Diebstahl oder Irrtum? Polizei fahndet nach vermisstem Grab in Leonberg – Angehörige wollen den Stein zurück

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Kontrollgang durch Gräberreihen: Auf dem Leonberger Friedhof ist ein Grab verschwunden. (Symbolbild) © Sabine Hermsdorf-Hiss

84 Jahre lang gab es ein Familiengrab in Leonberg. Jetzt ist es plötzlich verschwunden und niemand weiß etwas davon. War es Diebstahl oder Irrtum der Behörden?

Maxhütte-Haidhof – Auf dem Leonberger Friedhof gab es seit 1941 ein großes Familiengrab. Bis vor Kurzem. Als Susanne Wittner zum Grab ihrer Eltern ging, fand sie dort plötzlich nichts mehr vor.

Fast täglich besuchte die Leonbergerin das 84 Jahre alte Grab. Nur etwa 100 Meter entfernt von ihrem Wohnort im Landkreis Schwandorf liegt der Friedhof. Wittner pflegte die Blumen und erinnerte sich am Grab an ihre Mutter. Auch ihre Tante, die als Kind im Alter von vier Jahren 1941 an Diphtherie starb, lag dort begraben. Am 3. April konnte sie ihren toten Angehörigen jedoch nicht mehr wie gewohnt gedenken. „Da stand meine Frau vor einer leeren Fläche“, sagt ihr Mann Edgar Wittner zur Bild.

Spurlos verschwunden: Vom Grab auf dem Friedhof in Leonberg ist nichts mehr übrig

Dabei laufe der Vertrag für das Grab noch. Vor sechs Jahren erst sei sein Schwiegervater dort beerdigt worden, das Grab hätte noch gar nicht aufgelöst werden dürfen. Trotzdem fehlt seit dem 3. April die Grabumrandung und der große Grabstein aus Granit mit einer Jesus-Figur aus Bronze. Selbst die Blumen und Kerzen sind spurlos verschwunden. An Stelle des Grabes ist jetzt nur noch eine gekieste Fläche zu sehen. Der Pensionär sei fassungslos. Seine Frau „ist nervlich am Ende“, so die Bild.

„Unser Familiengrab wurde ohne unser Wissen dem Erdboden gleichgemacht“, schrieben die Eheleute Susanne und Edgar Wittner auf einem Aushang, den sie am Friedhof anbrachten. Das fehlende Grab ist jetzt ein Fall für die Polizei Burglengenfeld. Sie fahndet nach den vermissten Teilen und bittet um Hinweise zu Beobachtungen zwischen dem 31. März und 3. April unter Ruf 09 47 1/7 01 50.

Polizei vermutet Verwechslung: Stadt Maxhütte-Haidhof schließt das aber aus

Weder die Stadt Maxhütte-Haidhof, noch die Friedhofsverwaltung wüssten etwas. Auch eine Verwechslung mit einem anderen Grab wurde von deren Seite ausgeschlossen. Laut Mittelbayerische.de sollen sich die Hinweise aber verdichten, dass es sich doch um eine Verwechslung handelt. Das vermutete demnach auch schon von Beginn an der Sachbearbeiter bei der Polizei Burglengenfeld.

Auch auf der Facebook-Seite der Bild teilen die Nutzer diese Meinung: „Wahrscheinlich wurde das falsche Grab aufgelöst“, schreibt jemand. Kein Grabräuber hinterlasse eine saubere Fläche mit Schotter. Irgendwer habe Mist gebaut und wolle es nicht zugeben. Ein anderer Facebook-Nutzer schreibt: „Das ist mir auch passiert, plötzlich stand ich vor einem leeren Grab.“

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Täter sollen das Grab in einer „Nacht-und-Nebel-Aktion“ nach Leonberg zurückbringen

Wittner vermutet, dass ein Lkw mit Kran nötig war, um das Familiengrab wegzuschaffen. Wer das gemacht habe, hätte sich den Falschen ausgesucht. Der 64-jährige Ex-Polizist ist sich gegenüber der Bild sicher: „Wir bekommen das raus.“ Eine Möglichkeit zur Schadensbegrenzung gibt er den Tätern noch. Wittner und seine Frau wollen keinen Schadensersatz, lediglich das Grab. Die Täter hätten die Möglichkeit, „alles in einer Nacht-und-Nebel-Aktion“ in Ordnung zu bringen und das Grab aufzustellen.

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