Polizist drückt Hund auf Aktivisten: Strafverfahren nach eskaliertem Einsatz bei Anti-AfD-Protest

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Die Stimmung war aufgeheizt bei den Protesten gegen den AfD-Parteitag in Riesa. Ein Vorfall mit einem Polizeihund sorgt nun für ein Nachspiel.

Riesa - Ein Polizeihund als Waffe: Die Polizei ermittelt wegen eines Vorfalls mit einem wohl gegen einen Demonstranten eingesetzten Tieres bei den Protesten gegen den AfD-Parteitag in Riesa. Weil inzwischen eine Anzeige vorliege, werde es ein Strafverfahren geben, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Der Vorfall werde in diesem Rahmen aufgeklärt. Vor Abschluss des Verfahrens könne man keine Bewertung dazu abgeben. Im Internet gibt es Aufnahmen der Attacke, so etwa auf der Plattform Reddit.

Ein Polizist in Riesa hetzte seinen Hund auf einen Demonstranten.
Ein Polizist in Riesa hetzte seinen Hund auf einen Demonstranten. © Reddit/sonofavogonbitch

Video von Riesa-Protesten: Polizist will, dass Hund Demonstrant angreift

Auf dem Video ist zu sehen, wie ein Polizist seinen Hund auf einen Aktivisten stößt, um den Mann über den Mittelstreifen einer mehrspurigen Straße zu drängen. Der Beamte drückt den Hund mehrfach mit seiner Schnauze auf den Mann, während dieser über die Leitplanken steigt. Dabei ruft der Polizist etwas, bei dem es sich um das Kommando „Fass“ handeln könnte. Der Hund aber beißt nicht zu. Ein Kommentator bei Reddit schreibt dazu: „Der Moment, wenn die Polizeihunde intelligenter sind als die Polizisten.“

Gegen den AfD-Bundesparteitag in Riesa hatten rund 10.000 Menschen demonstriert. Die Stimmung war teils aufgeheizt, vielerorts standen sich Demonstranten und Polizei gegenüber.

Polizei-Angriff auf Linken-Abgeordneten in Riesa: „Frontalattacke“

Zuletzt hatte auch der sächsische Landtagsabgeordnete Nam Duy Nguyen (Linke) davon gesprochen, Strafanzeige gegen Polizeibeamte zu erstatten, nachdem er bei einer Demonstration gegen den AfD-Parteitag nach eigenen Angaben von der Polizei attackiert worden war. So habe ihm ein Polizist direkt ins Gesicht geschlagen, sagte Nguyen am Sonntag dem Stern. „Das war eine Frontalattacke, wie ich sie noch nie erlebt habe.“ Er habe Verletzungen im Mund- und Kieferbereich erlitten und musste ärztlich behandelt werden.

Nach eigenen Angaben war Nguyen als parlamentarischer Beobachter bei den Protestkundgebungen gegen den AfD-Parteitag in Riesa zugegen. Er habe gegenüber den Beamten „lautstark und mit meinem Ausweis darauf hingewiesen, dass ich parlamentarischer Beobachter bin“, äußerte der Linken-Politiker.

Linken-Abgeordneter Nguyen sieht nach Polizei-Faustschlag „schwarz“

Demnach habe er während der gesamten Demonstration seinen Abgeordnetenausweis sichtbar bei sich gehabt, auch sein Mitarbeiter sei mit einer Warnweste als Teil des Beobachterteams gekennzeichnet gewesen. Nguyen gab an, nach dem Faustschlag „für einen Moment schwarz gesehen“ zu haben. Nach dem Vorfall habe er seine Beobachtertätigkeit abbrechen müssen. (cgsc mit dpa)

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