Deutschlandweit bekannt ist sie unter anderem für ihre Rollen in Serien wie „Münchner Geschichten“ oder „Monaco Franze“. Im neuen Carl Orff-Museum (COMU) in Dießen begleitet die Stimme von Michaela May künftig die Besucher durch die Ausstellung.
Dießen - Die große bayerische Schauspielerin hat den COMU-Audioguide gesprochen. Die Texte dazu lieferte die Autorin und Journalistin Alexandra von Poschinger: Es sind Geschichten, Anekdoten und viel Wissenswertes rund um den Ziegelstadel und Orff. „Für den Audioguide wollten wir einen lockeren, heiteren Text, eingesprochen von jemanden Prominenten aus der Region. Frau May war und ist die ideale Wahl! Herausgekommen ist eine Audio-Tour, die in einem persönlichen Ton die Besucher zu 20 Stationen der Ausstellung führt“, erläutert Judith Janowski, die geschäftsführende Vorständin der Carl-Orff-Stiftung.
Mit ihren drei Geschwistern wuchs Michaela May im Sommer und an den Wochenenden in Riederau am Ammersee auf. Ihre Eltern waren beide Künstler: Maler und Keramiker. Sie zogen im Alter in die Dießener Seniorenresidenz Augustinum. Dort besuchte Michaela May auch sehr häufig ihre alte Mutter. Auch zu Orff gab es einen Bezug. So nahm Liselotte Orff, die letzte Ehefrau des berühmten Komponisten, Michaela Mays Mutter immer wieder zum Baden an den Ammersee mit, als diese nicht mehr selber Auto fahren konnte.
Höflich, engagiert
Auf der COMU-Audio-Tour liest Michaela May unter anderem aus den Tagebuch-Eintragungen von Karl Köstler, dem Großvater mütterlicherseits von Carl Orff. Da erfährt der Besucher zum Beispiel, dass der kleine Carl in der Schule „höflich und engagiert“ war, aber schon mit 14 die Schule abbrach. Auch die vier Frauen des Komponisten sind ein Thema, denn Carl Orff war keiner, „der allein durchs Leben geht.“ So war Liselotte „keine Muse, aber eine Macherin“. Luise Rinser, ihre Vorgängerin wird als „politisch, temperamentvoll“ beschrieben. Gertrud war die Frau an Carls Seite, mit der der Komponist am meisten verband, während die erste Ehe mit Alice Solscher stürmisch, aber eher kurz gewesen sein soll.
Die Münchnerin Michaela May ist seit ihrer Kindheit im Filmgeschäft und gilt als eine der erfolgreichsten deutschen Schauspielerinnen, die mit ihrer warmen Ausstrahlung, aber auch tiefen Darstellungen ihr Publikum jahrzehntelang begeisterte. Die vielfach preisgekrönte 73-Jährige steht für Urmünchnerisches, Bodenständigkeit, Reiselust, Wohltätigkeit und großes schauspielerisches Können.
Eröffnung am 30. Oktober
Im Herbst geht das neue Carl Orff-Museum an den Start. Am 30. Oktober ist die offizielle Eröffnung mit Ehrengästen, ab 2. November ist das Museum für das Publikum geöffnet. Das COMU ist das einzige Museum weltweit, das sich dem wohl bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts und Schöpfer des weltberühmten Meisterwerks Carmina Burana widmet.
Im Dießener Ziegelstadel hatte Carl Orff sein letztes Domizil mit großzügiger Parkanlage sowie weiten Blick über den Ammersee und die bayerischen Alpen. Das COMU ist nicht nur eine Hommage an das Lebenswerk des großen Komponisten, sondern auch ein Ort der Begegnung, des Lernens und der Inspiration. In Dießen lebte Carl Orff von 1955 bis zu seinem Tode 1982. Sein Wohn- und Arbeitshaus, in dem sich auch sein Arbeitszimmer befindet, sind dort im Originalzustand erhalten geblieben.
Maren Martell