Mit einem Bürger-Solarpark in Puchheim will die Bürger-Energiegenossenschaft Sonnensegler die Energiewende voranbringen und mögliche Gewinne im Landkreis halten.
Puchheim – Im Rahmen einer Infoveranstaltung in der Geschäftsstelle der Genossenschaft in Pucheim-Ort erklärten Vertreter der Sonnensegler jetzt, wie es weiter gehen soll.
Eigentlich könnte der Solarpark Puchheim schon längst stehen und die Stadt mit grüner Energie versorgen. Pläne für eine Photovoltaik-Anlage entlang der Eichenauer Straße gab es schon 2010. Doch änderten sich damals die Förderbedingungen und das Projekt wurde vorerst auf Eis gelegt. Mit den aktuellen Krisen kamen die Pläne allerdings zurück auf die Tagesordnung.
14 Prozent
„Ende 2023 hat der Entwicklungsausschuss der Stadt das Go gegeben“, berichtet Tobias Lexhaller, einer der Vorstände bei den Sonnenseglern. Jetzt arbeiten die Sonnensegler an der Realisierung der Anlage. Die soll satte 14 Prozent des Puchheimer Energiebedarfs mit grünem Strom decken und so jährlich rund 54 000 Tonnen CO2 einsparen.
Energiesicherheit und Luftqualität sind aber nicht die einzigen Benefits, von denen die Puchheimer profitieren dürften. Schließlich sind die Sonnensegler kein Konzern, sondern eine Bürgergenossenschaft aus dem Landkreis.
„Die Chance, die sich hier bietet, ist die Regionalisierung der Energiewende“, erklärt Lexhaller. Man könne die Energiewende den Konzernen und landkreisfremden Investoren überlassen oder versuchen, die Chance auf Gewinnrealisierung im Landkreis halten, so der Vorstand.
Geld fließt ab
Schließlich würden landkreisweit täglich rund eine Millionen Euro für Gas und Öl ausgegeben. Dieses Geld fließe aus dem Landkreis ab. „Wenn wir es schaffen, einen Teil des Geldes im Landkreis zu halten, dann ist das schon eine Überlegung wert“, erklärt Lexhaller. „Da können wir mitmachen oder zuschauen.“
Auch der Umweltschutz werde bei dem Projekt gleich mitgedacht. „Das bedeutet vielleicht ein Prozent weniger Rendite – egal, wir sind keine Investoren“, erklärt Lexhaller. Obendrein will man freiwillig 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde an die Stadt abführen. Das wären bei den geplanten 80 Gigawattstunden rund 160 000 Euro im Jahr. Das Geld könne dann sozialen Einrichtungen, Feuerwehren und Kindergärten zugutekommen.
(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen FFB-Newsletter.)
Meine news
Bis es so weit ist, wird es aber noch ein wenig dauern: „An den Bau ist frühestens im September 2025 zu denken“, erklärt Lexhaller. Bis dahin braucht es noch einiges an Genehmigungen. Das hat auch damit zu tun, dass die benötigten 60 Hektar für Anlage, Grünflächen und Wege mitten im Wasserschutzgebiet liegen, Teile der Anlage obendrein im Überschwemmungsgebiet.
Auflagen
Das bringt entsprechende Auflagen und längere Verfahrenswege mit sich, aber auch Vorteile: „Das Schöne ist, dass die Fläche landwirtschaftlich kaum genutzt wird wegen der hohen Auflagen im Wasserschutzgebiet. Wir treten also nicht in Konkurrenz mit anderen Interessen“, erklärt Lexhaller. Die Flächeneigentümer seien schon mit an Bord. Geplant sei, die Anlage in zwei Abschnitten zu realisieren.
Jetzt gilt es aber erst mal die Puchheimer mit an Bord zu holen: Dazu laden die Sonnensegler zu einer Infoveranstaltung ein. Sie findet am Mittwoch, 24. Januar, ab 19.30 Uhr in der Geschäftsstelle an der Mitterlängstraße 26 in Puchheim-Ort statt. Um Voranmeldung per E-Mail an anmeldung@sonnensegler-ffb.de wird gebeten. Infos gibt es auf www.sonnensegler.bayern oder www.solarpark-puchheim.de. pat
Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck finden Sie auf Merkur.de/Fürstenfeldbruck.