Sie ist eine feste Institution im Gaißacher Gemeinderat. Allerdings verzichtet Susanne Merk nach 24 Jahren auf eine erneute Kandidatur. Die Frei Gaißacher Liste präsentiert eine junge Liste mit vielen Handwerksberufen.
Gaißach – Für viele Gaißacher überraschend, verzichtet Susanne Merk auf eine erneute Kandidatur für den Gemeinderat. Das wurde in der Aufstellungsversammlung der Freien Gaißacher Liste (FGL) am Mittwochabend im Gasthof Zachschuster bekannt. Die 58-jährige Landwirtin aus dem Ortsteil Mühl gehört dem Rat seit 2002, also seit vier Wahlperioden, an und hat die Arbeit des Gremiums maßgeblich mitgeprägt. Noch etwas länger, nämlich seit 2000, sitzt sie im Kreistag, in den sie damals als Nachrückerin für den verstorbenen Tölzer Bürgermeister Albert Schäffenacker gekommen ist.
Merk hat Arbeit des Gremiums maßgeblich mitgeprägt
„24 Jahre sind genug“, begründet Merk ihren Rückzug. Sie sei jetzt vierfache Oma und wolle mehr Zeit für die Familie haben. „Außerdem habe ich ja auch noch andere zeitaufwändige Ehrenämter, wie zum Beispiel als Schöffin am Landgericht.“ Für den Kreistag werde sie aber wieder kandidieren, betont Merk gegenüber unserer Zeitung.
Kandidaten der FGL vorgestellt
Seit den Kommunalwahlen 2002 gibt es die FGL mit aktuell drei Vertretern im Gemeinderat. Neben Susanne Merk sind dies Kaspar Rest und Monika Erhard. Sie werden erneut kandidieren und nehmen dafür die Listenplätze 1 und 2 ein. Als erste der vier Gaißacher Listen hat die FGL am Mittwochabend ihre Kandidaten für die Kommunalwahl am 8. März aufgestellt.
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Interessierter neutraler Gast der Veranstaltung war Bürgermeister Stefan Fadinger, der das Engagement von Gaißacher Bürgern würdigte, sich als Kandidaten zur Verfügung zu stellen: „Das ist vorbildlich. Danke für Ihre Bereitschaft, Verantwortung für die Gemeinde zu übernehmen.“ Auf den neuen Gemeinderat kämen wieder viele Aufgaben zu. Fadinger gab auch bekannt, dass insgesamt acht Gemeinderäte auf eine erneute Kandidatur verzichten, weshalb also in Gaißach jetzt auch der Nachwuchs gefordert sei. Geleitet wurde die Wahl der Liste vom Lenggrieser Bürgermeister Stefan Klaffenbacher, assistiert von Monika Rest.
Bei der Wahl wurde eine vorab festgelegte Liste mit 16 Kandidaten und Kandidatinnen in geheimer Wahl einstimmig gebilligt. Gemeinderätin Monika Erhard ist die einzige Frau auf der Liste. Vertreten ist die Altersgruppe zwischen 25 und 47 – also eine recht junge Liste mit auffallend vielen Handwerksberufen. Auch hat man sich darum bemüht, dass möglichst viele Ortsteile vertreten sind. Warum nur eine Frau? „Es war noch nie so schwierig, Frauen für das Ehrenamt zu gewinnen“, sagt Susanne Merk. Viele müssten sich heute zwischen Familie und Beruf zerreißen und würden diese Doppelrolle äußerst gewissenhaft ausfüllen. Neben den 16 Kandidaten der Liste wurden Susanne Merk und Katharina Böhm als Ersatzkandidaten bestimmt.
Die Kandidaten
1. Kaspar Rest, 36, Landwirtschaftsmeister
2. Monika Erhard, 37, Gesundheits- und Krankenpflegerin
3. Martin Rest, 47, Hufschmied und Hausmeister
4. Christian Müller, 42, Ofenbaumeister und Fliesenleger
5. Andreas Bergmayr
6. Thomas Brandhofer, 36, Betriebswirt5
7. Andreas Bergmayr7. Michael Merk, 31, Maschinenbautechniker
8. Florian Gschwendtner, 35, Karosseriebaumester
9. Jakob Haslinger, 33, Landwirt und Glaser
10. Christoph Öttl, 36, Ofen- und Luftheizungsbauer
11. Peter Kell, 40, Schreiner
12. Michael Jaud, 32, Rolladen- und Sonnenschutzmechatronikermeister
13. Hans Egger, 33, Parkett- und Estrichlegermeister
14. Franz Zellermayer, 25, Industriemechaniker
15. Georg Müller, 33. Kfz-Mechatronikermeister
16. Christoph Bauer, 43, Bauingenieur
Gefettet sind die Namen der amtierenden Gemeinderäte.