„Die wahren Europäer“: Gebirgsschützen feiern in Garmisch-Partenkirchen

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Feierlicher geht‘s nimmer: Tausende von Gebirgsschützen während der Feldmesse vor Bilderbuch-Kulisse. © Peter Krinninger

9000 Teilnehmer, ordentlich Prominenz und weißblauer Himmel: Das Alpenregionstreffen der Gebirgsschützen in Garmisch-Partenkirchen war Werbung für Heimat und Brauchtum.

Garmisch-Partenkirchen – Jahrelang haben Hauptmann Thomas Maurer und seine Mannschaft vom Gebirgsschützenbataillon Werdenfels dieses Fest vorbereitet. Alles war geplant für das 27. Alpenregionstreffen in Garmisch-Partenkirchen – das Wetter freilich hatten sie nicht im Griff. Wie erleichtert waren sie, als der Feldgottesdienst und der große Umzug unter weiß-blauem Himmel stattfand.

Besucherinnen einer Feldmesse in Garmisch-Partenkirchen
Prominente Gottesdienstbesucherin: Landtagspräsidentin Ilse Aigner (r.) mit Bürgermeisterin Elisabeth Koch. © Peter Krinninger

Etwa 9000 Schützen aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol – sie begrüßte Landrat Anton Speer auf Italienisch – sowie aus Bayern waren am Sonntag zu Gast, Tausende Einheimische und Gäste verfolgten den gigantischen Festzug. Bevor er startete, wurde gemeinsam Gottesdienst gefeiert – mit Erzbischof Kardinal Reinhard Marx. Nicht nur sein Erscheinen zeigt, welche Bedeutung die Schützen im Freistaat haben. Auch die Liste der Ehrengäste war lang, darunter Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der Staatsminister für Europaangelegenheiten Eric Beißwenger (CSU) und Alexander Dobrinth (CSU) als Vertreter des Bundestages. Aus Tirol waren Rosmarie Pamer (Landeshauptmann-Stellvertreterin) sowie hohe Vertreter der Tiroler Schützenbünde gekommen.

Martin Haberfellner erinnerte an die Erfolgsgeschichte Alpenregionstreffen – und an seinen Vorbildcharakter. „Noch vor dem Schengen-Abkommen hatten wir mit der Gründung des Zusammenschlusses bereits Gegensätze überwunden“, sagte der Landeshauptmann der Bayerischen Gebirgsschützen. „Und Treffen wie heute stärken diese Gemeinschaft.“

Kardinal Reinhard Marx bei einer Predigt in Garmisch-Partenkirchen.
Hier predigt der Kardinal: Erzbischof Reinhard Marx beschwört den Zusammenhalt. © Peter Krinninger

Dann wurde es festlich. Mit einer Fanfare eröffnete die Musikkapelle Garmisch den Gottesdienst, für den Helfer um Josef Karg hinter dem Wellenbad einen wunderschönen Altar errichtet hatten. In seiner frei gehaltenen Predigt erinnerte Marx an kriegerische Auseinandersetzungen der Lager Bayern und Tirol. „Aber der Krieg ist die schlimmste Geisel der Menschheit, ist und bleibt eine Tragödie.“ Seine Worte verband er mit dem Aufruf, an der Europa-Wahl teilzunehmen. „Ihr Gebirgsschützen seid wahre Europäer, aber Europa ist auch zerbrechlich, die Nationalismen nehmen überhand.“ Auch der Landeskommandant aller Tiroler Schützen, Roland Seppi, erinnerte an die europäische Einigung. „Sie hat Tirol innerlich gut getan, wobei wir unter einem immer wieder hochkochenden faschistischen Druck stehen.“

Die „große Ehre“, eine Veranstaltung dieser Bedeutung ausrichten zu dürfen, stellte Bürgermeisterin Elisabeth Koch in ihrer Ansprache heraus. Landtagspräsidentin Aigner sah die Zusammenkunft als „Bekenntnis zur Heimat“, Und Europaminister Beißwenger fand: „Eine große Botschaft geht von diesem Treffen aus!“ Klaus Munz

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