Wie sicher ist der Schulweg? Behörden geben Einschätzung ab

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Schulweghelfer suchte die Gemeinde für die Querung der Sylvensteinstraße in Anger – ohne Erfolg. © Marc Müller

Der Lenggrieser Gemeinderat hat über das Thema Sicherheit beim Schulweg gesprochen. Eine besondere Gefährdung konnte bisher nicht festgestellt werden.

Lenggries – Eine umfangreiche Anfrage zum Thema Schulwegsicherheit und Schülerbeförderung hatte die Unabhängige Fraktion (UF) zur jüngsten Lenggrieser Gemeinderatssitzung gestellt. Dabei ging es unter anderem um die Regularien für die Schülerbeförderung und darum, ob die Gemeinde davon abweichen könne.

Lenggries: Eltern halten Schulweg an Wackersberger Straße für zu gefährlich

Erläutert wurden die Antworten von Rathaus-Geschäftsleiter Tobias Riesch. Für die Beförderung der Schüler zu Grund- und Mittelschulen sind in der Regel die Gemeinden zuständig. Beförderungspflicht bestehe für Grundschüler, die weiter als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen, bei Mittelschülern sind es drei Kilometer. „Bei besonders beschwerlichen oder besonders gefährlichen Schulwegen kann auch bei kürzeren Wegstrecken die Notwendigkeit der Beförderung anerkannt werden“, so Riesch.

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Auf Letzteres zielt eine Frage der UF ab. „Gab es in der Vergangenheit eine Gefährdungsbeurteilung des Bereichs Isarbrücke, Bahnübergang und angrenzende Kreuzung. Falls ja, zu welchem Ergebnis kommt diese Beurteilung?“, heißt es in der Anfrage. Tatsächlich habe es eine Anfrage von Eltern gegeben, die den Schulweg von der Wackersberger Straße für zu gefährlich hielten, daher habe man die Verkehrsbehörde am Landratsamt und die Polizei um eine Bewertung gebeten, so Riesch.

Ortsbesichtigung an der Isarbrücke: Besonders hohe Verkehrsgefahren „liegen nicht vor“

Vertreter beider Organisationen machten sich vor Ort ein Bild. Die Einschätzung: „Die notwendigen Straßenquerungen bergen Verkehrsrisiken, wenn man die allgemeinen Verhaltensregeln nicht beachtet. Es sind aber, speziell innerorts, keine ganz besonderen Situationen und stellen auch keine besondere Gefährlichkeit dar. Nur gegen besondere hohe Verkehrsgefahren sind die SchülerInnen zu schützen. Diese liegen auf diesem Schulweg nicht vor.“ Es gebe Querungshilfen, der Bahnübergang sei beschrankt, der Schulweg durchgehend beleuchtet. „Eine besondere Gefährlichkeit oder Beschwerlichkeit kann nicht festgestellt werden.“

Könnte man es Eltern, die nicht weit genug weg wohnen, sich aber um die Sicherheit der Kinder sorgen, ermöglichen, sich in den Schulbus „einzukaufen“? Auch das wollte die UF wissen. „Die Gemeinde bezahlt die Schulbusfahrten an den beauftragten Busunternehmer pauschal nach Aufwand, unabhängig von der Anzahl der beförderten Schüler“, erläuterte Riesch. Dennoch rate der Kommunale Prüfungsverband dringend davon ab, dass sich Eltern „einkaufen“ können. Unter anderem könnten Zuschüsse an die Gemeinde in Gefahr sein, wenn plötzlich auch Selbstzahler befördert würden. „Im schlimmsten Fall erhält die Gemeinde gar keine Förderung mehr“, so Riesch.

Polizei regt Einsatz von Schulweghelfern an

Zu befürchten sei außerdem eine Ungleichbehandlung. „So könnte es zum Beispiel vorkommen, dass bei Touren mit wenigen Kindern solche mit nur 1,2 Kilometern Schulweg zusteigen dürfen, während auf Touren mit vielen Kindern dann Kinder bei 1,7 Kilometern nicht mitfahren können“, erläuterte Riesch.

Wissen wollte die UF zudem, ob es Überlegungen gab, potenzielle Gefahrenpunkte beispielsweise durch Schülerlotsen zu entschärfen. Ja, die habe es gegeben, sagte Riesch. Eltern hätten beispielsweise immer wieder die Querung der Sylvensteinstraße am alten Feuerwehrhaus Anger als Gefahrstelle benannt. Die Polizei regte hier den Einsatz von Schulweghelfern an. Trotz mehrfachen Aufrufs habe es aber weder von den Eltern noch aus der sonstigen Bevölkerung Rückmeldungen gegeben, sagte Riesch.

„Wichtig, das Thema mal objektiv zu beleuchten“

„Schulwegsicherheit ist uns enorm wichtig“, betonte Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG) und verwies auf die jährlichen Treffen des Arbeitskreises Schulwegsicherheit. Man bemühe sich, Gefahrenpunkte zu entschärfen. 100-prozentige Sicherheit könne es aber niemals geben.

Roman Haehl (UF) bedankte sich für die Antworten. „Es ist wichtig, das Thema mal objektiv zu beleuchten.“ Dennoch bat er zu prüfen, ob man nicht doch die Situation im Kreuzungsbereich Isar-, Münchner- und Schützenstraße verbessern könnte. Die dortige Querung, die viele Schüler an der Schützenstraße nutzen, liege direkt hinter dem Kurvenbereich. Die Schüler könnten aber auch eine der drei anderen Querungshilfen nutzen, merkte Klaffenbacher an.

Auch Sabine Gerg (SPD) findet den Bereich gefährlich. Ob man denn nicht mit einem Blinklicht auf die gefährliche Kreuzung aufmerksam machen könne, wollte sie wissen. Er werde darüber im Arbeitskreis noch einmal diskutieren lassen, sagte dazu der Bürgermeister. (va)

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