Münchner Stadt-Sheriffs: Immer mehr zu tun, aber nicht genug Leute

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Arbeiten, wo andere entspannen: Nina Korcak (51) und Aleksandar Popadic (35) vom KAD bei ihrer Streife an der Isar. © Marcus Schlaf

Der Kommunale Außendienst (KAD) in München ist gefordert: Mehr Einsatzorte, aber weniger Personal. 30 Stellen sind unbesetzt, während die Stadt-Sheriffs an immer mehr Orten gebraucht werden. Wie wird diese Herausforderung gemeistert?

München – Hauptbahnhof, Alter Botanischer Garten und seit diesem Jahr die Isar. Der Kommunale Außendienst (KAD) muss in München an immer mehr Stellen ran – hat aber große Personalprobleme!

Laut KAD-Leiter Christopher Habl sind 30 der 90 Außendienststellen unbesetzt. Habl: „Wir spüren noch immer die Corona-Welle. Damals gab es einen Einstellungsstopp der Stadt. Währenddessen und danach gingen viele Kollegen in Pension, manche wechselten den Arbeitgeber.“

Der Kommunale Außendienst soll immer mehr Aufgaben in München übernehmen

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Sucht Personal: KAD-Leiter Christopher Habl. © Marcus Schlaf

Ein Drittel offene Stellen – dabei gibt es in München immer mehr Brennpunkte, an denen die Stadt-Sherifs vonnöten wären: Am Stachus treiben Jugendbanden ihr Unwesen (tz berichtete). Und in Milbertshofen bekämpfen sich Jugendliche, dabei gab es auch Tote. Dazu kommt der Alte Botanische Garten, den der KAD auf Anweisung von OB Dieter Reiter (SPD) seit Monaten verstärkt bestreifen muss. Immerhin: Laut Habl werden noch alle relevanten Orte und Uhrzeiten bestreift.

Bilanz der KAD-Streifen an der Isar: Nur fünf Ordnungswidrigkeiten

Wer geht mit uns auf Streife? Uns, das sind Kontrolleure wie Nina Korcak (51) und Aleksandar Popadic (35). Beide sind seit fünf und sechs Jahren beim KAD. Heuer erstmals auch an der Isar. Von April bis Oktober wurde das Ufer zwischen Museumsinsel und Tierparkbrücke bestreift – als Pilotversuch. Die Bilanz: bestens, sagt Habl. „Es war entspannt, wirklich ruhig. Wir haben im gesamten Bestreifungsgebiet nur fünf Ordnungswidrigkeiten ahnden müssen. Alles andere haben wir durch Ansprache regeln können. Wir haben 267 mündliche Ermahnungen ausgesprochen. Auch am Flaucher oder der Tierparkbrücke gab es keinen Exzess, keine Schlägereien.“

Die Stadt-Sheriffs setzten vor allem auf das Gespräch, so Habl. „Bei den Kontrollen an der Isar waren wir in Streifen von zwei, vier oder sechs Mitarbeitenden unterwegs. Wir haben dabei den Einsatzmehrzweckstock und die Handschellen weggelassen. Wir wollten nicht den Anschein erwecken, wir treten autoritär auf, sondern maximal deeskalierend.“

Das Einstiegsgehalt beim KAD: 3448 bis 4703 Euro

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Brennpunkt Hauptbahnhof: Stadt-Sheriffs im Einsatz an den Gleisen. © Marcus Schlaf

Berührungsängste hatten die Münchner nicht, sagt Habl: „Die Leute haben uns sehr oft angesprochen. Wir haben 473 Auskünfte erteilt. Manche wollten wissen, ob sie mit dem Hund ohne Leine Gassi gehen können, ob sie grillen oder ob sie zelten dürfen.“ Jetzt muss der Stadtrat entscheiden, ob die Isar-Streife weitergeht. Habl würde es begrüßen: „Ich finde es gut, dass der KAD hier ist.“

Wer sich bewerben will: Das Einstiegsgehalt beträgt 3448 bis 4703 Euro brutto im Monat. Dazu Jahressonderzahlung und Anreize wie reservierte Kinderbetreuungsplätze, Deutschlandticket oder Stadtwohnungen. Bis 31. Oktober läuft eine erste Bewerbungsrunde, Initiativbewerbungen sind aber immer willkommen. Infos: 089/233-33980, canan.cesur@muenchen.de.

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