Am Ortsrand von Holzkirchen ist eine eigene kleine Welt erwachsen: Die Kita Kinderland, schon seit 2016 ein große Einrichtung, bekam von der Marktgemeinde einen Erweiterungsbau, der die Kapazität verdoppelt. Bis zu 311 Kinder können dort jetzt betreut werden, vom Kleinkind bis zum Grundschüler. Am 1. September ging der neue Trakt in Betrieb.
Holzkirchen – Viel Platz draußen und drinnen, viele kleine Bereiche – und viele Kinder: Das Kinderland am Holzkirchner Ortsrand (Richtung Föching) hat sich verdoppelt. Am Montag, dem 1. September, startete der Betrieb erstmals auch im nagelneuen Erweiterungsbau.
Die Marktgemeinde investierte rund 11,5 Millionen Euro in den zweistöckigen Osttrakt, der an den bereits 2016 eröffneten Westtrakt andockt. Knapp 3,5 Millionen Euro sind an staatlichen Zuschüssen zu erwarten. Bis zu 311 Kinder, vom Krippenkind bis zum Grundschüler, können in bis zu 14 Gruppen betreut werden.
Die größte Kita im Landkreis, sie wirkt gar nicht so mächtig wie es die Zahlen vermuten lassen. „Bei der Größe war es wichtig, dass jede Gruppe ihren Bereich hat und verschiedene bauliche Situationen entstehen“, betont Erik Stößel, der das Projekt im Bauamt der Marktgemeinde federführend betreute. „Andererseits sind auch schöne Begegnungsflächen entstanden“, freut sich Kinderland-Geschäftsführerin Petra Götzenberger. Der private Betreiber pachtet das Areal von der Gemeinde.
Der Bau zog sich über zwei Jahre. Die Gemeinde entschied sich für einen Massivholzbau, die Gestaltung übernahmen die gleichen Architekten wie beim Bestandsbau. 1100 Kubikmeter Holz wurden verbaut, 13 Kilometer Kabel gezogen. Gern hätte man im Frühjahr eröffnet, sagte Stößel gestern. Beim Estrich und dem Boden habe es jedoch Verzögerungen gegeben. „Mit einigen Firmen gab es Schwierigkeiten.“ Schließlich war auch der gewünschte Blauton des Linoleum-Bodens nicht sofort lieferbar.
Dafür freue man sich, dass schon beim Einzug auch die Außenanlagen voll nutzbar sind, betonte Götzenberger. Geheizt werden die Gebäude mit Fernwärme, nicht weniger als 8800 Meter Rohre wurden für die Fußbodenheizung verlegt. Ein ausgeklügeltes Lüftungssystem ersetzt eine Klimaanlage. Den Strom liefert eine PV-Anlage auf dem Dach.
Im Neubau kommen drei Hort- und vier Kindergartengruppen unter. Die Schulkinder haben im Nordosten ihren Freibereich. Eine Lärmschutzwand schirmt sie von der Rosenheimer Straße ab. Die kleineren Krippenkinder verteilen sich im älteren Westtrakt.
Die Krippengruppen (36 Plätze) sind derzeit voll – die Corona-Zeit löste eine kleine Geburtenwelle aus. Im Hortbereich (insgesamt 100 Plätze) sind zwei Gruppen sogar noch unbesetzt, auch in den sieben Kindergarten-Gruppen (bis zu 175 Plätze) ist aktuell viel Luft. Wie Zweite Bürgermeisterin Birgit Eibl (FW) betonte, war der Gemeinde wichtig, die Raumaufteilung flexibel zu gestalten: „So lassen sich die Betreuungsarten leicht wechseln.“
Abgesehen von einer Ausnahme wohnen alle Kinder in der Marktgemeinde. Zehn Kinder haben „erhöhten Förderbedarf“ und decken damit jeweils drei Plätze ab. Aktuell sind 52 Kinder mit Migrationshintergrund (18 Nationen) eingeschrieben.
Die Betreuungsteam zählt fast 40 Köpfe, darunter sieben Männer und sieben Mitarbeiter mit Migrationshintergrund. Geleitet wird das Team von Vroni Wagner und Sarah Kalac. Man habe keine Probleme, die Stellen zu besetzen, betont Götzenberger. „An unserem Kinderland-Bildungsinstitut bilden wir ja selber aus.“
Zweite Bürgermeisterin Eibl, die bei der Eröffnung den urlaubenden Rathauschef Christoph Schmid vertrat, geht davon aus, dass die Gemeinde dank des vergrößerten Kinderlands „vor die Welle gekommen ist“ und alle Betreuungswünsche Holzkirchner Eltern erfüllen kann. Je eine Krippen- und Kindergarten kommen demnächst noch dazu, wenn der Baukomplex Hoki Living an der Industriestraße fertiggestellt ist. Wer dort als Träger auftritt, ist laut Eibl noch unklar.
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