Mutter und Tochter sterben wohl an Fischvergiftung – so schützen Sie sich

In Italien sorgt ein Todesfall nach den Feiertagen für Unruhe. Nach einem gemeinsamen Weihnachtsessen erkrankte eine Familie in Campobasso in der Region Molise schwer. Laut einer Sprecherin der örtlichen Polizei sei die 15-Jährige Tochter noch am Samstagabend ihren Symptomen erlegen, die Mutter sei am darauffolgenden Morgen ebenfalls verstorben. Der Vater der Familie befindet sich laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa noch im Cardarelli-Krankenhaus in Campobasso. Nur die 18-Jährige Tochter der Familie hat keine Beschwerden.

Die Ermittler untersuchen derzeit, ob eine Lebensmittelvergiftung dahinterstehen könnte – ausgehend von einem mehrgängigen Weihnachtsessen, bei dem es Muscheln und andere Meeresfrüchte gegeben habe. Um die Todesursache zweifelsfrei zu klären, müsse das Ergebnis der Obduktion abgewartet werden. Diese sei bereits angeordnet sei, sagte die Sprecherin. 

Doch der Fall gibt Rätsel auf: Es sei eine ganze Reihe von Dingen zu klären.

Erinnert an Fall in der Türkei: Krankenhaus schickte Familie nach Hause

Laut Ansa habe sich die Familie vor dem tragischen Ereignisse bereits zweimal hilfesuchend an die Notaufnahme des Krankenhauses gewandt. Die soll die drei aber jedes mal wieder nach Hause geschickt haben – mit der Diagnose Lebensmittelvergiftung. 

Der Fall erinnert an einen ähnlich dramatisches Ereignis im November 2025: Eine Familie aus Hamburg war in der Türkei ebenfalls schwer erkrankt. Zunächst verstarben die drei- und fünfjährigen Kinder der Familie, dann die Mutter. Später erlag auch der Vater im Krankenhaus seinen Symptomen. Zuvor hatte sich die Familie ebenfalls an ein Krankenhaus gewandt, wurde nach der Untersuchung aber wieder nach Hause geschickt.

Auch bei dem Fall in der Türkei ging man zunächst von einer Lebensmittelvergiftung aus, auch hier gerieten unter anderem Muscheln in Verdacht. Später ermittelten die Behörden. dass in dem Hotel der Familie ein Zimmer unsachgemäß mit Pestiziden behandelt worden war. Die Dämpfe gerieten über die Lüftungsanlage auch in andere Zimmer – das Hotel wurde geschlossen, es gab mehrere Festnahmen.

Wann Muscheln zur Gesundheitsgefahr werden können

Muscheln sind sehr verderbliche Lebensmittel. Sie sind nur frisch, wenn sie leben. Verströmt die Muschel einen fischigen Geruch, verschließt sie sich nicht mehr richtig oder ist sie beschädigt, ist sie möglicherweise tot und verdorben und sollte auf keinen Fall gegessen werden. Ansonsten droht aufgrund der Keime eine Lebensmittelvergiftung.

Da Muscheln fleißige Filtrierer sind und bis zu 40 Liter Wasser pro Tag reinigen, sind sie anfällig für Giftstoffe. Diese stammen meistens von bestimmten Algen und reichern sich im Gewebe der Muschel an. Selbst, wenn die Muscheln richtig zubereitet wurden, besteht die Gefahr einer Vergiftung. Das Kochen der Muscheln entfernt das Gift nicht.

Je nach Giftstoff kann die Muschelvergiftung unterschiedlich und mitunter tödlich verlaufen.

Symptome einer Muschelvergiftung sind laut dem Medizinportal "MSD Manual" unter anderem:

  • wenige Minuten nach dem Verzehr: Kribbeln um den Mund herum
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Magenkrämpfe
  • Muskelschwäche
  • Unfähigkeit, Arm- und Beinmuskulatur zu bewegen
  • Atemnot

So schützen Sie sich im Urlaub vor Lebensmittelinfektionen- und Vergiftungen

Je nach Auslöser der Beschwerden spricht man von einer

  • Lebensmittelinfektion: etwa durch Viren, Bakterien wie Salmonellen oder Parasiten. Sie werden mit der Nahrung aufgenommen. Nach wenigen Tagen rufen sie dann Entzündungen, Fieber, Bauchschmerzen und ähnliche Symptome hervor
  • Lebensmittelvergiftung: durch giftige Substanzen, sogenannte Toxine, die von Bakterien wie etwa E. Coli gebildet werden. Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall treten bereits innerhalb weniger Stunden nach Aufnahme des kontaminierten Lebensmittels auf.

Das Auswärtige Amt hat ein paar Tipps dazu zusammengestellt, wie Sie sich im Ausland vor Durchfallerkrankungen schützen können.

  1. Trinken Sie Wasser nur, wenn Sie den Ursprung kennen. Dasselbe gilt für Eiswürfel sowie zum Geschirrspülen und Zähneputzen. Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, können Sie auf gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser zurückgreifen.
  2. Waschen Sie sich so oft wie möglich die Hände mit Seife, besonders wenn Sie Lebensmittel anfassen oder konsumieren. Flüssigdesinfektionsmittel kann Seife und Wasser im Notfall ersetzen.
  3. Vermeiden Sie rohe oder ungekochte Nahrungsmittel. Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte sollten stets gekocht oder gebraten sein, auch Obst und Gemüse sollten zumindest geschält sein.
  4. Vermeiden Sie, dass Fliegen mit den Lebensmitteln in Kontakt kommen. Sie können Krankheiten übertragen.

mit dpa.