„Gewagt und geschmackvoll“: Neues Hotel in besonderem Retro-Style in Oberbayern eröffnet

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Die Rooftop-Bar im sechsten Stock war für viele Besucher der Anziehungspunkt. Direkt nebenan ist der neue Spa-Bereich, der ebenfalls begutachtet wurde. © va

Bei der Eröffnung des neuen Hotels „Flesslers“ in Lenggries zieht das modern gestaltete Hotel zahlreiche Interessierte an. Die Rooftop-Bar und der Retro-Stil kommen besonders gut an.

Lenggries – Selbst bei einem ausverkauften Haus dürfte im Eingangsbereich des „Flesslers“ nicht so viel los sein. Doch beim Tag der offenen Tür am Donnerstagnachmittag drängt ein beständiger Zustrom von Menschen ins neu eröffnete 114-Zimmer-Hotel. „Die Tür ist um 14.30 Uhr auf- und seitdem nicht mehr zugegangen“, sagt Hoteldirektor Christoph Seitz am frühen Abend. Er freut sich „über die positive Stimmung“ und darüber, „alte und neue Gesichter zu sehen“. Seitz hatte bereits mehrere Jahre das Arabella Brauneck-Hotel geleitet. Nach dessen Verkauf an eine Gesellschaft rund um den Lenggrieser Immobilienentwickler Christoph Hertwig und einer 17-monatigen aufwendigen Sanierung und Erweiterung ist Seitz nun wieder als Chef zurückgekehrt.

Zwischen Eingangsbereich und Restaurant drängten sich am Donnerstag die Menschen.
Zwischen Eingangsbereich und Restaurant drängten sich die Menschen. 1500 bis 1800 Besucher könnten es nach Schätzung von Hoteldirektor Christoph Seitz insgesamt gewesen sein. © va

Kostproben aus der Küche

Im Erdgeschoss dürfen die Besucher mit einem Getränk anstoßen. Großes Gedränge herrscht vor der Live-Cooking-Station. Auf den Probierlöffeln liegen Cuscino vom Schwein oder Maispoulardenbrust jeweils mit Süßkartoffelpüree und Grillgemüse. Im Tässchen gibt es Cappuccino von der Garnele mit Zitronengrasschaum. Mitarbeiter beantworten geduldig Fragen oder erklären die Angebote des Hotels. „Es ist sehr schön. Und es ist wirklich alles da – bis hin zum fantastischen Ausblick“, sagt Besucher Peter Riesch nach seinem Rundgang durchs Haus. Auch die Außenanlagen finde er großzügig gestaltet. „Der Interbancario kann kommen“, sagt er lachend mit Blick auf die sportliche Großveranstaltung europäischer Banken, die Ende Januar 2026 über 1000 Athleten nach Lenggrieser bringen wird.

Flesslers: Name aus dem Altdeutschen

„Modern, gut und nicht so konservativ“, so bewertet der Lenggrieser Claus Eder die Gestaltung des neuen Hotels. Mit der zum Teil etwas schrillen Interpretation des Flößerthemas – Eder hat gerade einen Bildband über die Geschichte der Isar-Flößer veröffentlicht – kann er gut leben. Nur mit dem Namen „Flesslers“ – altdeutsch für Flößer – könnten vermutlich viele nichts anfangen. Und der Teppich im 70er-Jahre-Style, der in manchen Bereichen liegt, sei nicht so sein Ding. „Insgesamt gefällt es mir aber sehr gut“, sagt Eder. Gerade Rooftop-Bar und Terrassen „werden bestimmt in Zukunft gut genutzt“.

Dort, im neuen gläsernen sechsten Stock, sind gerade Birgitta und Ulrich Opitz unterwegs. „Ich bin begeistert. Das ist das Beste, was dem Tourismus in Lenggries passieren konnte“, sagt die Gemeinderätin. „Ein Gewinn“, sind sich die beiden einig. Das Hotel sei „ein Highlight“, findet auch Bärbl Lakner. Die Gestaltung im Stil der 70er-Jahre sei „gewagt und geschmackvoll“. Lakner ist zum ersten Mal im Flesslers, „aber bestimmt nicht zum letzten Mal“, sagt sie lachend. Regina Weindl ist ebenfalls angetan vom neuen Ambiente. „Ich wünsche viel Erfolg und hoffe, dass es gut angenommen wird.“

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Gerade in der Rooftop-Bar angekommen ist eine Lenggrieserin, die selbst Ferienwohnungen in der Nähe vermietet. „Dass Restaurant, Bar und Spa auch für externe Gäste geöffnet sind, finde ich schön.“ Sie habe auch schon gefragt, ob sie ihre Ferienwohnungsgäste schicken dürfe.

Etwas neidischer Blick aus Tölz

„Schön, dass sich was rührt und dass hier was Altes wieder hergerichtet wurde“, finden zwei Besucher aus Gaißach, die gerade mit dem Aufzug in den zweiten Stock fahren. Dort darf man einen Blick in die Zimmer werfen. Eines davon ist rollstuhlgerecht. Statt Teppich gibt es dort einen Holzboden, das Badezimmer ist so gestaltet, dass es mit einem Rollstuhl leicht befahren werden kann. Die Tür öffnet sich auf Knopfdruck. Zwei solche Zimmer gebe es im Haus, informiert eine Mitarbeiterin. Auch sie beantwortet geduldig alle Fragen. „Viele wollen beispielsweise wissen, ob man weiterhin Familienfeiern bei uns machen kann. Und natürlich kann man das“, sagt sie.

Einen Blick ins „Flesslers“ werfen wollte auch Willi Streicher. „Die Lücke mit der Aufgabe des Arabella-Hotels wurde wieder geschlossen“, sagt der Tölzer Stadtrat. „Es ist sehr wichtig, ein attraktives Angebot zu haben, nicht nur für Lenggries, sondern für den ganzen Isarwinkel. Es bleibt am bekannten Standort, wurde standardmäßig in die heutige Zeit transportiert und hat ein ansprechendes Konzept im Retro-Style der 70er.“ Highlight ist auch für ihn die Rooftop-Bar, „die sicher bei den Hotelgästen und Einheimischen gut ankommt“. Als Tölzer schaue er „ein bisschen neidisch nach Lenggries. Neben dem neu gebauten Bergeblick und den bestehenden Hotels könnten wir so ein Haus auch gut gebrauchen“.