Verkehrsausschuss Murnau nimmt Untermarkt unter die Lupe

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In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich der Verkehrs- und Mobilitätsausschuss unter anderem mit der Verkehrssituation im Untermarkt. © Antonia Reindl

Murnau - Beschlüsse gibt es noch keine, aber nach der vorgelegten Bestandsanalyse besteht reichlich Diskussionsbedarf beim Thema innerörtliche Verkehrsberuhigung in Murnau.

Er wolle nicht, dass der Verkehrs- und Mobilitätsausschuss ein „0815-Ausschuss“ werde, betonte Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Themen sollen folglich intensiv in Ruhe behandelt werden und Sitzungen aufeinander aufbauen können. Ein Thema, das das Gremium sicherlich eine Zeit lang beschäftigen wird, dürfte die innerörtliche Verkehrsberuhigung sein. Mit Blick auf die von Team Red entwickelte Bestandsanalyse, auf deren Basis Planfälle entwickelt worden sind, wusste das Ausschuss jüngst schon umfassend zu debattieren. Beschlüsse wurden erst einmal keine gefasst.

Einbahnregelung auf Pechmann- und Sollerstraße - ein effektvoller Kompromiss?

Eine Einbahnregelung im Untermarkt in Richtung Norden. Eine Einbahnregelung auf der Pechmann- und Sollerstraße. Eine Kombination aus diesen beiden Maßnahmen, die noch Einzelmaßnahmen rund um den Obermarkt sowie im Untermarkt statt einer Einbahnstraße eine Shared Space Zone vorsieht. Und schließlich noch eine Kombination aus den ersten beiden Maßnahmen, die abermals Einzelmaßnahmen rund um den Obermarkt vorsieht, bei der der Untermarkt aber nicht als Einbahnstraße oder Shared Space Zone, sondern als Fußgängerzone gestaltet wird. Diese vier Planfälle präsentierte Dr. Andrea Falkner dem Ausschuss zu Beginn der Sitzung. Dabei zeigte die Mobilitätsmanagerin auch auf, welche Folgen die Maßnahmen für andere Straßen haben könnten. Als Kompromisslösung führte sie am Ende den zweiten Planfall, also eine Einbahnregelung auf Pechmann- und Sollerstraße, auf. Keine Umbaumaßnahmen, dafür Effekte.

Falschparker sind ein Thema und die Anliegerwünsche

Bürgermeister Rolf Beuting nahm die Vorstellung zum Anlass, zwei Fragen loszuwerden. Im Untermarkt sei der Wunsch der Anlieger nach weiterer Verkehrsberuhigung ein Thema, das „immer wieder hochschwappt“. Vom Ausschuss wollte er nun wissen: „Seht ihr ein Problem?“ Und wenn ja, welche Zielstellungen sollte man dort weiterverfolgen. „Wir haben in Murnau ein Problem: das ist die Umgehungsstraße, die nicht funktioniert“, meinte Welf Probst (Freie Wähler). Im Untermarkt sah er „kein großes Problem“, dafür aber Geschäfte, die weiterhin angefahren werden wollen. Beuting sprach von einer kompakten, gedrängten Situation im Untermarkt. „Ich seh‘ ganz gewaltige Probleme im Untermarkt“, sagte Hans Kohl (Grüne). „Es ist unerträglich, da Rad zu fahren.“ Und „das andere ist die Atmosphäre“, ergänzte er. Er habe im Untermarkt noch nie Schwierigkeiten gehabt, meinte dagegen Robert Hutter (CSU). Mit Blick auf den Planfall zwei hatte Michael Hosp (CSU) Bedenken, dass man damit ein „irrsinniges Verkehrschaos produziert“, zulasten der Weindorfer Straße.

Wo sollen in Murnau Pkw parken und wie sollen sie das Zentrum erreichen?

Auch an der Schwaigangerstraße würden sich Anlieger eine Verkehrsberuhigung wünschen. „So viel zu den Wünschen“, meinte Josef Bierling (CSU). Was die Situation im Untermarkt anbelangt: „Ich seh‘ es auch nicht so dramatisch“, meinte Bierling, der jedoch auf „Falschparkersituationen“ aufmerksam machte. Und was innerörtliche Einbahnregelungen anbelangt: davon halte er gar nichts. Auch Stefan Lechner (ÖDP/Bürgerforum) meinte, dass diese Regelung an der Sollerstraße wenig Sinn mache. Im Untermarkt glaubte er, hätten sich „die Murnauer mit der Situation arrangiert“. Lechner vermutete aber, mit Blick auf Ausflügler und Auswärtige, dass viele „unbedarft“ den Untermarkt auf Parkplatzsuche hinauffahren. Reiner Oppelt (Mehr Bewegen) glaubte, dass sich im Untermarkt „der Verkehr von selber beruhigt“. Wolfgang Kölglmayr (Mehr Bewegen) fragte sich, wie der Untermarkt in der Lautstärke beruhigt werden könnte. Zugleich betonte er, dass Murnau „eine Einkaufstadt“ und die Anfahrbarkeit von Geschäften wichtig sei. „Wir reden immer nur von Autofahrern“, bedauerte Kohl. Ihm fehlten in der Debatte die Fußgänger und Radfahrer, die „konsumieren“ ja auch.

Als Zwischenfazit zog Beuting, dass sich wohl keine Mehrheit für eine Einbahnregelung auf der Pechmann- und der Sollerstraße finden lässt. Im Untermarkt habe man nun einige Problemlagen gesehen. Unter anderem sei es dort dicht und laut, obwohl dort „nicht immens viel Verkehr“ herrsche. „Die bauliche Situation im Untermarkt halte ich für ungünstig“, meinte der Bürgermeister. Als nächsten Schritt schlug Beuting vor, konkrete Fragen anzugehen. Diese sammelte das Gremium sogleich, etwa: Wo sollen Autos parken? Wie sollen diese das Zentrum erreichen? Wie lässt sich die Schulwegsicherheit erhöhen? Wie lassen sich Schleichwege, etwa über die Schwaigangerstraße oder den Längenfeldweg, unterbinden, und wie Parksuchverkehr verhindern?

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