Daniela Groß (Grüne) möchte Landsberger Landrätin werden

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Heimatverbundene Landratskandidatin, die sich entschieden gegen den Bau eines neuen Landratsamtes ausspricht: Grünen-Kreis- und Stadträtin Daniela Groß. © FKN

Politisch interessiert war Daniela Groß schon immer. Doch da war auch Frust über all die Autokraten und Populisten in weltweiten Machtpositionen. „Ich war kurz vor der Politikverdrossenheit“, erinnert sich die 36-Jährige. Doch dann besuchte sie eine Veranstaltung der Landsberger Grünen, wurde mit offenen Armen empfangen und begann sich intensiv mit der politischen Arbeit in Stadt und Landkreis Landsberg zu beschäftigen.

Landkreis Landsberg - Als junge Frau mit Kindern gehört Daniela Groß zu einer Bevölkerungsgruppe, die in der Kommunalpolitik noch immer wenig bis gar nicht vertreten ist. Beim Blick auf die damalige Zusammensetzung von Stadtrat und Kreistag fühlte sie sich überhaupt nicht repräsentiert. Das war 2019.

Und so kandidierte die Landsbergerin für die Grünen bei der Kommunalwahl 2020 und zog in beide Gremien ein, schwanger mit ihrem zweiten Kind und mitten in der Corona-Pandemie. In der Anfangszeit brachte sie ihr Baby zu den Sitzungen mit, um das kommunalpolitische Engagement mit den Stillzeiten unter einen Hut zu bringen.

„Es war schwieriger als gedacht“, sagt Daniela Groß rückblickend. Bereut hat sie ihre damalige Entscheidung trotzdem nicht, und ihre Bilanz nach fast sechs Jahren fällt positiv aus. Sie habe viel erlebt und gelernt, sei in Bereiche gekommen, die sie sonst nie kennengelernt hätte. Beispielhaft nennt Groß die Infofahrten des Kreistags, die Waldbegänge des Stadtrats, den Besuch im Technikraum des Greifenberger Freibads – ganz allgemein die Blicke hinter die Kulissen öffentlicher Einrichtungen und das tiefe Einsteigen in Themen.

Engagiert

Dass man durch Engagement etwas verändern kann, hatte sie schon festgestellt, als sie noch in der Johann-Winkl­hofer-­Realschule die Schulbank drückte. „Ich habe damals Unterschriften gesammelt für die Einrichtung eines Sozialzweigs an der FOS“, erinnert sie sich. Der Sozialzweig kam, Groß gehörte zum ersten Jahrgang, der ihn besuchte.

Sich durchzusetzen, hatte sie als eines von vier Kindern und Schwester von drei Brüdern gelernt. Doch aus dem ursprünglichen Berufswunsch – Polizistin – wurde nichts. Die Augen, inzwischen gelasert, waren damals zu schlecht. So entschied sich Groß für ein Duales Studium der Inneren Verwaltung und des Öffentlichen Rechts bei der Stadt Landsberg.

Heimatverbunden

2014 zog sie mit ihrem Mann nach München und wechselte ans dortige Landratsamt. Eine schöne Zeit, wie die Mutter zweier Töchter rückblickend sagt. „Aber eigentlich wollte ich nie aus Landsberg weg, denn ich bin sehr heimatverbunden. Und ich bin aus vielen Gründen froh, dass wir nach drei Jahren wieder hierher zurückgekommen sind.“

Ein bisschen in Richtung ihres ursprünglichen Berufswunsches ging es dann doch noch. Groß vollzog einen Laufbahnwechsel von der Inneren Verwaltung zu Polizei und Verfassungsschutz. Eine Zeitlang arbeitete sie im Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz als Sachbearbeiterin im Bereich Islamismus. Über ihre genaue Tätigkeit dort muss sie sich noch heute in Schweigen hüllen.

Inzwischen leitet die Verwaltungsbeamtin das Ordnungsamt der Verwaltungsgemeinschaft Türkheim – und wird, wenn alles nach Plan verläuft, am 23. September vom Grünen Kreisverband als Landratskandidatin aufgestellt.

Kein neues Landratsamt

Ganz sicher wolle sie kein neues Landratsamt bauen, sagt Daniela Groß über ihre politischen Ziele. „Davon haben die Bürgerinnen und Bürger nichts.“ Auch einen kleineren Neubau als den beim Bürgerentscheid durchgefallenen Lechkiesel brauche es nicht.

Eine Zusammenlegung der zahlreichen Außenstellen sei nicht notwendig, wohl aber eine bürgerfreundlichere Situierung der Bereiche mit viel Publikumsverkehr. Heißt, Jugend- und Sozialamt zurück ins Zentrum in die Nähe von Bahnhof und Busbahnhof, und die Kfz-Zulassungsstelle raus aus dem Zentrum, wo nicht kosten­los geparkt werden kann.

Beim ÖPNV wünscht sich Daniela Groß einen Ausbau zu den Pendlerzeiten – morgens und spätnachmittags einen Halbstundentakt zu und von den Bahnhöfen Geltendorf und Kaufering. Dass weiterhin Geld in die vom Landkreis getragenen Schulen investiert werden muss, sei klar. Aber auch freiwillige Leistungen wie eine Erweiterung des Kauferinger Hallenbads wären in Groß‘ Augen wichtig – und vielleicht auch machbar, wenn keine 120 Millionen Euro in ein neues Landratsamt fließen.

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