Drohende Maro-Insolvenz: Streibl nimmt Freistaat in die Pflicht

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Büro am Buchenweg: Die Maro-Genossenschaft hat ihren Sitz in Ohlstadt. © Dominik Bartl

Nur noch bis Ende Mai hat die Maro Zeit, Geld aufzutreiben, um das Aus zu verhindern. Florian Streibl, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler und deren Fraktionschef, sieht den Freistaat Bayern in der Pflicht, um die soziale Wohnungsbaugenossenschaft mit Sitz in Ohlstadt zu retten.

Ohlstadt – Die Uhr tickt: Nur wenig Zeit bleibt der Maro-Genossenschaft mit Sitz am Buchenweg in Ohlstadt, um die drohende Insolvenz abzuwenden. Nun appelliert der Landtagsabgeordnete Florian Streibl (Freie Wähler) an seine Regierungspartner, die Genossenschaft zu retten. Neben dem Fraktionschef der SPD im Bayerischen Landtag, Florian von Brunn, sieht auch Streibl, Vorsitzender der FW-Fraktion im Maximilianeum, den Freistaat in der Pflicht. Dieser „muss einen Beitrag zur Rettung der Maro-Genossenschaft leisten“, betont der Oberammergauer in einer Pressemitteilung. Die drohende Insolvenz der Maro, die für Hunderte Mieter den Totalverlust ihrer Genossenschafts- und Wohnungspflichtanteile bedeuten würde, bereite ihm große Sorgen. Daher hat Streibl nach eigenen Angaben einen eindringlichen Appell an Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) sowie Bauminister Christian Bernreiter (CSU) gerichtet. „Damit seitens dieser Ministerien eine zeitnahe Rettung der Maro-Genossenschaft in die Wege geleitet wird“, sagt der FW-Politiker.

Seit zwölf Jahren entwickelt und betreibt Maro, die 16 Beschäftigte hat, an die 20 Wohnprojekte rund um München und im Chiemgau. Stand März waren neun neue Vorhaben im Bau oder zumindest in Planung. Zur letzteren Kategorie gehört ein Wohnungsbau-Projekt im Garmisch-Partenkirchner Ortsteil Burgrain.

Was zum Liquiditätsverlust führte, darüber hatte die Genossenschaft im März in einer Pressemitteilung sehr offen gesprochen: „Wesentliche Ursache“ sei eine zurückgezogene Finanzierungszusage für ein Projekt in Landsham im Landkreis Ebersberg. Die fehlenden Mittel machten eine Fortsetzung des Baus vorerst unmöglich und belasten die Liquidität des Unternehmens aufgrund von anstehenden Zahlungsverpflichtungen erheblich.

Unterstützung kommt von privater Seite: „Es gibt derzeit unverbindliche Finanzierungszusagen in Höhe von 1,3 Millionen Euro von Genossenschaftsmitgliedern und externen Personen“, teilt Alexander Görbing von KlartextPR Görbing mit. Diese Agentur antwortet auf Anfragen an die Maro. „Diese Zusagen würden wir erst dann einfordern, wenn es einen Insolvenzplan für Maro gibt.“ Das Geld würde dann auf ein Treuhandkonto eingezahlt und zweckgebunden für die Sanierung des Unternehmens verwendet, informiert Görbing. „Aktuell läuft der klassische Geschäftsbetrieb weiter – so auch die Betreuung der Wohngemeinschaften.“ Die Baustellen der neuen Projekte ruhen ihm zufolge derzeit aus insolvenzrechtlichen Gründen, sie seien „aber gesichert, und die Fertigstellung ist im Interesse aller Beteiligten das erklärte Ziel im weiteren Verfahren“.

Keine Aussage zu Burgrain-Projekt

30 Wohnungen für den kleineren Geldbeutel sind auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Hornung in Burgrain geplant. Wie geht es damit weiter? „Für Aussagen zu einzelnen Projekten ist es aktuell zu früh“, sagt Görbing, „wir befinden uns aber im Austausch mit der Gemeinde, um hier für alle Beteiligten eine optimale Lösung zu erarbeiten. “

Nach seinen Worten werden „intensive Gespräche mit finanzierenden Banken für ein Fortführungskonzept“ geführt. „Dann wird ein Insolvenzplan erstellt.“ Für Mitte Juni rechnet die Maro mit den nächsten Schritten. „Neben dem Zielszenario, die Maro zu retten und mit ihrem Bestand zu erhalten, führen wir natürlich auch Gespräche mit potenziellen Erwerbern, die im Sinne der Genossenschaft die Projekte weiterführen könnten, wenn ein Verkauf unausweichlich würde.“ Es handelt sich hierbei laut Görbing vorzugsweise um die jeweiligen Gemeinden und soziale Institutionen sowie Stiftungen und Genossenschaften. „Neben der Beteiligung unserer Mitglieder freuen wir uns natürlich auch über das rege Interesse von Geldgebern, die gemäß ihrem Satzungs- oder Stiftungszweck unsere Projekte unterstützen würden.“

Unterdessen betont der Landtagsabgeordnete Streibl: „Die Maro-Genossenschaft, vor allem aber die Bewohnerinnen und Bewohner der Mehrgenerationenhäuser sowie der Demenz-WGs brauchen eine gesicherte Zukunft.“ Das laufende Insolvenzverfahren sollte dazu dienen, „diese per se gute Idee zu retten.“ Im Zweifelsfall müsse der Freistaat „hier unter die Arme greifen und Lösungswege anbieten“. Nur noch bis Ende Mai hat die Maro Zeit, Geld aufzutreiben, um das Aus zu verhindern. Fünf Millionen werden benötigt. Streibl: „Wir müssen jetzt handeln, nur so ist eine Rettung noch möglich.“

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Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/ohlstadt-ort377042/maro-streibl-nimmt-freistaat-in-pflicht-93097243.html