Neue Wolfsichtung in Oberbayern: Autofahrer filmt Tier mitten in der Nacht neben Bundesstraße

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Der Wolf ist in Oberbayern unterwegs. Nachdem es zuletzt zwei Risse und zwei Verdachtsfälle in Garmisch-Partenkirchen und Schongau gab, ist nun ein Wolf auch im Tölzer Land gesichtet worden.

Sachsenkam/Hartpenning – Die Zahl der bestätigten und nicht bestätigten Wolfsichtungen und Risse im Oberland häufen sich in den letzten Tagen. Jetzt wurde ein Wolf im Tölzer Land, zwischen Sachsenkam und Hartpenning, gesichtet. Wenige Tage zuvor gab es bereits einen Schafsriss im Nachbarlandkreis Weilheim-Schongau, dieser wurde mittlerweile durch das Landesamt für Umwelt bestätigt. Überdies gibt es einen bestätigten Riss und zwei Verdachtsfälle in Garmisch-Partenkirchen.

Wolf im Oberland: Zwei Risse und weitere Verdachtsfälle

„Ich bin am Mittwoch gegen 4.30 Uhr von Tölz auf der B 13 in Richtung Holzkirchen gefahren“, berichtet ein Tölzer, der anonym bleiben möchte. „Rechts von der Fahrbahn auf Höhe der Landkreisgrenze habe ich dann ein Tier gesehen. Es war aber kein Fuchs und auch kein Reh, also habe ich umgedreht, um es mir genauer anzusehen und war mir schnell sicher, dass es ein Wolf ist.“ Das Tier sei laut dem Mann dann weiter in den Wald in Richtung Sachsenkam gelaufen. „Ich habe mein Handy gezückt und schnell ein Video gemacht.“

Zwischen Sachsenkam und Hartpenning wurde am Mittwoch ein Wolf gesehen.
Ein Wolf wurde nun auch im Tölzer Land gesichtet. © Privat

Video von Wolf im Tölzer Land

Dieses Video schickte der Tölzer umgehend an einen Jäger und auch an den zuständigen Jagdvorstand Josef Taubenberger. „Beide haben mir die Vermutung bestätigt, dass es ein Wolf war.“ Auf Nachfrage unserer Zeitung sagt Josef Taubenberger: „Klar, es wird schon ein Wolf gewesen sein. Das einzig Komische daran ist, dass wir noch keine Meldung haben, dass Jäger ihn auf ihren Wildkameras gesehen haben, das kann aber natürlich jetzt noch kommen, da bestimmt noch nicht alle davon erfahren haben, dass ein Tier hier gesichtet wurde.“ Taubenberger gehe davon aus, dass es sich bei dem Wolf um einen Einzelgänger gehandelt habe. „Sonst wäre er ja im Rudel unterwegs gewesen und es gibt immer wieder von der Herde verstoßene Wölfe, die dann alleine unterwegs sind.“

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Daher gehe auch keine Gefahr für Menschen aus. „Wer einem Wolf begegnet, sollte sich ruhig verhalten und Abstand halten. Normalerweise sind Wölfe menschenscheu und hauen von selbst ab, wenn sie alleine sind. Im Rudel ist das wieder anders, aber davon ist ja hier keine Rede.“ Grundsätzlich sehe der Jagdvorsteher nichts allzu Besonderes an der Sichtung. „Es ist so, dass in der Region hin und wieder Wölfe unterwegs sind. Das ist Anlass, im Beobachtungsmodus zu sein, aber keine Dramatik.“

Unklar, ob es sich um ein Tier oder mehrere Wölfe handelt

Dass es sich bei dem bei Sachsenkam gesichteten Wolf um das gleiche Tier handelt, wie in Weilheim-Schongau und oder Garmisch, könne man nicht ausschließen. „Von der Strecke her ist das drin, dass das gleiche Tier zwischen Garmisch, Schongau, Miesbach und Tölz unterwegs ist. Die laufen 50 Kilometer pro Tag.“ Aber könne man auch nicht ausschließen, dass es ein anderer Wolf gewesen ist, und mehrere Tiere sich aktuell in der Region aufhalten. „Man muss das weiter aufmerksam verfolgen. Grund zur Alarmierung besteht hier aber noch nicht.“ (feb)

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