Ein Selfie in luftiger Höhe: Burschen stellen Maibaum in Hohenschäftlarn auf

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Großes Interesse: Das halbe Dorfversammelte sich, um das Aufstellen zu verfolgen. © Sabine Hermsdorf-hiss

„Da kimmt er!“ Wie auf Kommando schauen alle in eine Richtung. Und da ist er: der Hohenschäftlarner Maibaum 2025. Dafür war am Sonntagnachmittag das halbe Dorf auf den Beinen.

Hohenschäftlarn - Der Kran mit Sepp Arnold am Steuer ist bereits in Position gebracht, die Mitglieder des Burschenvereins Hohenschäftlarn beginnen, den dahinter fahrenden Wagen abzuladen. Girlande, Kranz, Zunftzeichen und jede Menge Werkzeuge.

Die Schäftlarner nutzen die Zeit, um ihren Maibaum noch einmal genauestens zu betrachten. Thomas Steigenberger ist mit seinem zweijährigem Sohn Max gekommen. Schwungvoll setzt er den Kleinen auf den Stamm. Beim übernächsten Maibaum wird der Bub vielleicht selbst tatkräftig mithelfen, genauso wie der Vater vor genau zehn Jahren. „Es war eine absolut tolle Zeit“, erinnert sich dieser heute. „Diese Zeit würde ich nicht missen wollen.“

Maibaum Hohenschäftlarn  In luftiger Höhe: Max Schmidt hängt den Kran aus.
In luftiger Höhe: Max Schmidt hängt den Kran aus. © Sabine Hermsdorf-hiss

Am anderen Ende des Baumes entbrennen Diskussionen, ob das Berühren der Spitze wirklich Glück bringt. „Man kann es ja ausprobieren“, meint eine Dame und streckt die Hand aus. „Schaden wird es ja nicht.“ Dann ist es soweit: Die Zuschauer werden hinter die Absperrungen gebeten. Die Zunftzeichen sind angebracht, der Kranz, den die Madln in der vergangenen Wochen gebunden haben, über die Spitze geschoben. Hi und da wird noch schnell ein Kratzer mit Lack ausgebessert.

Maibaum Hohenschäftlarn   Geschafft: Kurz vor halb drei steht der Hohenschäftlarner Maibaum 2025.
Geschafft: Kurz vor halb drei steht der Hohenschäftlarner Maibaum. Wegen der dichten Bebauung musste er per Kran aufgestellt werden. © Sabine Hermsdorf-hiss

Die Mädchen nehmen die Girlande auf. „Abstand!“ tönt es von hinten. Das Grün soll ja weder am Boden schleifen, noch sonst irgendeinen Schaden nehmen. Und: Die Abstände beim Winden um den Stamm müssen stimmen. „Sieht ja sonst schlampig aus“, so die Begründung., 13.54 Uhr: Arnold startet den Kran. Langsam hebt er den Maibaum an. Der Rest ist Millimeterarbeit. Doch man merkt: Es ist nicht der erste Baum, den der erfahrene Kranführer in die Senkrechte bringt. Mit viel Fingerspitzengefühl befördert er den 33 Meter langen Stamm in seine Halterung.

Übernächste Generation: Wie Papa Thomas Steigenberger wird Sohn Max (2) eines Tages auch beim Maibaumaufstellen helfen.
Übernächste Generation: Wie Papa Thomas Steigenberger wird Sohn Max (2) eines Tages auch beim Maibaumaufstellen helfen. © Sabine Hermsdorf-hiss

14.07 Uhr brandet wieder Applaus auf: Der Baum steht und ist fest verankert. Jetzt heißt es noch, die Befestigung vom Arm des Krans zu lösen. Mit vereinten Kräften wird Max Schmidt an einem Seil in die Höhe gezogen und beginnt, unter „Maxi-Maxi“- Rufen das Halteseil auszuhängen und die Sicherungen abzuschrauben. Mit dem wieder Hinunterkommen hat es der junge Mann nicht so eilig: In aller Ruhe zückt er sein Handy für ein Selfie. Alle lachen. Kurz darauf hat er wieder festen Boden unter den Füßen. Alles ist gut gegangen – der Schäftlarner Maibaum steht.

Handarbeit: Die Mitglieder des Burschenvereins hängen noch den Kranz ein.
Handarbeit: Die Mitglieder des Burschenvereins hängen noch den Kranz ein. © Sabine Hermsdorf-hiss

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