Nasennebenhöhlenentzündungen, auch bekannt als Sinusitis, ist in den kalten Monaten sehr verbreitet. Symptome wie eine verstopfte Nase, Gesichtsschmerzen oder anhaltende Müdigkeit können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Die Entzündung betrifft die Nasennebenhöhlen, Hohlräume in den Gesichtsknochen, und kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen.
Symptome und Ursachen der Sinusitis
Eine Sinusitis entsteht oft durch virale Infektionen wie Erkältungen. Diese können die Nasenschleimhaut entzünden, was auf die Schleimhäute der Nebenhöhlen übergreift. Typische Symptome umfassen eine verstopfte Nase und Druckschmerz im Gesicht, der sich beim Bücken oder Aufstehen verstärkt. Eitriger, grünlicher oder gelblicher Nasenausfluss und Fieber können auf eine bakterielle Infektion hindeuten.
Allergien können ebenfalls eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut verursachen, bekannt als allergische Rhinosinusitis. Diese tritt oft saisonal auf, wenn Pollen in der Luft sind, oder durch Tierhaare oder Haustaubmilben. Anatomische Anomalien, wie eine verkrümmte Nasenscheidewand oder Nasenpolypen, erhöhen ebenfalls das Risiko einer chronischen Sinusitis.
Akut vs. Chronisch: Der Verlauf der Sinusitis
Akute Sinusitis ist meist eine Folge einer Erkältung und dauert nicht länger als vier Wochen. Die chronische Form hält hingegen mehrere Monate an und kann die Lebensqualität dauerhaft beeinträchtigen. Ein dauerhaftes Allergieproblem oder eine unbehandelte akute Sinusitis kann zur Chronifizierung führen.
Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten
Die Diagnose basiert auf körperlicher Untersuchung und Symptomen. In komplizierten Fällen können bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie eingesetzt werden. Eine Endoskopie kann ebenfalls hilfreich sein.
Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach Ursache und Schwere der Erkrankung. Bei viralen Infektionen helfen symptomatische Maßnahmen wie abschwellende Nasensprays, Schmerzmittel und Nasenspülungen. Antibiotika sind bei bakteriellen Infektionen indiziert. Chronische Fälle können mit kortikosteroidhaltigen Nasensprays behandelt werden. Chirurgische Eingriffe sind bei anatomischen Problemen oder Nasenpolypen eine Option.
Hausmittel und Ernährung als Unterstützung
- Inhalationen: Verwenden Sie heißen Wasserdampf mit ätherischen Ölen wie Eukalyptus oder Pfefferminze, um die Atemwege zu öffnen und Schleim zu lösen.
- Nasenspülungen: Regelmäßige Spülungen mit einer isotonischen Kochsalzlösung helfen, die Nasenschleimhaut zu befeuchten und zu reinigen.
- Warme Kompressen: Legen Sie warme Kompressen auf Stirn und Nase, um den Druck zu lindern und die Durchblutung zu fördern.
- Gesunde Ernährung: Eine mediterrane Kost, reich an Gemüse, Obst und Omega-3-Fettsäuren, kann entzündungshemmend wirken und das Immunsystem stärken.
- Probiotische Lebensmittel: Der Verzehr von Joghurt oder Sauerkrautsaft unterstützt eine gesunde Darmflora, die eine wesentliche Rolle für ein starkes Immunsystem spielt.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie viel Wasser und Kräutertees, um den Schleim zu verdünnen und den Körper zu hydrieren.
Diese traditionell bewährten Hausmittel und Ernährungsansätze können ergänzend zur ärztlichen Behandlung Erleichterung verschaffen. Sie sind jedoch kein Ersatz für eine professionelle medizinische Therapie.
Besser vorbeugen als behandeln
Zur Vorbeugung von Sinusitis ist ein starkes Immunsystem entscheidend. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, Vermeidung von Menschenmengen während Erkältungszeiten und Grippeimpfung. Allergiker sollten ihre Symptome konsequent behandeln, um eine chronische Sinusitis zu verhindern. Aber auch wenn es schon zu spät ist, gilt: Eine gezielte Diagnose und Behandlung lindert die Schmerzen und den Verlauf, was die Lebensqualität stark verbessert.
Über Benedikt Josef Folz
Prof. Dr. med. Benedikt Josef Folz ist Facharzt für HNO-Heilkunde mit der Zusatzbezeichnung „Spezielle Kopf- und Halschirurgie“ und „Plastische Operationen“. Nach seiner medizinischen Ausbildung in Wien, Hamburg und Kiel, war er von 2006 bis 2020 Chefarzt der HNO-Klinik der Karl Hansen Klinik in Bad Lippspringe. Seit 2021 führt er eine eigene Praxis im westfälischen Delbrück.
Seine klinischen Schwerpunkte sind Rhinologie, Laserchirurgie, minimal-invasive Nasennebenhöhlenchirurgie und Airway Management bei Kindern. Prof. Folz hat 99 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht und zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Resident Research Award der American Society for Laser Surgery and Medicine. Er ist Mitglied renommierter Fachgesellschaften und Reviewer für internationale Fachzeitschriften.
Wichtiger Hinweis: Die hier bereitgestellten Informationen dienen nur zu allgemeinen Informationszwecken und ersetzen nicht die professionelle Beratung und Behandlung durch einen Arzt. Bei Verdacht auf ernsthafte gesundheitliche Probleme oder bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.