Im Marienmünster Dießen kennt Werner Häckl jedes Eckl

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landsberg

Kommentare

Werner Häckl in seinem Element als Kirchenführer im Dießener Marienmünster. © Roettig

Seit über zehn Jahren ist Werner Häckl (72) ehrenamtlicher Kirchenführer im ehrwürdigen Marienmünster Dießen. Unzähligen Teilnehmern seiner Touren hat er die Schönheiten und auch die Geheimnisse des barocken Kleinods erklärt. Pfarrer Josef Kirchensteiner dankte ihm jetzt mit einer Urkunde.

Dießen - Dass es über das 1739 erbaute Wahrzeichen Dießens viel zu erzählen gibt, erlebte gerade der VdK-Ortsverband Bad Reichenhall, der bei seinem Jahresausflug nach Andechs nicht ohne Grund auch Station in der Marktgemeinde machte. Denn der Stammbaum der Grafen von Dießen und der Herzöge von Andechs-Meranien beweist eindrucksvoll, wie mächtig diese ursprünglich am Schatzberg ansässigen Adeligen einst waren. Kein anderes Adelsgeschlecht hat so viele Heilige und Selige hervorgebracht. Im 12. Jahrhundert wurde der Stammsitz von Dießen nach Andechs verlegt und der Besitz samt Kirche an das Augustiner Chorherrenstift verschenkt. Seit 1804 war sie Dießener Pfarrkirche und wurde erst 1988 zum Marienmünster erhoben.

Lebendiges Lexikon

Hier empfing Werner Häckl die Gruppe und erwies sich über eine Stunde lang als „lebendiges Lexikon“, wie ihn eine Teilnehmerin anerkennend bezeichnete. Mit bildreicher Sprache erklärte der ehrenamtliche Kirchenführer neben den Kostbarkeiten des Münsters auch einmalige Besonderheiten. Wie den Mechthildis-Stein, der wundersam gegen Kopfschmerzen helfen soll, die Mechthildis-Glocken, die Gewitter- und Hagelwolken vertreiben oder das über 250 Jahre alte ,Theatrum Sacrum‘, die einzige in Deutschland noch erhaltene und bespielbare Mysterienbühne.

Werner Häckl erinnert sich noch gerne an seine erste Führung am 8. April 2015 – mit Ministranten. Seitdem hat er unzählige Gruppen von drei bis 100 Personen das Marienmünster erklärt, „darunter Landräte, Bürgermeister, Intellektuelle und einfache Menschen, Jung und Alt, ausländische Gäste und sogar evangelische Gruppen“. Er habe es wohl geschafft, „Spirit und positive Schwingungen“ zu erzeugen. Als Reikimeister könne er dies beurteilen. Auch weil er nicht nur todernst, sondern mit ein bisschen Schmunzeln referiere. Der Schlussapplaus „im Thronsaal Gottes unter dem Dießener Himmel“ sei für ihn die schönste Belohnung, wie Werner Häckl betont. Trinkgeld und Spenden der Besucher werden zu 100 Prozent an die Pfarrei Mariä Himmelfahrt weitergeleitet.

Auch Ortsführer

Neben den Kirchenführungen und Tätigkeit im Pfarrmuseum ist der umtriebige Rentner Werner Häckl einer der offiziellen Dießener Ortsführer der Tourist-Info. Er führt regelmäßig Touristen durch die Marktgemeinde und erklärt die Geschichte der Dampfschifffahrt, den Pilgerfährdienst, die Bedeutung des Klosterrichters, die Schwedeninsel und vieles mehr.

Werner Häckl, aufgewachsen in Dießen, kennt hier jedes Eckerl. Nach Schule und Lehre war er von 1970 bis 2013 Bankkaufmann und Prokurist bei der Volksbank Dießen. Er ist Gründungsmitglied der Dießener Wasserwacht und engagierte sich in Vereinen wie dem MTV als aktiver Fußballer, Tennislehrer und Abteilungsleiter.

Wer sich von Werner Häckl durchs Marienmünster führen lassen möchte, der kann in unter Telefon 08807/948940 „buchen“ und wer etwas über Dießen erfahren möchte, sollte die Telefonnummer 08151/906010 wählen.

Auch interessant

Kommentare