Die Autohersteller bauen ihr Verbrenner-Portfolio stark ab und rüsten elektrisch massiv auf. Doch bei den Preisen bleiben viele Stromer eine Enttäuschung. Als erstes deutsches 20.000 Euro-Elektroauto wurde der neue VW ID Polo angekündigt - wenn man einmal vom elektrischen Smart Fortwo absieht, der aber nicht mehr gebaut wird. Zum Marktstart wird es erst einmal nichts aus dem günstigen Preis. Der Polo, der als E-Auto den Polo mit Benziner bei VW komplett ersetzen soll, startet wahrscheinlich bei knapp 30.000 Euro.
BMW-Vorstand dämpft Erwartungen an günstige Einstiegs-Stromer
Der Grund für die hohen Preise sei nach wie vor die Batterie, erklärt BMW-Entwicklungsvorstand Joachim Post in einem Interview mit der "Auto Motor & Sport". Das gelte gerade für kleinere Modelle. „Kostenparität zwischen Verbrenner und Elektro wird es hier so schnell nicht geben. Die Größe der Batterie ist ein kritischer Punkt. Schließlich muss nicht nur der Preis, sondern auch die Produktsubstanz stimmen", so Post. BMW werde zwar „ein Angebot machen, das einem Verbrenner-Kunden den Umstieg auf die Elektromobilität leicht macht“, so Post. „Klar ist aber auch, dass es sich dabei nicht um Auto mit einer Reichweite von 800 Kilometern zum Preis eines BMW 116 handeln kann. Das ist weder technisch noch betriebswirtschaftlich möglich.“
Auch China-Modelle hierzulande keine Schnäppchen
Tatsächlich gibt es derzeit nur wenige E-Modelle im Bereich um 20.000 Euro. Selbst die chinesischen Hersteller haben keine wirklichen Schnäppchen im Angebot. Ein Modell wie der BYD Dolphin Surf, das Basismodell der auch in Europa immer beliebteren chinesischen Elektro-Marke, kostet deutlich über 20.000 Euro. Oft haben die Basisversionen von E-Autos auch einen kleineren Akku mit deutlich weniger Reichweite als die Top-Version.
Bei größeren Modellen ist die Kostenparität dagegen schon oft gegeben oder kurz davor. Bei BMW zum Beispiel kostet der X3 mit Benzinmotor knapp 60.000 Euro und der mit Plug-In-Hybrid 66.400 Euro. Letzterer ist damit schon fast auf dem Level des rein elektrischen iX3, der gerade auf den Markt kam und ab 68.900 Euro zu haben ist. Allerdings haben viele Autobauer die Preise ihrer Benzin- und Dieselmodelle in den letzten Jahren auch stark angehoben - aus zwei Gründen: Zum einen müssen stabile Gewinne aus dem Verbrenner-Geschäft die Bilanz retten und die Kosten zur Entwicklung neuer E-Autos kompensieren. Zum anderen müssen die Hersteller die Klima-Strafzahlungen der EU vermeiden, die beim Überschreiten des CO2-Flottengrenzwertes fällig werden.
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