Das Bauprojekt „Wohnen im Alter“, das an der Hirschbergstraße verwirklicht werden soll, ist ein Mega-Vorhaben für Gmund. Nicht nur, was die Planung betrifft, sondern auch finanziell. Von rund 18 Millionen Euro (Stand 2024) ist inzwischen die Rede, und dabei ist die Planung noch nicht endgültig in trockenen Tüchern. Jetzt hat sich der Gemeinderat erneut damit befasst.
Gmund - Schritt für Schritt nähert sich die Gemeinde ihrem Vorhaben, an der Hirschbergstraße das Projekt „Wohnen im Alter“ zu verwirklichen. Noch ist man in der Planungsphase, denn immer wieder gibt es Wünsche und Anregungen an das Ingenieurbüro Brückner, das mit den Entwürfen beschäftigt ist.
Zur jüngsten Sitzung präsentierten Udo Brückner und sein Sohn Moritz den Gemeinderäten eine Entwurfsplanung, in der die im Oktober 2024 mit auf den Weg gegebenen Wünsche eingearbeitet waren. Anhand von 3D-Modellen führten die Architekten durch die Anlage und zeigten ziemlich detailgetreu, wie das Wohnprojekt aussehen könnte.
Geplant sind drei Gebäude (Haus 1, 2 und 3), in denen sich 29 Wohnungen mit Größen zwischen 1,5 und drei Zimmern befinden. Das untere, dreigeschossige Gebäude (Haus 1) beherbergt eine Begegnungsstätte und ein Sozialbüro sowie zehn Wohnungen in ambulanter Betreuung. Tiefgaragen-Stellplätze und ein unterirdischer Verbindungstunnel zwischen den Häusern sind ebenso geplant.
Im Wesentlichen ging es diesmal um zwei Außentreppen, die das Haus 2 und 3 ergänzen sollen und sowohl gestalterisch punkten, als auch als Fluchtwege dienen können. Mehrkosten von rund 13 000 Euro würden damit entstehen, rechnete Moritz Brückner vor.
Wohnprojekt in Gmund: Mehrkosten durch Holzfassade
Die 3D-Animationen zeigten auch den Charme der Holzfassade und der Laubengänge. An allen drei Gebäuden soll witterungsbeständiges Lärchenholz verwendet werden, wobei Holzlamellen und herkömmlicher Putz für optische Abwechslung sorgen. Auch wenn die Holzlamellen, etwa vor den verglasten Treppenhäusern, nicht überall gut ankamen, etwa bei Johann Schmid (SPD), so warb Udo Brückner unter anderem aus Gründen der Optik dafür. Mehrkosten in Höhe von rund 87 000 Euro gegenüber der verputzten Fassade würden dadurch zu Buche schlagen.
Erneut kamen etliche Anregungen. Georg Rabl (FWG) machte etwa darauf aufmerksam, dass sich die Schleusentüren vom Keller hoch ins Gebäude automatisch öffnen müssten, auch vermisste er Tische und Sitzgelegenheiten im Freien, die nicht in Beton ausgeführt sein sollten. Die vorgesehene Pflasterung mit Kleinstein auf dem Panoramaweg hinauf zu den Wohnhäusern 2 und 3 hielt er für ungeeignet. Martina Ettstaller (CSU) pflichtete ihm auch in ihrer Eigenschaft als Seniorenbeauftragte bei: „Für Menschen mit Rollatoren ist das schwierig“, fand Ettstaller, die überdies erneut ihren Wunsch nach einem Brunnen oder einer Wasserstelle äußerte. Barbara von Miller (SPD) konnte sich nicht mit Rasengittersteinen am Besucherparkplatz anfreunden (“für Senioren nicht ideal“).
Wohnprojekt in Gmund: Überblick über Finanzierung fehlt noch
Trotz der inzwischen recht detaillierten Planung geht Michael Huber (Grüne) alles bereits zu weit: „Dieses Projekt mit rund 18 Millionen Euro ist schon eine Nummer für unseren Haushalt“, gab er zu bedenken. „Das finde ich schwierig.“ Deshalb forderte er dazu auf, das Vorhaben „ergebnisoffen“ zu verfolgen. „Wir müssen das Projekt ja nicht beerdigen, aber in alle Richtungen denken“, forderte Huber. Mit seiner Fraktion hatte er einen Antrag zur Sitzung eingereicht. Der Antrag konnte noch nicht bearbeitet werden und soll laut Bürgermeister Alfons Besel (FWG) baldmöglichst auf der Tagesordnung stehen. Darin geht es laut Besel um genaue Kostenberechnungen, Fördergelder, Betriebskosten, Einnahmen und Preise für Bewohner. Nach Meinung Hubers sei man da augenblicklich noch im „Blindflug“ unterwegs.
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Dennoch bezog Huber Stellung zu den vorliegenden Plänen. Sie würden ihm insgesamt gefallen, wenngleich das Gelände schwierig sei. Dass an den Balkonen im unteren Gebäude komplett Holz verwendet würde, hielt er dennoch für kritisch. „So hat man früher keinen Hof gebaut“, sagte Huber. Mit einer Gegenstimme wurde beschlossen, dass die Holzfassaden in Lärchenholz, die Außentreppen und die geäußerten Anregungen in die Entwurfsplanung mit aufgenommen werden.
Gmund ändert Bebauungsplan für Wohnprojekt an der Hirschbergstraße
Im weiteren Verlauf wurde der Entwurf des geänderten Bebauungsplans „Hirschbergstraße II“ gebilligt. Laut Bauamtsleiterin Christine Wild musste das Gebiet insgesamt und die Baugrenzen erweitert werden, die Gebäude 2 und 3 gedreht, ein Mischgebiet für das Haus 1 und ein allgemeines Wohngebiet für die Häuser 2 und 3 festgelegt werden. Auch die zulässigen Grundflächen mussten vergrößert und die Wandhöhen geändert werden. Sie betragen nun grundsätzlich 6,30 Meter, im dreigeschossigen Bereich bei Haus 2 und 3, jeweils an der Südwest-Ecke 9,10 Meter und bei Haus 1 an der Nordwest-Ecke 10,20 Meter. Ein beschleunigtes Verfahren, nach dem sich Georg Rabl erkundigte, kann es allerdings nicht geben. „Wir werden das so effizient wie möglich und mit möglichst wenig Aufwand durchführen“, kündigte Besel an. Will heißen: Der Entwurf des Bebauungsplans wird öffentlich ausgelegt und Träger öffentlicher Belange beteiligt.