Drohnen-„Anschlag“ in Dänemark: Putins Psychoterror gegen die Nato

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Jetzt fliegen Aufklärungsdrohnen also auch bis nach Dänemark. Regierungschefin Frederiksen spricht von einem Anschlag auf die Infrastruktur. Ein Kommentar von Georg Anastasiadis.

München – Und wieder ein Drohnenangriff auf Nato-Staaten, diesmal trifft es Dänemark und Norwegen. Und wieder ahnt man, wer der „fähige Akteur“ ist, von dem die Polizei nach dem „bislang schwersten Anschlag auf die kritische dänische Infrastruktur“ (so die Regierungschefin Mette Frederiksen) spricht. Russland scheint Spaß daran gefunden zu haben, die Nato aufzumischen – und das Verteidigungsbündnis anschließend auch noch als paranoiden Hühnerhaufen in den Staatsmedien zu verhöhnen.

Westliche Geheimdienste hatten seit langem davor gewarnt, dass Russland den September für Provokationen nutzen würde. Den Historiker Sönke Neitzel hatte das sogar zu der plakativen, wenn auch etwas alarmistischen Formulierung veranlasst, Europa stehe vor seinem „letzten Friedenssommer“. Und tatsächlich: Es gab Cyberattacken auf Flughäfen, Drohnenattacken, mehrere russische Kampfjets drangen in den estnischen Luftraum ein, dazu sollte ein russisch-belarussisches Großmanöver Kriegsangst in Europa schüren. Putin testet den Westen – und geht umso weiter, je schwächer die Reaktionen ausfallen.

Putins Drohnen-Psychoterror lenkt von Verlusten in der Ukraine ab

Der Kreml bindet damit militärische Ressourcen in Osteuropa, die sonst in die Ukraine geliefert worden wären. Gleichzeitig warnt Moskau vor einem stärkeren Engagement des Westens in der Ukraine. Und lenkt davon ab, dass Kiew mit seinen Angriffen auf die russische Ölindustrie zuletzt Wirkungstreffer erzielen konnte, zu denen umgekehrt Putins Armee in der Ukraine während ihrer Sommeroffensive kaum in der Lage war.

Putin lenkt von Treffern auf seine Ölindustrie und Misserfolgen in der Ukraine ab

Putin lenkt mit seinem Drohnen-Terror von Treffern auf seine Ölindustrie und Misserfolgen in der Ukraine ab, kommentiert Georg Anastasiadis. © Montage: Steven Knap/dpa/Schlaf

Einen Krieg mit der Nato kann Putin nicht riskieren. Doch wird das westliche Bündnis bald Zeichen der Gegenwehr setzen müssen, damit Putin seinen Psychoterror nicht noch weiter eskaliert. Es geht nicht darum, gleich Jets vom Himmel zu schießen. Aber ein paar Abfangjäger aufsteigen zu lassen, wäre auch schon ein Signal, dass die Nato sich nicht alles gefallen lässt.

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