Zum fünften Mal findet er statt: der Christopher Street Day (CSD) in Schongau. Ein Fest-, Gedenk- und Demonstrationstag für queere Personen wie beispielsweise Homo- und Bisexuelle sowie Transgender. Im Vorfeld des CSD sind außerdem zwei Veranstaltungen geplant.
Schongau – Es ist ein kleiner Meilenstein, den die Organisatoren heuer feiern: Zum fünften Mal findet der „Christopher Street Day“ (CSD) heuer in Schongau statt. Laut, bunt und solidarisch soll er am Samstag, 12. Juli, in der Schongauer Altstadt über die Bühne gehen. Das Motto: „High Five! Vielfalt statt Ausgrenzung“.
Viele queere Jugendliche erleben Diskriminierung
Das Motto ist bewusst gewählt. Das Team hinter dem CSD verweist auf die Studie „How are you“, die vom Institut für Diversity- & Antidiskriminierungsforschung, der Hochschule Fresenius und dem Bayerischen Jugendring 2023 veröffentlicht wurde. Demnach würden 93,9 Prozent der in Bayern lebenden queeren Jugendlichen Diskriminierung erleben. Deshalb: „Sichtbarkeit und Angebote sind überlebenswichtig.“
Privatleute, die sich selbst mehr Austausch und Anerkennung gerade auch im ländlichen Raum gewünscht hatten, riefen den Schongauer CSD, 2021 ins Leben (wir berichteten). Mittlerweile wird die Veranstaltung über den Kreisjugendring sowie das Jugendzentrum Schongau organisiert.
Beisammensein auf dem Marienplatz
Treffpunkt ist diesmal um 14.30 Uhr auf dem Marienplatz, wo der Demozug rund um die Altstadt startet. Über Christophstraße, Maxtor und Bahnhofstraße geht es schließlich durchs Münztor zurück in die Altstadt, die Münzstraße entlang zum Marienplatz. Weil dabei freilich niemand ausgeschlossen werden soll, haben die Organisatoren auch an eine alternative, kürzere Route ohne Steigungen gedacht, für diejenigen, die nicht so gut zu Fuß sind. Sie können von der Christophstraße über die Bauerngasse in die Münzstraße abkürzen und sich dort wieder dem Zug anschließen. Weil die Bauerngasse aber nicht zur offiziellen Strecke des CSD gehört, müssen auf diesem Abschnitt alle Transparente heruntergenommen werden, darauf weisen die Organisatoren hin.
Im Anschluss an die Demo gibt es auf dem Marienplatz ein „Get-Together“, also ein Beisamensein. Unter anderem werden die Bürgermeister aus Schongau, Falk Sluyterman, und Peiting, Peter Ostenrieder, Reden halten. Auch Menschen aus der LGBTQIA+-Gemeinschaft wollen das Wort ergreifen. Zudem gibt es Infostände der Berufsfachschule für Pflege und der Polizei. Ein Merchstand fungiert gleichzeitig als allgemeiner CSD-Schongau-Infostand.
Veranstaltungen zur „Pride Week“
Eine DJane wird den Christopher Street Day musikalisch begleiten. Zum Abschluss des Tages soll im Reaktor on Schongau noch eine Party steigen. Der Beginn soll noch bekannt gegeben werden, es handle sich aber um keine offizielle Veranstaltung des Kreisjugendrings oder des Jugendzentrums.
Schon im Vorfeld des großen Umzugs sind Veranstaltungen geplant, rund um das Thema „LGBTQIA+“. Wofür der Begriff steht, wird etwa bei einem Kurs der Berufsfachschule für Pflege am Donnerstag, 10. Juli, um 18 Uhr in der Marie-Eberth-Straße 8 in Schongau genauer erklärt.
Den Auftakt der „Pride Week“, also der Woche vor dem CSD, macht ein „Regenbogen-Gottesdienst“ am Montag, 7. Juli, in der evangelischen Kirche in Schongau. Getreu dem Motto der Evangelischen Jugend Bayern „Die Welt ist bunt – Gott sei Dank!“ lädt die Kirchengemeinde mit dem Juze Schongau dazu ein, für Respekt, Toleranz und Menschenwürde einzustehen. Bereits ab 18.30 Uhr kommen Interessierte zu Muffins und Getränken vor der Kirche zusammen, der Gottesdienst startet um 19 Uhr. Es ist nicht das erste Mal: seit zwei Jahren wird der Regenbogengottesdienst in Schongau angeboten.