucher darauf hin, dass im Bereich des gesamten Veranstaltungsgeländes aus Sicherheitsgründen keine Hunde und keine Drohnen erlaubt sind.

Predigt entsteht wohl erst am Samstagabend

Die Predigt während des Gottesdienstes hält Pater Heinz Menz. Fertig sei sie noch nicht, sagt Menz lächelnd auf die Frage, worüber er denn sprechen werde. Mit Sicherheit werde er aber Bezug auf den heiligen Leonhard und auf den Weltfrieden nehmen. Wann wird die Predigt geschrieben? „Dazu brauche ich Ruhe“, sagt der Salesianer. „Und die habe ich meistens erst am Abend, denn während des Tages gibt es Sitzungen, Gespräche und verschiedenste Aufgaben im Kloster. Ich bin niemand, der eine Predigt zwischen Tür und Angel schreiben kann.“ Wahrscheinlich werde es Samstagabend, meint Menz. „Und ich bin jemand, der dann kurz vor dem Gottesdienst, in der Sakristei, doch noch allerletzte Dinge ändert, wenn mir eine Formulierung treffender scheint zum Beispiel. Man will ja die frohe Botschaft des Evangeliums gut verkünden.“

Pater Bernhard Stiegler ist seit Sommer 2023 Pfarrer in Benediktbeuern.
Pater Bernhard Stiegler ist seit Sommer 2023 Pfarrer in Benediktbeuern. © A

Ob er aufgeregt sei, wenn er vor den vielen Gläubigen stehe? „Das weiß ich jetzt noch nicht“, sagt der Klosterdirektor. An dem Tag spiele auf jeden Fall eine Rolle, wie das Wetter sei, und diese Stimmung übertrage sich auf alle. „Wenn es regnet, muss die Predigt kurz sein“, sagt er, fügt aber dann gleich schmunzelnd hinzu: „Wenn das Wetter schön ist, muss aber niemand Angst haben, dass die Predigt dann eine Stunde dauert.“

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Menz freut sich sehr auf Sonntag. „Es zeigt das Miteinander von Dorf und Umgebung.“ Die Tradition erinnere einen, warum man sich auf den Weg mache. Das zeige auch das Gebet der Wallfahrer. Auch für die Ordensgemeinschaft sei der Tag etwas Besonderes. Die Ordensbrüder pflegen keine eigenen Bräuche an diesem Tag, „sondern er wird gemeinsam mit der Pfarreiengemeinschaft und den Gläubigen gefeiert. Dieses Miteinander ist sehr schön“, sagt Stiegler.

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