Bei der außerordentlichen Hauptversammlung des TSV Weilheim im Spiegelsaal des Sportzentrums standen neben den Finanzen die Zukunftspläne des Vereins im Mittelpunkt. „Unsere Vision ist es, dass alle Abteilungen ihren Sport ausüben können, und dafür müssen wir zusammenstehen“, sagte Björn Bartnik. Die Mitgliederzahlen wachsen weiter, aber der Sportverein steht auch vor großen finanziellen Herausforderungen.
Für die finanziellen Herausforderungen sorgen vor allem die klammen Kassen der öffentlichen Hand. Die Stadt Weilheim hat angekündigt, die Förderung für die Hallennutzung zu reduzieren, für die der Landkreis zukünftig mehr verlangen will.
Dann hängt auch noch das Damoklesschwert einer größeren Sanierungsmaßnahme der Jahnhalle über dem TSV. Eine monatelange Schließung der wichtigsten Halle in Weilheim wäre für den Sportverein mit seinen rund 4800 Mitgliedern eine enorme Belastung, weshalb nach Handlungsoptionen, die gleichzeitig mit Kosten verbunden sind, gesucht wird. „Wir müssen mehr Finanzmittel generieren“, machte Bartnik, der für die Finanzen zuständige 3. Vorstand des TSV deutlich.
„Wir müssen mehr Finanzmittel generieren“
Die Durchführung von Großveranstaltungen ist dabei ein Weg, der andere betrifft die Mitglieder und Abteilungen, die zukünftig mehr zahlen sollen. Zur Diskussion standen zwei Anträge der Vorstandschaft, die im alten Jahr erarbeitet wurden. Der erste sieht die Einführung einer Sportstättenrücklage vor, die sich auf fünf Euro für eine Stunde Nutzungszeit für ein Hallenteil oder Sportraum beläuft. Bei der zweiten ging es um eine jährliche Erhöhung der Mitgliedsbeiträge um fünf Prozent auf ganze Euro gerundet. „Mit dieser Möglichkeit, die die Vorstand㈠schaft per Beschluss auch aussetzen kann, können wir unsere Finanzen im Griff halten“, begründete Bartnik den Vorschlag der regelmäßigen Beitragsanpassung.
Die 72 Stimmberechtigten segneten diesen Vorschlag bei sechs Nein-Stimmen und sieben Enthaltungen ohne große Diskussionen auch ab. Mehr zu reden gab es dagegen bei der Sportstättenrücklage, die auch als „Hallensoli“ betitelt wurde. Die Abteilung Jiu-Jitsu beantragte die Einführung zum 1. Januar um ein Jahr zu verschieben. „Die Sparten müssen erst 2026 zahlen, was 2025 dafür angefallen ist“, erläuterte Bartnick, dass die Abteilungen in diesem Jahr noch nicht mit den meist vierstelligen Kosten belastet werden und damit genügend Zeit bleibt, darauf zu reagieren und beispielsweise die Abteilungsumlage zu erhöhen. Der Verschiebungswunsch der Sparte Jiu-Jitsu fand in der Versammlung keine Mehrheit.
Gegenwind von Fußballern, Volleyballern und Kyudo-Sportlern
Länger diskutiert wurde der Antrag der Handballer, auch die Outdoor-Sportstätten in die Rücklage, die nur für Sporträume und -hallen vorgesehen ist, mitaufzunehmen. Heftiger Gegenwind kam aus den Reihen der Fußballer, der Volleyballer und der Kyudo-Sportler. Auch die Vorstandschaft sprach sich dagegen aus, was die Mehrheit der Delegierten auch so sah. Nur zehn Ja-Stimmen gab es für den Handballer-Antrag, deren zweiter Änderungswunsch – Ausnahmen beim Hallensoli während der Ferienzeit – ebenfalls abgelehnt wurde.
Eigene Halle für den TSV
„Vielen Dank für die guten Diskussionen, wir haben uns auch nicht zerfleischt“, lobte Bartnik die Anwesenden, ehe Michael Sander von den Handballern noch sein Sommercamp vorstellte, das er seit vielen Jahren in Schleißheim veranstaltet, und dass auch dem TSV eine Möglichkeit böte, Gelder zu generieren. Mit diesem soll auf mittelfristige Sicht eventuell eine eigene TSV-Halle entstehen. „Wir wollen eine Welle lostreten, um irgendwann eine Halle zu bauen. Je nachdem wie viel Geld, unter anderem bei unserer großen Spendengala am 11. Juli zusammenkommt, müssen wir dann schauen, was wir uns leisten können“, blickte Bartnik voraus.
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Auch TSV-Präsident Dieter Pausch warf einen Blick in die Zukunft, vor allem auf die nächste reguläre Hauptversammlung im Mai. Dort werden er und auch sein Stellvertreter Erhard Fernholz wie einige andere aus der Vorstandsmannschaft nicht mehr kandidieren. „Es gib viel zu tun“, verabschiedete Pausch die Delegierten nach rund dreieinhalb Stunden.