Gelungener Neujahrsempfang von drei CSU-Ortsverbänden in Wielenbach

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Auf ein erfolgreiches CSU-Jahr 2024 stoßen hier an: Andrea Jochner-Weiß, Harald Kühn, Prof. Dr. Angelika Niebler und Christine Ulbrich (von rechts). © Roettig

Die CSU-Ortsverbände Wielenbach, Raisting und Pähl haben schlauerweise ihre Neujahrempfänge zu einer Veranstaltung gebündelt und konnten sich so über einen vollen Bürgersaal und illustre Gastredner freuen.

Wielenbach – In den ersten Januar-Wochen haben prominente Politiker aller Couleur die Qual der Wahl aus Dutzenden von Einladungen. Jeder Ortsverband möchte sich zum Jahresauftakt mit hochrangigen Namen schmücken. Für die Europaabgeordnete Prof. Dr. Angelika Niebler, den Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Landrätin Andrea Jochner-Weiß gab es wegen der praktischen Bündelung nichts zu überlegen beim dreifachen CSU-Termin im Wielenbacher Bürgersaal. Die CSU-Ortsvorsitzenden Josef Sporer (Wielenbach), Rüdiger Herrmann (Raisting) und Hans Weber (Pähl) konnten sie bei ihrem gemeinsamen Jahresauftakt mit Sekt und Gulaschsuppe begrüßen.

In einem waren sich die Gastredner einig: Deutschland habe mit der Ampel die schlechteste Bundesregierung aller Zeiten. Sie schade laut Harald Kühn dem Land und stelle auch in der Außenwirkung kein gutes Bild dar. Prof. Dr. Niebler, seit 1999 für die CSU im Europaparlament, sagte es noch drastischer: Die Ampel „ist in Brüssel durch“, habe das Vertrauen verloren und kaum noch Einfluss. Es gehe nicht an, dass Deutschland immer zu lange überlege wie bei den Waffenlieferungen in die Ukraine und als letztes zustimme. Auch werde in Brüssel die „grüne Ideologie in Reinform“ vertreten. So habe Innenministerin Nancy Faeser getönt, Deutschland habe noch freie Kapazitäten für Flüchtlinge.

Da konnte Landrätin Andrea Jochner-Weiß in ihrer Rede dagegen halten. Momentan würden dem Landkreis Weilheim-Schongau 110 Flüchtlinge pro Monat zugewiesen, obwohl es gut wie keinen Wohnraum mehr gebe. Sie sehe als Ausweg nur das Aufstellen von Thermohallen. Zumal die Anzahl der Flüchtlinge erfahrungsgemäß nach dem Winter ansteigen werde. „Der unverminderte Druck durch eine zumindest in Teilen weiter ungebremste und unstrukturierte Migration ist kaum mehr zu stemmen“, so die Landrätin. MdL Harald Kühn: „Die halbe Welt will zu uns, weil es uns gut geht, weil wir gut gewirtschaftet haben!“

Natürlich ging Andrea Jochner-Weiß auch auf die prekäre Krankenhaus-Situation im Landkreis ein, die vor allem die älteren Besucher interessierte: „Um unsere Krankenhaus GmbH vor der Insolvenz zu retten und damit mehr als tausend Arbeitsplätze sowie die klinische Versorgung zu sichern, mussten wir leider über 200 Beschäftigten kündigen.“ Jetzt gebe es aber einen klaren Plan. Weilheim bleibe Schwerpunktversorger und Schongau werde ein ambulantes Gesundheitszentrum. In ganz Deutschland kranken die Krankenhäuser, so die Landrätin. Das monatliche Gesamtdefizit betrage allein in Bayern 105 Millionen Euro. MdL Harald Kühn bemängelte in diesem Zusammenhang, dass die von Gesundheitsminister Lauterbach für Anfang Januar 2024 versprochene Krankenhausreform immer noch auf sich warten lasse.

Der Landkreis stehe laut der Landrätin einer schwierigen Finanzsituation gegenüber. Herausforderungen wie Inflation, Personalkostensteigerung durch Tarifabschluss oder eine unsichere Einnahmesituation durch Reformvorhaben wie das Wachstumschancengesetz seien zu bewältigen.

Bei allen Problemen hatte Andrea Jochner-Weiß auch Positives zu berichten. Wie den Betritt des Landkreises zum MVV-Tarifverbund. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 könne man zu den MVV-Konditionen fahren. In schöner Erinnerung sei für sie, dass der Landkreis für Sportlerinnen und Sportler aus Kuba „Host Town“ sein durfte. Für die Teilnehmer der „Special Olympics World Games“ habe man ein liebevolles und abwechslungsreiches Programm organisiert.

Die aktuellen Protestaktionen der Bauern gegen die Ampel-Beschlüsse fanden übrigens alle Redner gut, da die CSU traditionsgemäß schon immer auf Seiten der Landwirtschaft stehe.

Wielenbachs Vize-Bürgermeisterin Christine Ulbrich konnte mit Stolz vermelden, dass die örtliche CSU bereits 35.000 Euro für Sanierung und Erhalt des berühmten Kleinods „Hardt-Kapelle“ gesammelt habe: „Nur wegen ihr ist Wielenbach in allen Reiseführern.“ Die Fundamente müssen trockengelegt werden, das Dach braucht neue Ziegel und das ganze Gebäude nach Putzarbeiten einen neuen Anstrich. Der Spitzturm und der Glockenstuhl sind morsch, weshalb die Glocken schon länger wegen der Vibration nicht mehr läuten.

Natürlich ging es bei der Veranstaltung auch um die Europawahl am 9. Juni 2024. „Es gibt nur ein Kreuzerl - und das muss bei uns gemacht werden“, beschwor Wielenbachs CSU-Chef Josef Sporer die Besucher. Die CSU stellt übrigens als einzige Partei eine Liste auf mit Bewerbern aus Bayern, die auch nur in Bayern gewählt werden können. Momentan zählen 29 Mitglieder von CDU und CSU zur Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) mit insgesamt 182 Abgeordneten.

Keine Feier ohne Ehrung altgedienter Mitglieder. Ausgezeichnet wurden diesmal vom Ortsverband Wielenbach Bernhard Kunz für 60-jährige Mitgliedschaft, Rudolf Blessing und Hans Gröbl für je 50 Jahre und Herrmann Schmidt für 40 Jahre.

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